Ich komme doch nicht umhin, die Kategorie Laufen um den Unterpunkt Wettkämpfe 2010 zu erweitern. Dass ich mir zwei Wochen Zeit gelassen habe, den Pulheimer Staffellauf nachzutragen, hat viele Gründe.

Einer davon ist, dass ich die Veranstaltung gar nicht so wirklich als Wettkampf wahrgenommen habe. Ich war weder mit dem Kopf noch mit den Beinen richtig dabei. Aber da der Verein dringend noch Läuferinnen für eine Mixed-Staffel suchte, sagte ich kurzfristig für 5 km zu.  Wer weiß, wie minimalistisch mein Training in den letzten Monaten ausgefallen ist, kann sich vielleicht vorstellen, dass ich nicht sonderlich motiviert war, da eine starke Leistung einfach außerhalb des Möglichen lag. Erschwerend kam auch noch eine heftige Erkältung hinzu.

Aber ich raffte mich auf, obwohl das Wetter allen Beteiligten recht übel mitspielte. Als Schlussläuferin gammelte ich stundenlang in der Halle rum, denn freiwillig hielt sich kaum jemand draußen auf, es war definitiv ungemütlich.

Der Veranstalter drückt das folgendermaßen aus:

Die 13. Auflage des Pulheimer Staffel-Marathonlaufs drohte zur Unglücksveranstaltung zu werden. Ungewöhnlich kaltes Winterwetter sorgten vorab für extrem schlechte Streckenverhältnisse, so dass man mit einer rechten Rutschpartie rechnen konnte.
Aber Petrus hatte zuletzt noch ein Einsehen: Leider bedachte er zwar den Lauf selber mit Regen, jedoch der Boden war gut zu laufen.
So konnten rd. 1.900 Läufer ungefährdet ihre Läufe absolvieren.
Ein besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, die trotz Regen und Wind die Strecke hervorrangend absicherten.

Das kann ich voll und ganz unterschreiben.

Irgendwann war es dann soweit, ich musste raus, mich ein bisschen warmlaufen und dann im Start/Zielbereich auf meine Vorläuferin warten. Leicht ausgekühlt machte ich mich auf die Runde, gab alles, was ohne Trainingskilometer und mit fetter Erkältung rauszuholen war und war sehr überrascht, mit 24:56 min sogar sub 25 geblieben zu sein. Das hatte ich nicht erwartet, alle spärlichen Trainingskilometer der letzten Wochen waren deutlich über 6er Schnitt, meistens sogar schneebedingt eher 7er Schnitt gewesen.

Tja, das war mein erster Wettkampf 1n diesem Jahr. Irgendwie schön, trotz allem.

Außerdem gab es am nachfolgenden Samstag noch den spontanen Spendenlauf für Haiti auf der teilweise bedenklich vereisten Sambatrasse. Das war allerdings kein Wettkampf, sondern ein gemütliches Herumgezockel von ca 50 LäuferInnen, die dem Aufruf von Bunert gefolgt waren.  Hat Spaß gemacht und war eine schöne, unkomplizierte Möglichkeit, zu helfen!

Alf Dahl hat mir netterweise ein paar Fotos zukommen lassen, und so verabschiede ich mich mit dieser winterlichen Impression:

Nein, nein, kein (vollwertiger) Ersatz fürs Kilometerspiel, aber da ich ja gerne vor mich hinreime, ist willkommene Ablenkung von allerlei Trübsal derzeit das hier:

Gedichte- Spiel

Ist witzig, die fünf vorgegebenen Begriffe in Reimform zu verpacken. Zum vierten Mal habe ich mich beteiligt, und wow, diese Woche habe ich, als dava101 dort unterwegs, weil ich die gute alte “Kylie” nicht überstrapazieren möchte, mit Leo gewonnen! :-)

Die Begriffe lauteten: Forum – Märchen – wecken – kratzen – warm

Leo

Einst döste im Forum Romanum
Die Löwenmeute hungrig rum,
Träumte von Fleisch im Überfluss
Im alten Circus Maximus.

