Das war ja wohl nix, dies Jahr …
… wenn man denn rein läuferisch Bilanz zöge. Laufmäßig waren es wirklich die miserabelsten, uninspiriertesten, langsamsten, schlechtesten, leck-mich-doch-am-arschigsten 365 Tage der letzten 20 Jahre. Ich kann das dennoch relativ gelassen so hinnehmen und aufschreiben, denn die Laufmisere war immerhin hausgemacht. Keine Verletzung zwang mich zu Boden, keine chronische Krankheit hielt mich ab, sogar die Unlust hielt sich eigentlich in Grenzen – es waren schlicht die Prioritäten, die sich 2011 verschoben haben.
Ich finde das ganz in Ordnung, habe aber so ein bisschen die Befürchtung, dass das mit den Prioritäten auch schnell zur willkommenen Ausrede werden könnte. Ach ja, ist alles nicht mehr so wichtig, dieses und jenes hält mich gerade anderweitig in Trab – darauf kann man sich auch ziemlich ausruhen und damit soll jetzt Schluss sein. Wettkämpfe und dergleichen muss ich wahrscheinlich auch 2012 nicht unbedingt haben, aber mehr als mickerige 1319 Kilometer (so der heutige Stand im Kilometerspiel) mit einer unschönen Verteilung von 787 zu 532 Kilometern sollen es doch wieder werden. Immerhin habe ich mich jetzt schon fast profimäßig runtertrainiert. Also kann ich mich genauso professionell auch wieder hochlaufen, wenigstens in die Region von regelmäßigen drei Lauftagen mit einer Wochenbilanz von mindestens 30 Kilometern. Das muss doch machbar sein. Wer weiß, vielleicht darf’s sogar ein bisschen mehr sein, wenn der Frühling kommt und ich wieder eine gewisse Leichtfüßigkeit verspüre – von der ich jetzt, Ende Dezember, weit, weit entfernt bin.
Das war es fast für dieses Jahr. 20 Kilometer möchte ich noch draufpacken, dann ist Schluss für 2011. Ich wünsche allen, die sich ab und zu noch hierher verirren ein frohes neues (Lauf-)Jahr 2012. Bleibt gesund, macht es gut und wir lesen, hören, sehen einander hoffentlich 2012 wieder!
Zentralbild Quasch-Ulm. 20.12.1956 Prosit Neujahr 1957.
UBz:
„Wenn Dir dies holde Augenpaar,
von Herzen wünscht ein neues Jahr,
dann sei getrost und ganz zufrieden,
Dir ist ein gutes Jahr beschieden.“
Bosshösser lassen die Toten auferstehen
Ja, kann es denn wahr sein? Madame läuft so gut wie nichts, schreibt so gut wie nichts und hier geht die Blog-Party ab! Nachdem ich mich letztens nach langer Zeit mal wieder eingeloggt hatte, konnte ich kaum fassen, dass die Statistik in Höhen geschnellt war wie zu besten Wettkampfzeiten. Was war geschehen? Vielleicht warten meine lieben Blog-Weggefährten schon darauf, ein RIP Manu hier hinterlassen zu können, warst ne Gute, schade, dass Du nicht mehr unter uns weilst…
Und darum klicken sie in Erwartung der Todesnachricht mehrmals täglich hierher.
Aber Totgesagte leben lange und nein, das ist nicht der Grund. Der Grund für viele neue Besucher und das rege Treiben hier ist wohl eine Show, die ich noch nie gesehen habe und die „The Voice of Germany“ heißt. Eine Casting Show mit echten Talenten und alles ganz kuschelig und alles super soll das sein – und in der Jury treiben sich wohl meine guten alten Kumpels von The Bosshoss herum. Ho, Ho, Ho, hallo Alec, hallo Sascha, lange nicht gesehen, I missed you Guys at the Waldbühne in Wuppervalley this year, und what the hell are you doing there in this F* Castingshow?
