Ein Geschenk…

…daran solle ich denken, meinte Hasi zu mir, als ich schon wieder über den anstehenden 3-Stunden Lauf jammerte. Und wie Recht sie hat – Schluss, Aus, Vorbei mit dem ewigen Schlechtdenken der langen Läufe. Ich kann doch froh und glücklich sein über das Geschenk der Gesundheit, das es mir ermöglicht, diese Strecken bewältigen zu können. Der Satz hat wirklich einen Schalter in meinem blockierten Hirn umgelegt – der Lauf war klasse und wenn heute Marathontag gewesen wäre, ich hätte auch 42 km geschafft!
Die Strecke, die ich mir ausgesucht hatte, führte mich wieder einmal in die Vergangenheit, zurück zu den Schauplätzen der ersten Marathon-Trainingsläufe. Ich wohnte damals noch in der Nordstadt und hatte mir mühselig anhand eines Stadtplans und eines Kilometer-Rädchens (kennt jemand dieses Utensil noch?) einen Rundweg ausgemessen.
Ich bin seit ewigen Zeiten nicht mehr in dieser Gegend gelaufen, und war darum hochmotiviert. Der einzige Wermutstropfen an der Sache war, dass ich nach den ersten 2 Kilometern bergab zum Schluss genau diese 2 letzten Kilometer auch wieder hoch musste. Flach ist die Route sowieso absolut nicht, aber man läuft überwiegend auf Asphalt und es sind eher leichte, langgezogene Steigungen zu bewältigen, nichts kurzes und knackiges wie im Wald. Für die Ortskundigen: Von der Südstadt ging es also runter bis ins Tal, an der Nordstadt vorbei hoch Richtung Neviges, dann in den Schevenhofer Weg, über den Rosenhügel nach Oberdüssel, Aprath, In den Birken, Katernberg und dann zurück nach Hause. Um die 400 m Steigungen und ebensoviel Gefälle sind insgesamt auf die Strecke verteilt. Dadurch erklären sich auch die total unterschiedlichen Kilometerzeiten. Ich bin immer so gelaufen, dass ich nicht am Limit war, und die Kilometer verflogen. Der gewonnene Trinkgurt schlackerte und machte mich total wahnsinnig, – aber einem geschenkten Gaul guckt man ja nicht ins Maul, und je leerer die Trinkflasche wurde, desto weniger spürte ich das Geschlacker. Musik hatte ich auch im Ohr, bunt gemischten Kram, kurz vorher noch zusammengestellt. Das Wetter trüb, die Laune bestens, der Marathon kann kommen. Heute war ich zum ersten Mal zuversichtlich, dass es echt was werden könnte in Duisburg!

17.3.07 20:10

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Zahlenspielereien vorm Halbmarathon…

Nächste Woche findet die Winterlaufserie mit dem Halbmarathon ihren Abschluss.
So allmählich kann ich mir auch unter dem Begriff Serienwertung etwas vorstellen. Die Zeiten der einzelnen Läufe werden addiert und daraus ergibt sich dann die Gesamtwertung.

Das ist ja total motivierend!

Eben habe ich mir erstmal meine schärfsten Konkurrentinnen angeschaut, bzw. deren Läufe.

In der bisherigen Serienwertung belege ich den 108. Platz von 568 Plätzen aller Teilnehmerinnen, ohne Berücksichtigung der Altersklassen.
Im 1. Lauf hat’s zu Platz 128 von 738 Teilnehmerinnen gereicht, im 2. Lauf zu Platz 108 von 611 Teilnehmerinnen.

Nun mal ein Blick auf die Altersklassenwertung:
Da stehe bei der Serienwertung nach 2 Läufen auf dem 12. Platz von 101 Altersgenossinnen.

Mit dem 1. Lauf hatte ich mir Platz 13 unter 126 W45erinnen gesichert, der 2. Lauf reichte für Platz 14 von 109 Teilnehmerinnen meiner Alterskategorie.

