Bergisch Samba Pa Ti

Gaststätte Burgholz zu Bahnbetriebszeiten

Samba in Wuppertal – seit vielen Jahren schon stillgelegt, und nun, zur Regionale 2006 ist die Strecke in Teilen zu neuem Leben erwacht.
Mit Wuppertal verbinden „Auswärtige“ ja spontan die Schwebebahn als besondere Sehenswürdigkeit…aber dass es hier diese kuriose Sambabahn gab, die über 11 km vom Elberfelder Tal mitten durch den Staatsforst Burgholz auf die Cronenberger Höhen ächzte und dabei 100 Höhenmeter überwand, ist wohl nur den Einheimischen und kundigen Eisenbahnfreunden bekannt.
Bei meinen Läufen durchs Burgholz habe ich immer mal wieder die zugewachsenen Schienen rechts und links im Gebüsch gesehen – aber alles war dermaßen verrottet und verwildert, dass man die Strecke nicht mal mehr zu Fuß nachvollziehen konnte.
Nachdem ich nun längere Zeit keinen Ausflug in diese Teile des Burgholzes mehr unternommen hatte, stellte ich letzte Woche überrascht und verwundert fest, dass der Ausbau zum Rad-und Wanderweg auch die mitten im Wald gelegene kleine Gaststätte, an der ich regelmäßig vorbeilaufe, erreicht hatte! Statt überwucherter, kaum noch erkennbarer Gleise ein wunderschöner neuer Weg links und rechts…und das allerbeste: er schien flach zu sein! Niemand, der nicht das ewige Auf und Ab über Berg und Tal ohne Alternative über Jahre durchlaufen hat, wird sich die ungeheure Heiterkeit vorstellen können, die mich beim Anblick dieser Sambatrasse überwältigte.
Allerdings war weder der Presse, noch gängigen Wanderkarten zu entnehmen, wie weit der Ausbau der Sambatrasse schon gediehen war. Also freute ich mich auf den Erkundungslauf, den ich gestern endlich in die Tat umsetzen konnte.
Die ersten drei Kilometer führten mich wie gewohnt überwiegend bergauf, dann durch die idyllische Obere Rutenbeck ins halbe Tal.

Schon befand ich mich in den Ausläufern des Staatsforstes genau an dieser Stelle:
Allerdings waren jetzt eben keine alten Schienen mehr zu sehen, sondern die Trasse erstrahlte in neuem Glanze. Meine Samba Pa Ti zu Fuß konnte losgehen. Zunächst erkundete ich, wie weit der Weg nach Küllenhahn hinein führte. Wie ich mir schon gedacht hatte, endete die Trasse am Bahnhof Küllenhahn im Nichts. Also kehrte ich wieder um und bemerkte jetzt das leichte Gefälle – dabei hatte ich auf dem Hinweg keine Steigung wahrgenommen! Wahnsinn, aber jetzt ging es richtig bergab. Das hatten die aber damals geschickt eingefädelt, dass die Steigung so soft war. Gut, 100 Höhenmeter auf 11 km mit vielen Serpentinen verteilt…das ist schon fast flach!
Ich lief also wieder an der Gaststätte vorbei, diesmal in die andere Richtung. Immer schön sanft mit minimalem Gefälle dem Tal entgegen, bis es mir zu unheimlich wurde und ich wieder umdrehte, weil ich erstmal auprobieren wollte, wie sich das in der Gegenrichtung anfühlte. Und, oh Wunder: es war flach!!! Man merkte wieder keine nennenswerte Steigung, obwohl man ja wieder hügelan lief. Der Ikea-Slogan „ENTDECKE DIE MÖGLICHKEITEN“ kam mir in den Sinn, um sich dort dauerhaft festzusetzen. Was man hier auf der Strecke alles machen kann: Zum Beispiel Tempotraining auf der sanften Steigung, besonders effektiv! Oder mit dem Gefälle rollen lassen! Hach, unvermittelt tauchte wieder die Gaststätte auf, wo mich die draußen sitzenden Gäste nun schon zum dritten Mal debil vor mich hin grinsend vorbeirauschen sahen! Ich lief nämlich nochmal zum Bahnhof Küllenhahn, weil’s so schön war. Am liebsten wäre ich stundenlang immer weiter hoch und runter gelaufen, aber mehr als viermal wollte ich mich nicht zum Gespött der Leute machen – auch die anderen Spaziergänger, denen ich zum wiederholten Male begenete, fanden mich wahrscheinlich schon sehr absonderlich. Also trat ich beschwingt den Heimweg an, mit Carlos Santanas Samba Pa Ti im Ohr. 16 Kilometer hatte ich insgesamt gemacht, und so kurzweilig ist mir schon lange kein Lauf mehr vorgekommen! Ärgerlich, dass ich nie Handy oder Fotoapparat mitnehme…das muss anders werden! Wenn ich das nächste Mal die Samba-Party feiere, dann knipse ich, versprochen!

