Dieses Bilderbuch von Ulf Nilson und Eva Eriksson aus dem Herbstprogramm des wunderbaren Moritz Verlags verdient es,  ganz vielen Kindern vorgelesen zu werden. Es ist eine so liebevoll leicht illustrierte und erzählte Geschichte!

Ein kleiner Irrtum in der Zeitrechnung führt zu großen Missverständnissen, schlimmsten Befürchtungen, praktischen Vorkehrungen und einem glücklichen Ende! Allerliebst – und wer ein wenig mehr zum Inhalt erfahren möchte, der schaue es sich bitte beim Moritz Verlag an.

Da ist es, das perfekte Geschenk für die erwachsenen Kinder der Zeit:

Level26 – Dark Origins von Anthony E. Zuiker & Duane Swierczynski

Wie bringt man ein immer größer werdendes Klientel an Nichtlesern dazu, ein Buch zu kaufen? Das Rezept:  Man nehme den Autoren einer erfolgreichen Serie wie CSI, lasse ihn in bester Drehbuchmanier einen bizarren Serienkiller erschaffen, der nicht nur auf dem Papier sein Unwesen treibt, sondern man ziehe das Ganze komplett multimedial auf. Man gestalte eine Website, drehe Kurzfilme, stelle Bonusmaterial zur Verfügung, baue Codes in das Buch ein, mit vielsagenden Namen wie snuffcensored -violated, die wiederum zu besagten audiovisuellen Inhalten führen.

Handwerklich ist das Buch richtig gut gemacht, hochspannend, wenn man denn auf das ganze Spektrum an perverser Serienkillererei abfährt. Ich habe damit  das Problem, dass ich es nicht nur krank finde, solche Bücher zu schreiben, sondern auch, sie zu lesen. Ich fühle mich dann immer auf morbide Weise mitschuldig an dem ganzen psychopathischen Horrorszenario. Mit Literatur hat das alles wenig zu tun, ein solches Buch lebt eigentlich nur von einer genretypischen Dramaturgie. Die ist hier perfekt, und das Gesamtpaket hat schon seinen Reiz.

Ich habe das Leseexemplar gestern mitgenommen, es abends angefangen und musste mich regelrecht zwingen, aufzuhören. Eigentlich wollte ich mir den ganzen Website-Kram nicht anschauen, aber dann hat doch die Neugier gesiegt.

Tja, irgendwie schon irre: Lesen allein scheint nicht mehr zu reichen, jedenfalls braucht die Zielgruppe schon deftige Appetithäppchen, um am Ball bzw. am Buch zu bleiben. Und Tempo!  Schnell einsteigen, am besten die Spannung gleich reinhämmern, viele schnelle Cuts, bildhafte Sprache. Wie soll ich das bewerten? Der Zweck heiligt die Mittel? Hauptsache, es wird gelesen? Schwierig…

Ich weiß eigentlich nicht, ob das noch lesen ist. Oder eher verschlingen, konsumieren. Ich denke an Prousts Suche nach der verlorenen Zeit. Wie langsam manche Bücher sind. Und wie gut!

…das gab es aber lange nicht mehr live! Oh Mann, schön, schön!

…When you think you’ve tried every road
Every avenue
Take one more look
At what you found old
And in it you’ll find something new…

Words by Martin Gore (c) 1993 Sonet Records & Publishing Ltd.

Da kann ja so manch eine/r der Wirtschaftskrise, die doch womöglich eh so schlimm nicht ist, entgegenwirken und den Konsum ankurbeln, was das die leere Geldbörse nur hergibt:

0% WEIHNACHTSFINANZIERUNG AUF ALLES!  24 MONATSRATEN!  NUR BIS 24. DEZEMBER!

Damit alle Welt das weiß und zugreift, hampelt Blödlands Lieblingskomiker Mario Barth durch seine Mediamärkte  (anscheinend gehören die ihm jetzt, jedenfalls droht er damit) und kalauert ein paar Spots herunter.

0 % Finanzierung ist ja mal ne Hausnummer! Da lohnt es sich fast schon zu finanzieren, selbst wenn man das Geld auf der hohen Kante hat – lässt man das Geld da, wo es ist, kassiert womöglich Zinsen (wenn auch magere derzeit) und macht ein super Geschäft…oder?

Für uns stehen zwei Dinge auf der Wunschliste.

Zum einen ist unser schöner Kaffeevollautomat endgültig kapputt. Obendrein gab auch noch die uralte Kaffeemaschine, mit der wir uns seit ein paar Tagen behelfen, den Geist auf. So studierten wir seit Tagen schon die Angebote und Preise im Internet und die hier sagte uns sehr zu.

