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Tannöd – Platz 1 auf der Spiegel-Bestsellerliste Andrea Maria Schenkel – Tannöd
Was Frau Heidenreich empfiehlt, landet oft auf der Bestsellerliste, so auch dieser Titel. Zuvor hatte er jedoch schon den deutschen Krimipreis gewonnen. Einen richtigen Schub in Sachen Verkaufszahlen erhielt er aber durch Elke Heidenreichs Besprechung. Die Frau ist ein Segen für den deutschen Buchhandel, aber allmählich nehmen die Lobpreisungen doch etwas inflationäre Ausmaße an. Tannöd ist ein schmales, sehr schmales kartoniertes Büchlein, das 12,95 Euro kostet, schnell ausgelesen ist (ich habe es während meiner halbstündigen Pause geschafft, allerdings einiges „quergelesen“) und einen realen Mordfall aufgreift. Ich konnte mir sofort den dazugehörigen Film vorstellen – es gibt bereits ein Hörbuch, gelesen von Monica Bleibtreu. Genausogut wäre Frau Bleibtreu in der Rolle der alten Bäuerin besetzt, und auch für die anderen Figuren hätte ich Ideen. Der Film könnte richtig gut werden – das Buch hat mich jedoch nicht sonderlich berührt. Ich fand es aber auch nicht grottenschlecht, und vielleicht hätte es mehr wirken können, wenn ich nicht so durch den Text geflogen wäre. Mit ein bisschen Muße hätte sich die düstere, miefige und bigotte Dorfstimmung besser ausbreiten können. |
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Der neue Marquardt Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht
Allmählich muss Herr Dr. Marquardt den Vergleich mit Ihro Gnaden von Strunz nicht mehr fürchten – er schwimmt schon auf ähnlichem Niveau mit. Im neuen Werk erfolgt nun aber ein furchtbar anbiedernder und mit Psychotipps gespickter Frontalangriff auf die gemeine Sofakartoffel. In „Falsch-Richtig“ Manier weist Dr. Marquardt den Weg zu einem besseren Leben. Selbstverständlich wird auch ausgiebig für Marquardts „Natural Running“ und die „Laufbibel“ geworben. Ich werde dies Buch wohl nicht empfehlen. Alllerdings geht der Trend auf dem Sachbuchmarkt sowieso in Richtung „Bilderbuch“, weswegen auch Rowohlts Anfänger-Laufbuch in Zusammenarbeit mit Runner’s World nicht punkten kann. Jeff Galloway sagt mir natürlich was, aber eigentlich nur in Zusammenhang mit älteren Veröffentlichungen. Das macht man bei Meyer & Meyer aber gern, alte Ladenhüter leicht überarbeiten, neues Layout und als neu auf den Markt werfen. |
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Evil – Das Böse
„Evil – Das Böse“ wurde für den Jugendliteraturpreis 2006 in der Kategorie Jugendbuch nominiert. Dieses Jugendbuch hat mich getroffen wie ein perfekt platzierter Faustschlag. Nach zwei Seiten war ich für Stunden k.o. – unfähig, zu verdrängen, was ich soeben gelesen hatte. Ich will den Inhalt nur ganz kurz umreißen, denn keine Kurzbeschreibung kann diesem Buch gerecht werden. Erik ist seit frühester Kindheit einem sadistischen, gewalttätigen und völlig durchgeknallten Vater ausgeliefert. Die Mutter hört nichts, sieht nichts, tut nichts dagegen, der jüngere Bruder bleibt unbehelligt, weil einzig Erik seinem Vater als „Lust“objekt dient. Schlagen, Schmerzen zufügen, Erniedrigen – das ist das, was dem Vater Freude bereitet. Ein herausragendes Buch, auch und ganz besonders für erwachsene Leser/innen. Nachtrag Dem Blog sei Dank bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass der Roman verfilmt wurde. Es gab dafür sogar eine Oscar-Nominierung und in Schweden muss der Film auch ein Publikumserfolg gewesen sein. |
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