Ja, warum ich diesen Beitrag schreibe – ich wollte den Fans mal einen Tipp geben. Die landen über die Google Suche nach BossHoss, Sascha, Alec, Boss Burns, alec the bosshoss und unzähligen ähnlichen Suchbegriffen nämlich immer auf dem Waldbühnen Meet & Greet Eintrag von 2007 oder auf Back and 4th in Wuppertal 2010.
Was sie nicht wissen, die Leute, ist, dass ja unter Live noch die weiteren Konzerte fein säuberlich nachzulesen sind, nämlich Shake & Shout 2008, Howdy – keinFake – The Bosshoss again und The Bosshoss & Big John Bates 2009.
Also, damit sich das Klicken denn auch lohnt. Muss ich mir jetzt echt die Show anschauen? Nee, ich glaube nicht. Howdy und hope to see you on the Forest-Stage again
Ich bin dann mal wieder gelaufen!
45. Wuppertaler Volkslauf 2011 – die gute alte Strecke an der Blutfinke, lange nicht gesehen und doch wiedererkannt! Das ist wirklich mal wieder einen Eintrag wert. Es gab noch nicht einmal die Rubrik „Wettkämpfe 2011″ – meine Güte, soweit ist es schon gekommen.
Dabei war es eigentlich nicht der erste Wettkampf in diesem Jahr – wobei Wettkampf wohl kaum der richtige Ausdruck ist. Streng genommen war es weder der erste, noch der zweite Wettkampf im Jahr 2011, sondern bisher hat immer noch kein ernsthafter „Wettkampf“ mit meiner (ernsthaften) Teilnahme stattgefunden. Auch heute nicht.
Ich habe mich an der zweiten Laufveranstaltung in diesem Jahr beteiligt, so wird wohl ein Schuh draus. Wie schon im Juli, bei „Rund um Wuppertal“ – mehr in Pflichterfüllung und aus Tradition hatte ich meine untrainierten Muskeln in etwa 56 Minuten über die 10 km lange Strecke geschleppt.
Den Wuppertaler Volkslauf habe ich ganz spontan in der harmlosen 5 km Version heute bei strahlend schönem, herbstsonnigem Wetter mitgenommen – nur 5 km, weil das angesichts der Tatsache, dass ich bei meinen wenigen „Trainings“läufen in dieser Saison selten mehr als 10 km zurückgelegt habe, doch die genau passende Distanz zu sein schien.
Kräfte- und kilometerdurchschnittsmäßig pendele ich im ziemlich unteren Bereich dessen, was man noch „sportlich“ nennen kann, aber 5 km sollten dann doch in einem etwas schnelleren, laufähnlichen Tempo machbar sein. Die Kinder alle mehr oder weniger vorübergehend aus dem Haus, Stefan auch anderweitig verplant, brach ich ganz allein zum Ort des Geschehens auf. Die Startnummer war schnell abgeholt, etliche Bekannte gesichtet und begrüßt, ein Einlaufkilometerchen absolviert – Zeit, sich in den Startbereich zu begeben.
Im Gewühl traf ich zu meiner großen Freude Angie aus den glorreichen „Laufen-Aktuell“-Zeiten – hach, das war schön. Ihr Mann betätigte sich als unermüdlicher Fotograf, der unseren Vorher-Nachher-Zustand und auch die Zieleinläufe verewigt hat. Es folgen also noch Fotos zum Laufbericht!
Der Startschuss fiel und ich versuchte, schnell zu laufen, was bergab zunächst kein großes Problem war. Ich hielt mich auch nicht zurück, denn es war nur eine Runde, Körner sparen also nicht notwendig. Zumal Kräfte schonen für den Berg bei mir sowieso nicht funktioniert: Egal, wie schnell oder langsam ich zuvor laufe, am Berg fehlt mir einfach die Power, da werde ich unweigerlich langsam.