Da davon auszugehen ist, dass die Zahl der Teilnehmerinen, die die Serie komplett laufen, weiter sinkt, steigen damit die Chancen, sich noch etwas weiter vorn zu platzieren.

Mein heimlicher Ehrgeiz ist es ja, in die Top 100 der Gesamtwertung zu rutschen. Dafür müsste ich gute zweieinhalb Minuten schneller laufen als die junge Dame (W22), die bisher Platz 100 belegt und die im 1. Lauf mit 47.18 min deutlich besser war als ich, im 2. Lauf jedoch mit 1:17:47 h einiges langsamer. Vielleicht fehlt ihr die Erfahrung auf den längeren Strecken, oder die Ausdauer?
Allerdings dürfte, wenn diese Rechnung aufgehen sollte, keine andere Dame der Plätze 101 bis 107 den Halbmarathon schneller laufen als ich…also ist das alles doch eine ziemlich dusselige Milchmädchenrechnung.
Laufe ich also einfach mal los und lasse mich überraschen, was am Ende dabei ‘rumkommt.
Ach ja, aber unter den Top Ten der W45erinnen wäre ich ja schon sehr gerne:-) – da habe ich ja auch nur 2 Plätze und 1:20 min gutzumachen.
Wieviel Spaß doch so eine völlig sinnfreie Beschäftigung mit der Papierform unbekannter „Gegnerinnen“ machen kann! Den von mir begehrten Platz 10 belegt derzeit Ute R., die im 1. Lauf eine knappe Minute langsamer war als ich, im 2. Lauf dann aber fast 2 min schneller.
Es hilft alles nichts, außer alles zu geben übernächsten Samstag. In Sachen Halbmarathon bin ich aber wirklich nicht sehr erfahren – ich bin lediglich viermal über diese Distanz wettkampfmäßig gelaufen.
Mein Traum wäre es, Bestzeit (absolute!) zu laufen und unter 1:50 h zu bleiben – aber ich bin sehr unsicher, ob das Wirklichkeit werden kann. Immerhin müsste ich die ersten 10 km in 52 min laufen, die zweiten 10 km auch und dürfte dann nicht langsamer werden bis ins Ziel…nur dann könnte es hinhauen.
So, nun aber genug wirres Zeug in die Tastatur gehauen, ich glaub’, ich habe die nötige Bettschwere!

P.S: Und dann ist mir gestern noch folgende Theorie in den Sinn gekommen – vielleicht wäre die mathematisch sogar zu untermauern? Aber wahrscheinlich kann man da gar nichts herleiten und ich spinne mir was zurecht. Jedenfalls dachte ich mir so, dass die 46 km der gesamten Winterlaufserie am Ende die erreichbare Marathonzeit vorhersagen. Dann würde ich unter 4 Stunden bleiben können, es sei denn, der letzte Lauf ginge ganz mächtig in die Buxe!

21.3.07 22:37

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Adonis Allesschön und Zeus Zausel