Nachtrag: Da es mir ja keine Ruhe ließ, mit was für einer Steigung bzw. mit welchem Gefälle ich es auf der Strecke zu tun habe, googelte ich etwas herum und stieß auf folgende Passage, auf der Website der GRÜNEN 2005 anlässlich einer ersten Ortsbesichtigung der Trasse veröffentlicht: „Über rund 11 Kilometer klettert die Sambatrasse mit einer leichten Steigung von nur drei Prozent durch das Stadtgebiet von der Talsohle Elberfelds bis zur Stadtmitte Cronenbergs.“

4.10.06 09:53

verlinken / 5 Kommentar(e) / kommentieren

Ein Sonntag wie aus dem Bilderbuch

Die Familie ist derzeit geschrumpft. Tochter verbringt eine Ferienwoche in Danzig, der große Sohn weilte über’s Wochenende bei seiner Freundin und darum waren wir am Sonntag nur zu dritt.

Es versprach ein richtig schöner Herbsttag zu werden. Der morgendliche Nebel verzog sich bis zum Vormittag, so dass Sonnenschein und blauer Himmel gute Laune bescherten.

Das mehrfache Erkunden der Sambastrecke hatte dafür gesorgt, dass ich am Freitag bereits die üblichen Kilometer für eine Woche gesammelt hatte, so dass ich nun nur noch eine Runde von knapp 9 Kilometern brauchte, um auf sagenhafte, in diesem Jahr erstmals erreichte, 50 Wochenkilometer zu erhöhen.

Mein Bewegungsdrang war anschließend aber lange noch nicht gestillt. Nachdem ich Stefan täglich von der tollen, absolut sehenswerten Sambatrasse vorgeschwärmt hatte, wollte auch er das gute Stück mal näher betrachten.
Bei schönstem Ausflugswetter fuhren wir nachmittags mit unserem Jüngsten bis zum alten Küllenhahner Bahnhof, um von dort aus mit dem Kinderwagen bis zum Ende der Trasse zu wandern. Man befindet sich dann oberhalb eines Ausläufers des Wuppertaler Zoos und kann ins weitläufige Gehege der Raubkatzen blicken. Die bekamen wir zwar nicht zu Gesicht, aber dafür erhaschten wir einen Blick auf Geier und Eulen.

Bemerkenswert an diesem Spaziergang war, dass wir ihn mit einem unglaublichen Arsenal an Vermessungsequipment unternahmen :-)

Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Wir besitzen ja einen Garmin Foreunner 201 und eine Polar S 410., Pulsmessung und Streckenvermessung sind also eigentlich gesichert. Leider ist der Forerunner der alten Generation im Wald völlig untauglich, und will ich mal Puls- und Strecke gleichzeitig messen, muss ich linkes und rechtes Handgelenk mit klobigen Uhren ausstaffieren.
Alles also nichts Halbes und nichts Ganzes und ziemlich unbefriedigend. Aber so ein neuer Forerunner, der beides kann, Puls und Strecke messen, und das zudem auch noch im Wald, hat einen stolzen Preis. Selbst, wenn die Altgeräte verkauft werden, bleiben da noch erkleckliche Euros Zuzahlung übrig – und das für ein Spielzeug, das man nicht unbedingt braucht.
Der Plan war nun eigentlich, erstmal die „alten“ Teile zu verkaufen und dann auf den neuen Garmin zu sparen.
Als Freitags ein großes, aber leichtes Paket für Stefan geliefert wurde, nahm ich das an und fragte abends beiläufig, was denn da drin sei. Ach, etwas für den Computer lautete die knappe Antwort. Ja, was denn? wollte ich wissen. Ja, wie soll ich das jetzt erklären…, lautete die knappe Antwort. Ochnö, nichts traust Du mir zu, jetzt kannst Du mir noch nicht mal eben erklären, WAS das denn für den Computer ist…bin ich denn so blöd ;-) ??? brummelte ich vor mich hin, während Stefan das Paket öffnete und aus viel Umverpackung einen kleineren Karton ausgrub. Und darin befand sich im weitesten Sinne wirklich was für den Computer, aber im engeren Sinne ein schnuckeliger Garmin 305!
Und so kam es, dass wir die Sonntagswanderung mit dem neuen Garmin an Stefans und dem alten Garmin an meinem Handgelenk unternahmen und uns wie Schwachsinnige über jeden zurückgelegten Meter freuten, über Differenzen fachsimpelten, den neuen mit dem alten verglichen, jederzeit die Wander-Pace wussten, die übrigens mit 9 bis 10 Minuten pro Kilometer recht zügig war, obwohl wir nicht wirklich schnell gingen. Insofern KANN ein Laufen in diesem Tempo, wie im Forum aktuell diskutiert, nur uneffektiv sein. Ich habe das ja auch gegen Ende der Schwangerschaft gemerkt, als ich im 9er bis 10er Schnitt mal gewalkt, mal gelaufen bin. Das Laufen ist dann reduziert auf minimale Schrittlänge und minimalen Abdruck – anders KANN man gar nicht so langsam laufen…und da ist Gehen eigentlich die angemessenere Fortbewegungsart.