Ich merkte, dass ich recht gut drauf war, jedenfalls für die derzeitigen Verhältnisse. Ist schon erstaunlich, dass es dann bei so einem „Wettkampf“ doch klappt, einen deutlichen Zahn zuzulegen. Ich bin seit einem Jahr auf den 6:30er Schnitt eingependelt – das ist die Tendenz bei allen Läufen. Für 10 km bin ich meistens zwischen 63 und 65 min unterwegs, gemütlich, aber auch ohne das Gefühl, schneller zu können oder wollen. Ja, und jetzt lief ich dann doch mal wieder zeitweise dicht am 5er Schnitt, jedenfalls bergab und flach. Bergauf klappte das natürlich nicht, aber auch kein 7er oder gar 8er Geschnecke an den Steigungen, wie befürchtet.
Nach 26:28 min lief ich ins Ziel und fand das ganz erstaunlich und durchaus passabel. Zwar weit entfernt von alter, guter Form – aber auch kein Grund, zu jammern.
Ich hatte damit gerechnet, vielleicht 27 oder 28 min unterwegs zu sein – insofern also besser, als erwartet. Auch Angie war zufrieden und wartete noch auf die Siegerehrung, weil sie in der W50 den 3. Platz gemacht hatte. Ich aß noch ein Stück Kuchen und begab mich gut gelaunt auf den Heimweg.
Insgesamt die 21. Frau von 153 und die 4. Frau in meiner AK, die hier immer noch die W40 ist, die von 40 bis 49 geht. Nächstes Jahr bin ich dann beim Wuppertaler Volkslauf gleich spektakulär um 10 Jahre gealtert.
Hier noch der Link zum Lauf und zur Ergebnisliste:
Ja, sie läuft noch …

… aber ich weiß nichts zu berichten. Rein gar nichts. Das ist etwas erschütternd, wenn ich bedenke, was für eine Un-Menge ich all die Jahre übers Laufen mitzuteilen hatte.
Woran liegt es also?
- Sparflamme ohne Not und eher unabsichtlich – ich jogge nur noch so drei Mal pro Woche recht gemütlich vor mich hin, ohne Trainingsziel, ohne Grund, einfach nur so …
- Daher auch keinerlei Wettkämpfe – ich bin so richtig rennmüde und unmotiviert – sehne mich aber auch gerade gar nicht zuück nach dem inneren Leistungsdruck.
- Das alles zusammen sagt es schon aus: Die Gewichtung ist eine andere, das Laufen derzeit wirklich zur schönen Nebensache geworden.
Dann ist es ja auch so: Je länger die Blog-Pausen werden, je mehr sich die Interessen verlagern, desto mehr empfinde ich dieses alte Tagebuch als Archiv. Eine erstaunliche Ansammlung von Lauf-Geschichten! Und ein völlig offenes Ende. Mit mir ist zu rechnen – irgendwann mal wieder. Jetzt möchte ich erst noch eine Weile „ausruhen“ und ganz entspannt meine kurzen Runden drehen. Wie heißt dies Buch noch mal, das jetzt gerade auf der Spiegel–Bestsellerliste einen der vorderen Plätze belegt: “ Für Eile fehlt mir die Zeit!“
Zahnstation: Hello again and welcome back!
Da bin ich wieder, mitsamt meinem maroden Restzahnbestand! Die Einbauten der abgeschlossenen Session halten aber, was der Dentist und ich uns davon versprachen; kein Pfusch ist zu beklagen und dennoch muss ich erneut einige Male die Dental-Oase aufsuchen. Nebenbaustellen, ein Jahr lang erfolglos verdrängt, erfordern rasches Handeln.
Nachdem nun hinten alles hübsch in Ordnung ist, bröselt der Frontzahnbereich – die oberen vier (mittleren und seitlichen) Schneidezähne. Ein seitlicher schon lange mit Stiftkrone, der andere überkront. Ein mittlerer wurzelbehandelt, der andere bis auf eine kleine Füllung okay.
Der wurzelbehandelte Schneidezahn wurde im Rahmen der Zahnsanierung gebleacht und sah danach wieder aus wie neu. Was richtig störte, waren die beiden seitlichen – alte Kronen, zudem zweifarbig – die Altlasten meiner Dorfzahnärztin, die zwar alles gemacht hat, aber nichts gut.