Schon weckte man der Löwen Schar,
Was magenmäßig freundlich war
Und brachte sie ins große Rund.
Das Futter schrie im Hintergrund.

Es schreckt aus seinem Märchentraum
Der Leo, kratzt sich kurz, bedauert kaum,
Dass er im Zoo hockt, satt und warm,
Träge, gefangen, lendenlahm…

(Natürlich fallen einem im Nachhinein 1000 bessere Wendungen ein, z.B.  hätte die letzte Zeile angenehmer geklungen, wenn ich “Gefangen, träge, lendenlahm” geschrieben hätte. Aber ich habe ja nicht viel darüber nachgegegrübelt, war so  locker vom Hocker. Und ist ja nur ein Spiel  ;-) )

Und der Vollständigkeit halber, weil ich sie sonst bestimmt nicht wiederfinde, trage ich hier noch die ersten drei  bzw. vier Versuche der vergangenen Wochen nach…

Weihnachts-Entschleunigung

(Geschichte – Völlerei – beseelt – verstecken – behütet)

Ach, fühlte ich mich doch behütet wie ein Kind,
Erschiene sie mir endlos lang, die Zeit
Und raste nicht unglaublich lichtgeschwind
Beseelt allein von Gier und Kleinlichkeit.

Die heilige Geschichte downgeloadet am PC
Als Hintergrundgedudel Weihnachtseinheitsbrei
Nicht ein Auge, das ich staunen seh,
In all dem Flimmern und der festtäglichen Völlerei.

Ach, fühlte ich mich doch behütet wie ein Kind,
Und würden meine Eltern noch verstecken,
Die Gaben, die mit Sicherheit vom Christkind sind
Und würde ich sie Heiligabend finden in den Ecken.


Das kommt von das…

(Knaller – Theke – wackeln – pressen – künstlich) 1. Versuch

Schau ich zurück oder nach vorn?
Egal, man reiche weit’ren Korn,
bis auf die Theke sinkt das Haupt,
künstlich am Körper festgeschraubt.

Mich wecken weder Böller oder Knaller,
noch Fleischeslust angesichts praller
Dekolletees zur rechten und zur linken.
Drauf würd’ ich gern noch einen trinken.

Ihr dürft ruhig weiter wackeln mit dem Busen,
Lasst euch nicht schrecken vom konfusen
Gelall nach alkoholischen Exzessen -
Lasst nur den Kopf mich in den Tresen pressen.

Alles Käse!

(Knaller – Theke -  wackeln -  pressen – künstlich) 2. Versuch

Ein Knaller ist die Party echt mal nicht,
Location mäßig, Sound ganz übel,
Schaler Prosecco warm im Kübel,
bei künstlich grellem Neonlicht.

Helga und Dieter wackeln ihre Polonäse,
Einmal rund um die Theke und zurück,
Bis ich mein Sortiment an Böllern zück’,
Gleich fliegen hier die Löcher aus dem Käse!

Doch leider haben, in ‘ne Uniform gepresst,
Zwei Typen mir den Spaß total vermiest
Jetzt hock’ ich in ‘ner Zelle, grün gefliest,
***** Neujahr, ***** Silvesterfest!


Angstpatient

(Doktor – Pfeife – hocken – pikant – elektrisch)

Kaum hockte ich im Stuhl, hab’ ich erkannt:
Der Doktor ist ne echte Pfeife, und mir graute,
Dass er womöglich noch den Rest versaute,
An einer Stelle, höchst intim un
d recht pikant.
Und in der Tat: Seither die absolute Flaute,
Nicht mal elektrisch oder notfalls mit der Hand…
Es dauerte, bis ich es endgültig verstand,
Dass er mir samt und sonders alles ausbaute,
Nachdem er kurz in meinen Mund schaute.
Der Beißerchen bin ich seither komplett entmannt,
Ihm kam sein Doktortitel kurz danach abhand’.