Auf dem Rückweg legten wir an der Gaststätte Burgholz eine kleine Rast ein, damit David seine Milch trinken konnte. Ich hätte eigentlich gern eine Waffel mit Kirschen und Sahne bestellt, aber es gab nichts mehr. Es gab GAR nichts mehr, jedenfalls nichts zu essen, und so bestellten wir uns zwei Biere, ein Alt für mich und ein Pils für Stefan. Das Pils war muffig, abgestanden und ungenießbar, das Alt schmeckte eigentlich ganz gut, bis ich mir das Glas näher anschaute und auf dem Boden merkwürdige, im Bier schwimmende Ablagerungen entdeckte. Daraufhin konnte ich es leider nicht leer trinken und wir verließen ziemlich fluchtartig die Schänke.

Zuhause angekommen, werteten wir den Sonntagsausflug noch akribisch am PC aus und erfreuten uns an Stefans Pinkelpause, die als kleiner Schlenker ganz genau vermessen worden war.
Jetzt wird es aber wirklich Zeit, den Technikfuhrpark abzubauen…ein Garmin reicht natürlich dicke. Die Polar-Pulsuhr ist ja erst ein Jahr alt, die sollte doch noch ein bisschen was wert sein. Für den alten Garmin werden wir wohl nur noch einen Bruchteil dessen bekommen, was er mal gekostet hat…aber so ist das eben mit diesen Gerätschaften.

Bilder haben wir wieder nicht gemacht – den Fotoapparat haben wir nämlich über all dem GPs-Zeugs vergessen!

9.10.06 10:00

verlinken / 4 Kommentar(e) / kommentieren

Durchwachsen…

…war die vergangene Laufwoche.

Am Montag ging es mit einer gemeinschaftlichen Runde los. Knappe 8 lockere Kilometer sammelte ich mit einem Trüppchen, bestehend neben meiner Mittelalterlichkeit aus einer ganz jungen Läuferin und mehreren älteren männlichen Exemplaren. Anschließend musste ich aber noch nach Hause zurücklaufen, und da Eile Not tat, um rechtzeitig zu Davids Abendritual zurück zu sein, beging ich den schwerwiegenden Fehler, die steile Cronenberger Straße bergab zu bollern. Mein linkes Knie, das eigentlich Ruhe gegeben hatte, schrie lauthals Aua – Asphalt, bergab, hohes Tempo – das gab ihm den Rest. Als ich nach 13 Kilometern vor der Haustür stand, konnte ich die Treppe nur noch hochhumpeln.
Nach einem Ruhetag lief ich Mittwoch meine 9 Km Hausrunde ab, was auch relativ schmerzfrei möglich war. Es ziepte und zwickte ziwschendurch mal etwas im Knie, aber ich hatte schon den Eindruck, dass die Laufeinheit den Schaden nicht vergrößerte. Für schlechte Laune sorgte jedoch der Garmin, der nach einem Aussetzer im Empfang plötzlich die Meter rückwärts zählte. Am Ende sollte meine Hausstrecke nur 8 km lang sein, was aber definitiv nicht stimmen konnte. Eine Auswertung mit Sport-Tracks korrigierte die Runde auf 9,5 km – was aber dann doch arg großzügig und sicherlich ebenso falsch ist.
Nun weiß ich zwar, dass die 9 Kilometer plus/minus weniger Meter realistisch sind – aber es ist total blöd, sich 9 Kilometer aufzuschreiben, wenn die Uhr was anderes anzeigt…Fluch der Technik.
Dem Knie zuliebe legte ich zwei Ruhetage ein und drehte Samstags relativ beschwerdefrei meine 10 Km Hausrunde – die natürlich auch wieder laut Garmin nur 9,5 km lang war, laut Sport-Tracks aber 10,5 km…also nehme ich die goldene Mitte, die ich mir ja sowieso schon jahrelang so notiert habe.

