On the road again

Nach „Es war einmal“ folgt am Ende ja meistens „Und wenn sie nicht gestorben ist…“ …ja, dann läuft sie wohl wieder.

Aber die Laufpause hat tatsächlich, wenn auch nicht ganz freiwillig, bis gestern gedauert.
Eigentlich wollte ich mich sechs Tage ausruhen und am siebten Tage zum ersten lockeren Waldlauf aufbrechen, was aber leider durch einen bösen, bösen Magen-Darm-Virus, der mich in der Nacht von Samstag auf Sonntag und von jetzt auf gleich k.o. schlug, verhindert wurde. Nachdem die Nacht schon schrecklich verlaufen war, besserte sich leider tagsüber mein Zustand nicht. Ich lag mit Fieber und nahezu bewegungsunfähig bis gegen 18 Uhr im Bett.
Montag ging es mir jedoch schon wieder recht gut, allerdings hatte ich innerhalb von 24 Stunden 3 kg Gewicht verloren. Der Flüssigkeitsverlust muss enorm gewesen sein, ich habe aber fast schon wieder alles ausgeglichen.

So dauerte meine verlängerte Regenerationswoche also 8 Tage, und heute bin ich endlich wieder eine knappe Stunde im Wald herumgetrabt. Der Marathon scheint keine größeren Schäden hinterlassen zu haben, lediglich die Knie habe ich gespürt, aber wohl eher, weil sie durch die ungewohnte Ruhe etwas eingerostet waren.

Was kommt dann??? wollen die Fantastischen Vier im Refrain (Ernten was wir säen) wissen, und diese Frage stelle ich mir seit einer Woche auch.
Klar, irgendwann kommt Berlin, aber was kommt in der Zwischenzeit?
Ich möchte gerne nochmal ein bisschen mehr an meiner uralten 10 km Bestzeit kratzen. Die passende Veranstaltung habe ich mir auch schon ausgesucht. Aber ich muss schon noch ein bisschen was tun bis dahin…nur was? Bis Pfingstsamstag sind es noch 18 Tage, also keine 3 Wochen mehr…
Irgendwie brauche ich ein schlüssiges Konzept…falls also jemand brauchbare Tipps abzugeben hat…immer her damit! :-)

Vermutlich sind Intervalle das Mittel der Wahl, um mich auf ein flottes Tempo vorzubereiten, aber damit möchte ich in dieser Woche noch nicht anfangen. Erstmal nur locker laufen, um den Marathon gut zu verdauen. In der nachfolgenden Woche würde dann also meine Wettkampfvorbereitung stattfinden, haha. Denn danach ist schon die Pfingstwoche.

Naja, wenn das ein ganz unmögliches Timing ist, dann sagt’s nur frei heraus, aber angemeldet bin ich schon ;-)

8.5.07 22:14

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Rund um Wuppertal

Nachdem es in den vergangenen Jahren nie geklappt hat, kann ich nun endlich wieder dabeisein beim traditionsreichen Staffellauf
Rund um Wuppertal

Besonders freue ich mich darüber, in einem reinen Frauenteam mitzulaufen! Finde ich richtig toll, bei den „Hühnern“ mitzuflattern…;-)

Als ich allerdings heute die E-Mail mit den uns zugeteilten Strecken las, musste ich doch etwas schlucken. Ich bin ja selbst Schuld, habe ich doch gesagt, dass ich nehme, was übrig bleibt…

Nun hat man mir Strecke 5 zugeteilt! Diese hier, die mit den meisten Höhen-und Gefällemetern. Ich habe eben alle nochmal angeklickt – die 5 ist eine der längsten und bergigsten Strecken…au weia!

Oh je oh je, zum Glück ist es noch lang hin bis zum 12. August. Denn bei dieser Veranstaltung ist alles ein bisschen anders. Man läuft mehr oder weniger auf sich allein gestellt und auf den eigenen Orientierungssinn angewiesen durch Wald und Flur, und es kann passieren, dass man außer an den Wechselpunkten keinen anderen Läufer sieht, geschweige denn einen Streckenposten. Letztere gibt es nämlich nicht. Zwar erblickt man immer mal wieder das typische Wanderzeichen für die Strecke an den Bäumen – aber gerade wenn man sich beeilt, übersieht man das gerne. Also muss man am besten im Vorfeld die Strecke mehrfach ablaufen, um sich bloß nicht zu verfransen.