Und dass  immer noch so ein monströser, fast schon vorsintflutlich anmutender Fernsehapparat die gute Stube verunziert, völlig klobig und ästhetisch eine Zumutung, das störte erst nur den Herrn im Hause, dann aber irgendwie auch mich. Mein Einwand, dass wir eh nicht viel Fernsehen schauen und es deshalb doch bescheuert sei, viel Geld für einen neuen Flachbildfernseher auszugeben, änderte an dem täglichen Ärgernis rein  nichts. Die Alternative wäre höchstens gewesen, den alten auszurangieren und keinen Ersatz anzuschaffen – das wäre wirklich die günstigste Lösung gewesen und noch stromsparender, als das vom Hausherrn favorisierte LED Modell - mir allerdings dann doch etwas zu konsequent. Mal einen Tatort gucken, oder Pastewka, David darf das Sandmännchen anschauen – ach nee, mit Totalverzicht könnte ich mich auch nicht anfreunden…

Wir machten jedenfalls spontan mal einen Ausflug zu Mario Barths Zeroland, um zu schauen,  mit wieviel Blödheit dort gerechnet wurde. Und es ist wirklich unfassbar, der Mediamarkt brechendvoll, die Schlange am Kreditschalter ellenlang – die Preise aber, die sind natürlich so weit oben, dass der Bank eine Pauschale für  die Null und dem Mario auch seine Werbetätigkeit vergütet werden kann. Das ist alles schon eingerechnet in den Blödpreis.

Mal angenommen, wir hätten dort eingekauft und bar bezahlt: 350 Euro hätte uns das im Vergleich zu anderen Angeboten mehr gekostet. Und angenommen, wir hätten tatsächlich finanzieren wollen: 350 Euro bei einem Warenwert von 1700 Euro sind 20 % – soviel dazu und von wegen 0 %.

Wir haben uns dort kopfschüttelnd umgeschaut, haben den Fernseher, der  im Mediamarkt 1200 Euro gekostet hätte bei Saturn für 1000 Euro gekauft und statt Kaffeevollautomat erstmal ‘ne schnöde Kaffeemaschine als Ersatz für das defekte Uraltgerät – es muss ja auch noch Weihnachtswünsche für untern Tannenbaum geben :-)

Bitte, es muss sich niemand genötigt fühlen, diesen Eintrag zu lesen oder gar zu kommentieren. Ich kann nur zu gut verstehen, wenn man hier nach den ersten Sätzen lieber wegklickt.

Ich schreibe eher, damit ich das selbst alles später mal nachvollziehen kann – diese Stunden der massiven Folter auf dem Zahnarztstuhl. Seit ich im September den Ausklang des Laufjahrs und den Beginn einer umfangreichen Zahnsanierung angekündigt habe, sind einige Sitzungen erfolgt und ich weiß gar nicht, was nun am unangenehmsten war: das Extrahieren des unglaublich fest verwurzelten Weisheitszahns, das Einbringen des ersten Implantats oder das Entfernen zweier alter Kronen nebst Ausbohren der Karies unter den Kronen, Erneuerung zweier Wurzelfüllungen und Wiederaufbau der Zähne – letzeres ungelogen satte 2,5 Stunden ununterbrochenes Ausharren auf dem Stuhl . Der Doktor war danach aber auch ganz schön am Ende und verschob die Abdrücke zwecks Anpassung der neuen Kronen auf  einen neuen Termin.

Allmählich verstehe ich, dass so eine Sache etliches kostet – ist halt alles ausgesprochen zeitaufwändig und schon absolute Präzisionsarbeit.

Nun muss ich mich weiterhin in Geduld üben – Ende November sind die letzten 2 Implantate sowie die Erneuerung einer Brücke fällig – dann ist das Schlimmste wohl überstanden und es folgen die Feinheiten wie das Freilegen der Gewinde und das Anpassen der Kronen für die Implantate.

Nach dieser ganzen Aktion ist perfekte Zahnhygiene das oberste Gebot. Nicht, dass ich in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten schlampig gewesen wäre  – es sind die Kindheits- und Jugendsünden, die sich rächen. Schuld an der ganzen Misere trägt eindeutig der Zahnklempner, der mir im pubertären Alter einen Backenzahn ohne Betäubung gezogen hat, nachdem er dem Backenzahn auf der anderen Seite eine riesengroße Füllung bis dicht an den Nerv – selbstverständlich auch ohne Betäubung – verpasst hatte.

Ich war mehr tot als lebendig aus der Praxis gewankt und hatte es viele Jahre vermieden, wieder eine aufzusuchen. Der frühe Verlust der Backenzähne hat dann eine Kettenreaktion ausgelöst – Kronen, Brücken, die auch noch schlecht gemacht – ein einziges Desaster.

Aber bald, bald  ist es vollbracht! Ich bin so froh, wenn all diese Sitzungen  endlich hinter mir liegen und ich in meinem Termikalender nicht mehr nur den Zahnarzt berücksichtigen muss.

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