Es gibt ganz unterschiedliche Lauferlebnisse im Winter. Manchmal ist es einfach nur nasskalt und dunkel – es fällt mir schwer, mich dann zu einem Lauf durchzuringen. Viele Wintertage zeichnen sich durch völlig normale, eher milde  Witterung aus – so ein Mischmasch, der nicht gerade beflügelt, aber auch nicht groß stört.

Aber wenn es gerade frisch geschneit hat! Wenn ergiebige Mengen Schnee gefallen sind, es lausig kalt ist, man sich aufmacht in die Wälder und durch eine jungfräulich weiße, unberührte Landschaft schnürt! Es ist unglaublich anstrengend, egal ob bergauf oder bergab, – aber diese Läufe in frischem Schnee sind wirklich wundervoll.

Eigentlich lädt die Zauberwelt da draußen dann dazu ein, ohne Knopf im Ohr zu laufen, auf Musikberieselung zu verzichten und das Lauferlebnis pur zu genießen. Alternativ kann ich nur empfehlen, wenn schon, dann Klassik zu hören.  Ich gestehe – auch wenn es mir ein wenig peinlich ist – dass ich total garrettifiziert bin. Ich habe mich nie sehr für Geigenspiel begeistern können, auch bzw. gerade nicht, als Nigel Kennedy groß rauskam. Geige war vorurteilsbehaftet gleichbedeutend mit der Spielweise des unsäglichen André Rieu – ein süßlich kitschiges Instrument.

Mit David Garrett wurde alles anders. Jetzt mal das ganze Getue um sein Aussehen und die Vermarktung beiseite – er entlockt der Violine ein faszinierendes Spektrum von Tönen.

Durch die Winterlandschaft  zu laufen mit dieser Musik im Ohr ist – unbeschreiblich.Ich freue mich schon auf das Konzert in der Historischen Stadthalle – nicht die für Klassik-Verhältnisse gigantische Crossover Tour, die mich wegen der zu gefälligen Titelauswahl weniger begeistert,  sondern “Recital”,  kleiner Rahmen, Klassik pur.

Auffallend häufig wurde in letzter Zeit  mein Blog gefunden, weil irgendwelche Leute nach Gutschein in Verbindung mit Bergische Sonne und Waterworld googelten. Hier stießen sie dann auf den alten Artikel Schöne Stunden schenken, den ich vor fast genau drei Jahren geschrieben habe.

Ich schloss meinen Beitrag damals mit den Worten:  Wie hochmütig muss ein Unternehmen sein, seine potentiellen Kunden dermaßen zu verärgern?

Jetzt hat genau dies Unternehmen jedenfalls Insolvenz angemeldet, das Bad ist geschlossen, die Mitarbeiter haben seit geraumer Zeit keine Lohnzahlungen mehr erhalten, der Stromanbieter hat den Saft abgedreht – so kann’s gehen. Da werden jetzt wohl so einige Beschenkte massive Probleme mit der Einlösung ihrer Gutscheine haben! Und das alles, weil meine Familie und ich seither konsequent nie wieder schöne Stunden dort verbracht haben – das haben wir nicht gewollt, ehrlich! ;-)

WZ:  Stadtwerke klemmen die Bergische Sonne  ab

WZ:  Geschäftsleitung weist Kritik zurück

WZ:  Bergische Sonne- Wird der Untergang noch verhindert?


…also die einzige, die im echten und nicht im eMail-Briefkasten gelandet ist, stammte von meinem Zahnarzt. Echt traurig, aber wahr. Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Karte. ;-)

Euch allen  sende ich herzliche Grüße, wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und bedanke mich bei euch für eure Treue. Auf ein fröhliches Wiederlesen im neuen Jahr!

Ach ja...



...das war's für dies Jahr...

...freuen wir uns einfach auf's nächste!

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