Bei meiner Strecke darf ich mich auf folgendes gefasst machen:

Zusatzinformation für diesen Punkt/Streckenteil

Start Wechselpunkt: Unterhalb Bus-Haltestelle Wahlert, östliche Strassenseite (gegenüber Anfang der Wanderstrecke in den Wald)
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km 3,88: Hier zweigen viele Wege ab. Nach links laufen, über den Bach, wieder links (Asphaltstrasse) und nach paar Metern (im spitzen Winkel) rechts, in den leicht ansteigenden, breiten Wanderweg. Fast 1.400m auf diesem Weg bleiben, oben die Asphaltstrasse überqueren (also geradeaus weiter).
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km 5,82: Unmittelbar vor dem ehemaligen Bahnübergang links laufen (parallel zur ehemaligen Bahnstrecke).
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km 6,15: An der Strasse links und sofort wieder links laufen (quasi um die ´Kaisereiche´ herum). Nicht versehentlich (geradeaus) dem normalen ´W´ folgen; da sind schon viele drauf reingefallen! Das ´W´ im Kreis ist das richtige!
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km 8,93: Auch hier eine ´beliebte´ Stelle, sich zu verlaufen. Nicht geradeaus laufen, sondern im spitzen Winkel links abbiegen!
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ca km 12,52 Links die Treppenstufen runter, geradeaus durch die Kleingärten. Sollte das Gittertor am Ende des Weges geschlossen sein: Keine Panik! :-) Neben dem Tor ist ein (erst spät zu sehender) Durchgang für Fussgänger.
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Ziel Wechselpunkt: Grosses Firmenschild der Druckerei Huth

Aber ich freue mich schon total darauf, weil ich es unheimlich motivierend finde, für ein Team zu laufen. Ein einziges Mal habe ich erst an dieser Veranstaltung teilgenommen, und das ist Mitte der Neunziger gewesen. Mit der Strecke 7 hatte ich Glück gehabt, denn sie ist kürzer und es gibt nicht ganz so viele Steigungen. Ich bin für mein Mixed-Team gelaufen wie eine Wahnsinnige. Ich glaube, das war der einzige Wettkampf, bei dem ich bis dicht vor die Kotzgrenze gerannt bin. Ich konnte mich dann gerade noch zurückhalten und irgendwie den Klammergriff um den Stab zwecks Übergabe (nur des Stabs;-) lockern.

Nun ja, noch fließt viel Wasser die Wupper runter bis dahin…

P:S: Viel zu schade, um so in den Kommentaren unterzugehen, ist Olzos Bericht
Unbedingt lesen – es lohnt sich. Hach, jetzt freue ich mich ja noch mehr!

4.6.07 21:52

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Erkundungstour Nr. 1

Obwohl es vom Verein aus ja hochoffizielle Erkundungsläufe für ahnungslose RuW Läufer/innen geben wird, plagten mich Ungeduld und Neugier schon so arg, dass ich mich mit dem Streckenplan ausgerüstet auf eine einsame Tour begeben habe.
Ich wollte zunächst mal knapp die erste Hälfte meiner Nummer 5 ablaufen, bis zum bekannten Terrain der Kaisereiche.

Einerseits ist es ja von Vorteil, dass ich bis hierher manche Passagen schon kenne, andererseits verführt gerade das ein bisschen zur Unaufmerksamkeit. Konzentration ist aber ganz wichtig, denn wenn ich eine meiner Hausstrecken laufe, kreuze ich zwar manchmal das (W), aber ich folge ihm nicht unbedingt, d.h. ich nehme ganz andere Abzweigungen und muss aufpassen, dass ich das nicht im Rausch der Geschwindigkeit durcheinanderbringe. Wobei ich nun schon sagen kann: Der Geschwindigkeitsrausch wird sich wohl in überschaubaren Grenzen halten!