Nach dem 30er von letzter Woche erschien mir der geplante Lauf über 2,5 Stunden heute fast schon kurz. Wie sich doch die Wahrnehmung und das Belastungsempfinden während der Wochen des Marathontrainings verändern – das finde ich schon beeindruckend.
Weil es letztens so schön war, wählte ich die gleiche Route, aber ohne die zusätzliche 5 km Runde im letzten Drittel.
Anfangs musste ich mich bergab sehr bremsen, trotzdem war ich flott unterwegs. Die anschließende leichte, aber kontinuierliche Steigung fiel mir nicht schwer, auch diese 3 km legte ich frohgemut zurück.
Nach insgesamt 7 Kilometern hatte ich endlich den vorerst höchsten Punkt erreicht und freute mich auf den Golfplatzabschnitt…und da erschien er mir, der leibhaftige Adonis in Läufergestalt. Er kam aus einem Seitenweg, und ich nahm ihn nur flüchtig aus dem Augenwinkel wahr, weil ich den Weg schon fast passiert hatte. Im ersten Moment meinte ich, eine Frau habe sich da lockeren Schrittes hinter mich geheftet, da ich wallendes Haar bemerkt hatte. Der Abstand zwischen uns blieb gleich und ich merkte, dass ich instinktiv begann das Tempo anzuziehen, was ich aber eigentlich gar nicht wollte. Also nestelte ich an meinem Trinkgürtel um mir mal ein Schlückchen Apfelschorle zu genehmigen, in der Hoffnung, überholt zu werden.
Tatsächlich näherten sich die Schritte und schon waren wir Seite an Seite. Keine Frau, sondern ein Bild von einem Mann…zu schön für meinen Geschmack, aber durchaus nett anzusehen. Durchgebräunt, durchtrainiert, durchgestylt und durch und durch charmant blieb er während der nächsten 2 km plaudernd neben mir. Er hatte einiges zu erzählen und ich legte ihm nahe, sich mit seinen 100 Wochenkilometern unbedingt beim Kilometerspiel anzumelden. Hinter dem Golfplatz trennten sich unsere Wege, nicht ohne beiderseitige gute Wünsche für die jeweiligen Marathonprojekte. Er bog rechts-, ich links ab. Ein Blick auf den Garmin bestätigte meine Vermutung, dass ich mich von Adonis zu einem viel zu forschen Tempo hatte hinreißen lassen. Es war aber auch wirklich eine kurzweilige Begegnung gewesen.
Nun verfiel ich wieder in meinen etwas gemütlicheren Langlaufschritt und Unterhaltung gabs nur noch in Form von Musik.
Bei km 17 kreuzte wieder ein Läufer meinen einsamen Pfad – diesmal bog er ein Stück vor mir aus einem Feldweg auf die Straße ein und lief einige Meter vor mir in Sichtweite. Ein älteres, kerniges Modell, graue Mähne, effizienter Sparschlurfschritt, der ihn aber durchaus zügig voran brachte.
Ich wollte ihn gar nicht unbedingt einholen, aber im Zeitlupentempo schrumpfte der Abstand über die folgenden Kilometer und irgendwann musste ich mich entscheiden, langsamer zu werden oder vorbeizuziehen. Natürlich entschied ich mich für letztere Variante und forcierte das Tempo ein bisschen, um etwas Abstand zwischen uns zu bringen. Der Zausel ließ aber nicht abreißen, und bergab, als ich knieschonend tippelte, hängte er mich ab. Als das Gefälle in eine lange Gerade überging, nahm ich wieder Fahrt auf und zog an Zausel vorbei, nur um erneut von ihm bergrunter eingesammelt zu werden.
So liefen wir fast 5 km zusammen, aber nicht gemeinsam, bis er schließlich in eine Seitenstraße abbog, ich mich jedoch weiter talwärts orientierte.
Der Garmin zeigte gerade mal 22,5 km, und bis nach Hause waren’s höchstens weitere 2 km. Also drehte ich noch eine Runde um den Obi, um die 500 fehlenden Meter zusammenzubringen. Auf der Zielgeraden zur Haustür waren aber gerade mal 2:26 h vergangen…da fehlte ja noch ein bisschen was zu zweieinhalb Stunden. Ich kam mir schon ziemlich schrullig vor, als ich dann noch einen weiteren Kilometer zusammenkreiselte – aber 26 km würden mir glatte 60 Wochenkilometer bescheren.
Nach exakt 2:32.30 h und auf den Punkt 26 Kilometern erklärte ich den Lauf für beendet…und er war mir gar nicht lang vorgekommen!

25.3.07 22:28

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Da kommt Freude auf…

…durch Baugruben rennen, das wollte ich immer schon mal.

Bausstellen-Report aus dem Sportpark Wedau: Kein Durchkommen auf dem Fussgängerweg an der Kruppstraße in Höhe Regattabahn und Bertasee.

Bitte um Verständnis für „behinderten“ Zieleinlauf

Unübersehbar und bis zum 31. 3. nicht hinweg zu diskutieren, geschweige denn zu beseitigen sind die Baugruben, die für den geplanten Parallelkanal der Regattabahn ausgehoben wurden. Wir werden alles Mögliche tun, um die Behinderungen für unsere LäuferInnen so kurz vor dem Ziel in Grenzen zu halten.