Am gestrigen Sonntag hätte ich den Garmin dann am liebsten an die nächste Hauswand geklatscht. Ich lungerte sage und schreibe 10 Minuten vor der Haustür ‘rum, ohne dass das Teil irgendwelche Satelliten ortete. Mehrere Male drückte ich den Aus-Knopf, um es mit etwas veränderter Position nochmal zu versuchen…aber erst, als ich mich bis zur nächsten Seitenstraße vorgearbeitet hatte, erbarmte er sich und sprang auf Empfang. Das ist hier echt ein „Loch“…satellitenmäßig!
Da ich erstmals auch den zugehörigen Pulsmesser umgeschnallt hatte, durfte ich mich gleich weiterärgern – die angeblichen Werte zwischen 170 und 200 auf den ersten anderthalb Kilometern konnte ich noch nicht mal auf den vorausgegangenen Frust schieben – mein Maximalpuls liegt bei unter 180…
Nach 10 Minuten war der Hochpulser-Spuk dann glücklicherweise vorbei, und ich eierte mit den gewohnten 125 (Gefälle) und 150 (Hügel) herum. Bei der Auswertung zuhause ergab das einen Mittelwert von 141- wenn man die astronomisch hohen Werte der Anfangsphase berichtigen würde, käme wohl was um die 136 dabei heraus.

Nach anfänglichem leichten Knieschmerz, den ich gut ignorieren konnte, tat es zwischen dem 4. und 7. Kilometer höllisch weh. Ich war kurz davor, abzubrechen und meine Stimmung drohte in unendliche Tiefen abzusinken – aber urplötzlich, wrklich von einer Sekunde auf die nächste, gab das Knie totale Ruhe. Der Schmerz ließ nicht nach, sondern war völlig verschwunden. So konnte ich die 14 Kilometer noch zügig durchlaufen.

46 Wochenkilometer sind also zusammengekommen, ohne irgendeine spezielle Vorbereitung für den Wettkampf in Haßlinghausen. Ich werde da einfach ohne irgendwelche schnellen Trainingskilometer mitmachen – für mein Knie wäre Tempo jetzt wohl der endgültige Dolchstoß. Ich bin also sehr gespannt, wie es mir nächsten Sonntag dort ergeht, sehe es aber locker. Diese Woche werde ich als einzige spezielle Vorbereitung kräftig „tapern“ – das ist eh meine liebste Trainingseinheit. :-)

16.10.06 08:59

verlinken / 6 Kommentar(e) / kommentieren

Eure Meinungen bitte!

Am 12.11. starte ich hier …. Für den 10 Kilometer Martinslauf habe ich mich angemeldet.

Aber nun schaut Euch doch bitte mal die Ausschreibung an (Events->Martinslauf-> Ausschreibung) und sagt mir, was ich machen soll.

Es gibt nämlich zwei 10er: einmal mit Start um 10:50 Uhr für die Zielzeit sub 50 min, und dann um 12:00 Uhr für die Zielzeit 50 min plus.

Was soll ich denn bloß machen? Ich will ja gerne versuchen, die 50 min zu knacken – ich kann nicht glauben, dass ich das vorhabe und auch noch niederschreibe – aber wo reihe ich mich ein?

Lasse ich mich von den Schnellen mitziehen, laufe ich mächtig unter Druck…kann ich das positiv umsetzen, oder blockiert mich das von Anfang an? Und selbst, wenn ich für meine Verhältnisse schnell wie der Wind laufe, komme ich als Schlusslicht ins Ziel…Die frühere Startzeit käme mir und der Familie allerdings entgegen, da anschließend noch Handball geguckt bzw. gespielt wird.

Oder starte ich lieber mit den Läufern, die länger als 50 min brauchen und stelle mich mal ziemlich weit nach vorne? Aber Start um die Mittagszeit finde ich blöd…und außerdem traue ich mir dann ja von vorneherein nicht zu, unter 50 min zu laufen, oder? Andererseits mache ich mich vorher vielleicht nicht so verrückt, dass ich’s schaffen MUSS. Wer weiß, was die Tagesform sagt….

Ich weiß es echt nicht, was ich machen soll…hach, ist das bescheuert ;-)

Man muss sich aber bei der Anmeldung noch nicht entscheiden, zum Glück. Ich kann also noch bis zum Schluss grübeln.

Wie auch immer, es geht hier um etwas: nämlich um den Weckmann im Ziel! Da gebe ich alles, das ist meine Motivation, mir den schnell zu holen, bevor alle weg sind!

26.10.06 21:54

verlinken / 5 Kommentar(e) / kommentieren