Aber mal von Anfang an: Zunächst geht es ab dem Wechselpunkt Wahlert nach einer Straßenüberquerung direkt mal hübsch bergab in den Wald. Ein ganz idyllischer Weg, den ich noch überhaupt nicht kannte, schlängelt sich mit für meinen Geschmack etwas zu viel Gefälle talwärts.
Ich kann dort nämlich nicht so richtig viel Gas geben, weil sonst meine Knie aufmucken. Die sind in letzter Zeit sowieso wieder am zicken, deswegen passe ich bergab immer gut auf sie auf. Von ca 240 m geht’s auf den ersten 1,5 Kilometern runter auf 175 m bevor man anschließend einen halben Kilometer lang wieder auf 210 m hoch läuft. Alles völlig unspektakulär bis dahin.
Nun strebt man dem mit ca 150 m tiefsten Punkt der ersten Streckenhälfte entgegen, dem Burgholzbach, den man nach insgesamt 3 Kilometern erreicht.
Zur Einstimmung auf den folgenden Anstieg musste ich dort angekommen über einen Graben hüpfen, bzw. das traute ich mich nicht, weswegen ich umständlich rein und wieder raus kletterte. Die kleine Brücke, die dort normalerweise behilflich ist, existiert nicht mehr! Ich hoffe, das Wasser plätschert immer so flach, sonst wird das heikel…
Bis Kilometer 4 läuft man dann ganz sanft auf 178 m hoch und wartet auf die erste große Herausforderung. 2 Kilometer lang geht es nämlich nun ohne Pause hoch, keine Erholung zwischendurch. Man läuft knapp hundert Höhenmeter, weiterhin idyllisch im Wald, und hat dann oben angelangt ca 6 Kilometer geschafft.
Also, mal im Ernst: Ich kann das nicht schnell laufen! Auf diesen zwei Kilometern schalte ich auf Energiesparmodus und setze in einer Art Laufschritt ein Bein vor’s andere, aber beschleunigen kann ich da nicht viel.
Wenn ich bis dahin einen 6erSchnitt halte, Bergab-und Bergaufpassagen zusammengenommen, darf ich mich freuen. Bei diesem Test, den ich nicht auf Tempo lief, zeigte mir der Garmin bis zu 7:45 min/km an – wenn’s hart auf hart kommt schaffe ich am Berg vielleicht einen 7er Schnitt. Um den auszugleichen, muss ich bergab schon ganz schön keulen…

Die Tour hat trotzdem großen Spaß gemacht, vor allem, weil die Streckenmarkierungen auch überall gut sichtbar waren und ich nie Gefahr lief, vom rechten Weg abzukommen. Wenn das auf der zweiten Hälfte auch so ist, muss ich mir keine Sorgen machen.

Der folgende Teil, den ich in den nächsten Tagen auskundschaften werde, sieht auf dem Papier noch fieser aus.
Es ist dort ein 2 km langer Anstieg von 140 m auf 260 m zu bewältigen, also nochmal 20 Höhenmeter mehr.
Ich ahne zwar so in etwa, wo es lang geht, aber gelaufen bin ich dort noch nicht. Also lass’ ich mich überraschen!

15.6.07 10:46

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Erkundungstour Nr. 2

Da frage ich mich doch manchmal wirklich, ob die Abwesenheit des sogenannten „Schweinehundes“ bei mir noch normal ist.
Den ganzen Tag schon fühlte ich mich total schlapp, sehnte mich nur nach meinem Bett – aber letztlich nutzte ich noch nicht mal Davids Mittagsschlaf, um mich selbst noch mal hinzulegen.
Außerdem „musste“ ich abends noch laufen, und ich hatte absolut keine Lust. Da es aber in dieser Woche zeitmäßig sowieso nur zu drei Läufen reichen würde, musste ich da durch. Ich war ja nicht krank, sondern nur schlapp.
Wie ich dann gerade auf die blöde Idee kam, just an so einem miesen Tag einen weiteren Teil der RuW Strecke zu besichtigen, weiß ich auch nicht. Ich glaubte wohl, dadurch ein bisschen mehr Motivation zu gewinnen.
Jedenfalls fühlte ich mich wie ein Zombie, als ich die ersten Kilometer bis zur Kaisereiche, natürlich überwiegend bergauf, zurücklegte. Es war nach einem ordentlichen Regenschauer auch so schwül, alles klebte und mir war warm und elend.