Nun hatte sich über die Jahre am Übergang zwischen den mittleren Kronen und den seitlichen Schneidezähnen eine tückische, weil zunächst unsichtbare Zahnhalskaries gebildet. Bei der letzten Routine-Kontrolle fiel auf, dass sie fortgeschritten war, und weil die Situation mit den ungleichen Farben und schlechten Materialien der Kronen mich sowieso schon lange gestört hatte, hörte ich auf die Empfehlung des Zahnarztes: Alte Kronen ab und die vier Frontzähne mit Vollkeramik überkronen. Da meine Zähne fest verwurzelt sind, können die Zähne einzeln und nicht als Viererblock überkront werden. Das finde ich viel angenehmer, weil man ganz normal mit Zahnseide hantieren kann. Bei Wackelkandidaten wird eher zu verbundenen Kronen geraten, weil diese die Zähne zusätzlich stabilisieren.
Der Kostenvoranschlag bzw. Heil- und Kostenplan konnte mich nur noch geringfügig erschüttern, zumal die Zuzahlungen meiner Krankenkasse doch beträchtlich sind. Extrawünsche wie die Vollkeramik bezahlt sie natürlich nicht, aber ansonsten kann ich nicht klagen, scheckheftgepflegt wie ich dank über 20 Jahre geführtem Bonusheftchen bin. Hat nur nichts genützt, die gewissenhafte Wartung…
Gestern fand ich mich zum vereinbartenTermin beim Dentisten ein, um die ekelhafte Prozedur des Kronenentfernes und Abschleifens über mich ergehen zu lassen. Kaum erschien ich im Wartezimmer, wollte man meine Zuzahlung schon in bar eintreiben. Ich hatte kein Geld dabei und war auch etwas überrascht. Ja, das sei jetzt neu, meinte die Assistentin, es könne sein, dass man mir das nicht gesagt habe. Hatte man definitiv nicht, sonst hätte ich mich natürlich mit Barem bevorratet. Ich beruhigte sie, als Stammkundin sei ich hier schon deutlich höhere Summen losgeworden, meine Zahlungsmoral sei vorhanden und gut. Der hinzugekommene Doktor bestätigte das und winkte ab – ja, das sei natürlich bei mir gar keine Frage, ich solle das Geld einfach zum nächsten Termin mitbringen. Mit Schlauch im Mund fragte ich noch neugierig, ob die Patienten denn dazu neigten, nicht zu zahlen. Oh ja, klärte er mich auf, das sei in der Tat so.
Nach diversen Betäubungsspritzen war mir nicht mehr nach weiterem Smalltalk. In mein Schicksal ergeben lag ich fast in der Waagerechten und lauschte den unterschiedlichen Tönen, die Bohrer, Schleifmaschinen und Absauger harmonisch von sich gaben. Zuvor waren selbstverständlich die notwendigen Abdrücke für die Kronen und Provisorien angefertigt worden, damit ich die kommende Woche nicht mit vier abgeschliffenen Zahnstummeln herumlaufen musste. Vor den Provisorien graute es mir beträchtlich – zu Recht, wie ich jetzt weiß. Die gibt es nur sowohl in einer Einheitsfarbe – zartes Gilb – als auch in einer Einheitskonstruktion. Mit diesem mäßig haltbaren und mäßig ansehnlichen provisorischen Konstrukt muss ich die nächsten Tage überstehen. Das ist noch fieser, als ich befürchtete – denn auch das Aussprechen gewisser Laute fällt mir schwer. Ich lispele! Wird zwar allmählich weniger, weil ich mich an die Ersatzbeißer gewöhne, aber ich bin wirklich froh, wenn die endgültige Anpassung überstanden ist, was Mitte nächster Woche der Fall sein soll. Ich glaube, dann kommen die Provisorien kurzfristig nochmal drauf – aber danach hoffe ich, die Zahnstation bis auf weiteres wieder schließen zu können.