Tja, vielleicht wird das dann eine Bestzeit für die Ewigkeit, wenn ich in so ein Loch falle und mir die Haxen breche. Da habe ich extra nicht beim Strongman-Run mitgemacht, und dann sowas!!!

26.3.07 11:10

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Auf der Suche nach dem richtigen Tempo

Schwierig, schwierig, das richtige Tempo zu finden. Das hätte ich so nicht erwartet, aber irgendwie bin ich nicht auf Halbmarathon geeicht. Wie ich schon einmal schrieb, es gab nur 4 Starts in all den vielen Laufjahren.

Heute wollte ich auf dem Sportplatz 10 km laufen. Ein wenig aufwärmen, 4×1000 m in 5:12 min (das wäre angestrebtes Renntempo gewesen), dazwischen 400 m Traben, Auslaufen.

Daraus sind dann Aufwärmen, 5X 1000 m zu schnell, 400 m Traben und Auslaufen geworden – alles zusammen 10 km in 55 min – aber mein Tempo habe ich dabei nicht gefunden.

Die Tempokilometer bin ich in 5:05/ 5:00/ 4:47/ 4:59/ 4:57 min gelaufen…ich konnte irgendwie nicht in die etwas ruhigere Gangart für den Halbmarathon schalten. Kein Gedanke daran, dass ich so schnell über die komplette HM- Distanz rennen könnte. Jetzt habe ich richtig Angst davor, am Samstag auch wie die wilde Wutz loszusausen und hinterher jämmerlich einzugehen.

Schuld an den 4:47 min in der Mitte war übrigens ein Adrenalinausstoß: Da gingen mal wieder so dusselige Schnepfen nebeneinander auf der Innenbahn und den anliegenden Bahnen. Ich hasse das. Ist es denn so schwer, den Sportplatz-Knigge zu verstehen? Wenn ich langsamer laufe, beim Aus-und Einlaufen, nutze ich doch auch selbstverständlich die Außenbahnen. Ist aber anscheinend zu schwer zu verstehen …
Kaum hatte ich das Dreiergestirn umgerannt (ich bin echt mittendurch und die stoben auseinander wie aufgescheuchte Hühner), hüpfte ein Kind auf der Innenbahn Seilchen. Wenigstens konnte man da einigermaßen gut ausweichen.

Danach konnte ich mich anscheinend nicht mehr richtig abregen und bin permanent zu schnell gelaufen.

Ich hatte es mir so schön vorgestellt: Heute wie ein Uhrwerk 5:12er Runden laufen, die mir gar nicht schwerfallen und mit der Gewissheit ins Bett sinken, dass das am Samstag machbar ist. Stattdessen ist die Ungewissheit jetzt nur noch gewachsen.

Morgen jogge ich noch 8 Kilomter, und dann schaun ma ma, was das am Samstag gibt.

28.3.07 22:02

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Telegramm

Heute reicht’s nicht meht für einen Bericht. Ich bin tot. Jedenfalls teilweise. Aber es war ein schönes Sterben und es hat selbstgestoppt nur 1:48:07 h gedauert.

Irgendwann bin ich verrückt geworden. Dazu morgen mehr. Ihr seht es am Kilometersplit, der schnellste gelaufene Kilometer – da hat es in meinem Kopf einen kleinen Aussetzer gegeben und ich bin gelaufen wie eine Wahnsinnige!

Es gibt so viel zu berichten über den Lauf, aber ich bin alle, mir tut der Po weh. Echt, da habe ich sofort Muskelkater bekommen.

Nun noch die Tabelle und DANKE an Euch alle, die ihr an mich gedacht habt. Vielleicht war das der Grund für meinen Wahnsinn. Und für meinen schmerzenden Popo. Die vielen gutgemeinten Tritte in den Hintern, die ihr mir geschickt habt;-)

31.3.07 20:35

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