Unterhalb der Kaisereiche gelangte ich dann wieder zum (W) und es stellte sich heraus, dass ich diesen Teil der Strecke doch auch schon kannte. Allerdings war ich den Weg immer hoch und nicht runter gelaufen.
Nun folgte ich also den Serpentinen hinunter bis zur Rutenbeck und fand sogar diesen Teil anstrengend. Und das Schönste war: Ich musste da auch wieder rauf. Als meine Konzentration kurz nachließ, nahm ich prompt eine falsche Abzweigung, merkte den Fehler aber sofort.
Nun befand ich mich tatsächlich auf völlig unbekanntem Terrain, den Abschnitt im Klostersbusch kenne ich definitiv noch nicht. Ich lief ein kleines Stück weiter, um mir einen ersten Eindruck von der Steigung zu verschaffen und drehte dann um.
Irgendwie schaffte ich es, den ganzen fiesen Serpentinenweg wieder hochzulaufen, und ich war langsam wie zu Zeiten des Eisenmangels. Dabei fühlte ich mich auch so wie damals, aber ich nehme ja weiterhin meine Pillen, daran kann’s also nicht liegen.
Als ich endlich an der Zeppelinallee angekommen war und nur noch 2 km bergab mich vom heiß ersehnten Ende dieser Tour trennten, ging es mir urplötzlich wieder gut. So, als hätte ich 12 endlos lange km zum Einlaufen gebraucht.
So lange habe ich jedenfalls selten für 14 km gebraucht: 1:40 h ist wohl Rekord.
Jetzt fehlen mir nur noch die letzten vier Kilometer der Strecke.
Die werde ich mir morgen zu Gemüte führen, wahrscheinlich, indem ich die Sache komplett ablaufe.

16.6.07 08:27

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Erkundungstour Nr. 3

Am Wochenende machte ich mich auf, wie geplant die komplette Strecke 5 abzulaufen. Nun weiß ich also, was im August auf mich zukommt und kann dem Ganzen einigermaßen beunruhigt entgegensehen.
Diesmal war ich mit wesentlich mehr Elan unterwegs. Ca 1,5 km bergab lief ich sogar annähernd im Wettkampftempo, da Corinna und Dirk, zwei sehr schnelle Vereinskollegen, mich auf ihrem langen Lauf zufällig ein- und überholten. Ich gönnte mir den Spaß, ein kurzes Stück mit ihnen mitzuhalten, verabschiedete mich aber von ihnen, als es etwas hügeliger wurde. Eine Zeitlang sah ich sie noch, aber am Berg waren sie dann doch schnell entschwunden.
Durch den flotten Zwischenabschnitt rettete ich aber den Sechserschnitt über die erste Bergwertung. Auf den folgenden Kilometern bis zum tiefsten Punkt lief ich noch eine gute Minute heraus und hoffte schon, dadurch nach der nächsten Bergwertung nicht mehr als 60 Minuten für insgesamt 10 Kilometer auf der Uhr abzulesen.
Da hatte ich mich aber arg getäuscht! Jetzt lief ich ja ins Unbekannte. Die Steigung hatte auf dem Papier allerdings schon fies ausgesehen und ich lief sie mit Respekt an.. In der Realität fand ich diesen Abschnitt unheimlich anstrengend, aber auch total schön, ziemlich crossmäßig über kleine Wurzeln, Stock und Stein auf einem hutzeligen, kaum erkennbaren Pfad. Was mir daran besonders gefiel war, dass immer wieder Kurven den Blick auf das, was noch kommen würde verhinderten. Ich konnte beständig hoffen, dass nach der nächsten Kurve die elende Kletterei ein Ende haben würde… was dann aber lange, lange nicht der Fall war. Sinnlos, hier Tempo zu machen, zumal ich mich sehr auf die Wegmarkierungen konzentrieren musste. Ich verlor also über drei Minuten auf einem einzigen Kilometer, und danach war die Steigung noch längst nicht vorbei. Allerdings führte die Strecke nun raus aus dem Wald. Den letzten Abschnitt fand ich sehr winkelig und öde. Einmal verlief ich mich auch, als ich mich versehentlich an einer alten Markierung orientierte, anstatt der neuen Streckenführung zu folgen. Zum Glück merkte ich das recht schnell und drehte um. Es ging jetzt nur noch bergab, aber mit starkem Gefälle auf Asphalt komme ich ja nicht besonders gut klar. Da war mir der Wurzelpfad bergan sogar lieber gewesen. Gut, dass dies nicht der Ernstfall war, denn zweimal irrte ich noch orientierungslos und auf der Suche nach der richtigen Abzweigung umher, bis ich endlich nach 1:24 h (Nettozeit, die Irrläufe herausgestoppt) das Ziel erspähte.
Ich kann mir nicht vorstellen, diese Strecke mehr als 6 min schneller zu laufen, Wettkampf hin oder her. Ich peile also für August 78 min an, den Sechserschnitt auf bergigen 13140 Metern.
So, nun ist aber Schluss mit Erkundungsläufen!
Mein Blog wird eine gute Woche ruhen, denn ich mache Urlaub von PC und Internet.
Bis bald, und hoffentlich verpasse ich online nicht zu viel!!!

18.6.07 20:58

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