…und ein kleines Special für Olzo
Eigentlich hatte ich sofort nach meiner glücklicherweise doch noch erfolgreichen Rückkehr aus den Kalkwerken über diese Exkursion berichten wollen, aber mir fehlt einfach immer noch die Muße.
Doch ich habe mir alles sehr genau gemerkt, denn sowas vergisst man nicht so schnell – Kalk, Staub, Stacheldraht, sengende Hitze und völlige Orientierungslosigkeit! Eigentlich verdanke ich nur der Markierung (W) wie „Rund um Wuppertal“, dass ich hier sitze und nicht erst dereinst als skelettierte Kalkleiche von irgendeinem Bagger ausgegraben werde.
Also, das Ganze war so: Pünktlich in der schönsten Nachmittagshitze begab es sich, dass meine Große Babysitterdienste leisten und ich mich auf eine kleine Laufrunde begeben konnte. Geplant waren etwa 8 km oder eine Dreiviertelstunde.
Da ich mich hier noch nicht ganz so gut auskenne, aber neugierig bin und nicht immer die schon ausgekundschaftete Lüntenbeck-Runde drehen will, versuchte ich mal eine kleine Variation. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber irgendwie hatte ich wohl sämtliche Verbotsschilder übersehen oder ignoriert und befand mich mitten im Dornaper Kalkwerk - nirgendwo ein Ausweg, es sei denn, ich wäre alles wieder zurück gelaufen, was ich zum Verrecken nicht wollte!
Jeden potentiellen Fluchtweg aus der Misere versperrten Zäune, meistens aus Stacheldraht – also irrte ich, nachdem ich mittlerweile mehrmals im Kreis gelaufen und bar jeglicher Orientierung war, von allen guten Geistern verlassen auf den Halden umher und hätte mich am liebsten hingesetzt und in den Kalk gebissen!
Ein letztes Mal folgte ich dem Zaun in eine kleines Waldstück hinein, und plötzlich sah ich auf dem Weg hinter dem Zaun doch tatsächlich das vertraute (W)!!! Menschenskinder, was habe ich mich gefreut! Nun konnte mir gar nichts mehr passieren, ich musste nur noch irgendwie auf die andere Seite. Stacheldraht hinderte mich nicht mehr daran, aber dafür sah der Zaun, drei gespannte Drähte in Abstanden von 30 cm, in meiner Phantasie gefährlich nach groben Elektroschocks aus.
Todesmutig machte ich mich platt wie eine Flunder, krabbelte drunter durch, berührte einen der Drähte natürlich – und nichts geschah!
Der Rest ist schnell erzählt und langsam gelaufen – ich folgte dem (W) unaufhaltsam in die falsche Richtung, nach Aprath und nicht nach Lüntenbeck, was mir, so ausgedörrt und konfus, wie ich war, erst nach zwei Kilometern auffiel. Nach Experimenten war mir nicht mehr zumute, ich machte einfach kehrt und lief zurück, bis mir die Gegend wieder bekannt vorkam.
Nach 13 Kilometern erreichte ich unsere Straße mit Müh und Not, kreidebleich bzw. kalkweiß im Gesicht und um eine bemerkenswerte Lauferfahrung reicher.
Mai 13, 2008 at 4:55
Das war ja direkt ein Abenteuerlauf, welch Freude muss das W ausgelöst haben. Vorteil
jetzt kennst Du eine neue 13 km Strecke. Nur Elektroschocks, die braucht wohl keiner beim Laufen und auch eine Kalkleichen.
Mai 13, 2008 at 4:56
Es soll „keine“ heißen nicht „eine“.
Mai 13, 2008 at 5:42
du gehörst also auch zu den Orientierungsnieten? Wir könnten einen Club gründen
Mai 13, 2008 at 11:31
Suchst Du schon Abkürzungen für Rund um Wuppertal?
Viel Spaß beim weiteren erkunden von neuen Laufgebieten,
Dirk
Mai 13, 2008 at 3:31
Verlaufen hab ich mich ja auch schon 1-2 mal aber noch nie bin ich hinter Stacheldraht gelandet. Nicht schlecht und gut, dass Du keinen Elektroschock bekommen hast.
Mai 13, 2008 at 8:27
Ist ja zum Glück nicht wirklich etwas passiert – und ein paar extra Kilometer können doch nie schaden… sag ich jetzt mal einfach so frech
Und sollte ich mich demnächst mal fluchend in meinem Blog auslassen, weil wieder irgendsoein anfangs perfekt asphaltierter Feldweg im schlammigen Nirwana der bayerischen Toskana endet… kannst Du mir diese Zeilen ja zurückschicken. Ich schreib dann auch widerstandslos die Zusatzkilometer auf…
Man sieht aber doch mal wieder, wie rettend so einfache Wandermarkierungen sein können, oder?
Schöne Grüße
Lars
PS: Ein nettes Experiment für Dich gibt’s im Nachbarort Remscheid: Ein Weg der durchgehend mit einem „R“ markiert ist. Aber nur eine Runde laufen, ok?
)
Mai 14, 2008 at 8:42
Oh, mit Widmung – wie huebsch!
Ich denke mal, du hast das Gebiet noerdlich der Ladebuehne erkundet … da wollte ich schon immer mal hin
Stacheldraht brauch ich als Erfahrung allerdings nicht …
Klingt jedenfalls nett, dein Lauf – da geht noch was!
Mai 14, 2008 at 8:47
Ich kann dich ja so verstehen, denn ich laufe auch ganz gerne mal eine neue Runde und direkte Rückwege mag ich auch nicht.
Aber so viel Abenteuer muss dann doch nicht sein. Ist aber zum Glück gut ausgegangen.
Mai 28, 2008 at 5:37
Seit dem 12.Mai kein neuer Blogeintrag? Immer noch „Lost in Dornap Kalk“? Müssen wir ne Suchaktion starten? Hundestaffel? Hubschrauber?
Mai 28, 2008 at 5:48
Genau!
Guck mal in ihre Tagebuch-Eintraege im kmspiel … „Lost in Neandertal“, „Lost in Wieheisstdashiereigentlich“ usw. …
Mai 28, 2008 at 7:54
Huhu, hallo, Ihr seid ja so gemein!

Also, der neueste Eintrag müsste heißen: „Lost im Garten“ oder „Lost in Efeu“.
Nur so viel: Dieser Garten ist auf Schutt gebaut, das Gartenhaus ist bestimmt großräumig unterkellert *grusel* und jetzt ist der Umzug vorbei und outdoor geht’s richtig los!
Aber dafür weiß ich jetzt, warum ich mich ständig verlaufen habe: Ich dachte, die Kaiserstraße geht in die Bahnstraße über! Wer das denkt, KANN sich nicht orientieren!!! Aber jetzt habe ich mir die brandneue tolle Freizeitkarte „Wuppertal erholsam“ gegönnt, und nun werde ich mich NIE mehr verlaufen. Ich habe voll den Plan, ey!
Gruß aus der Garten-Grube von
Manu
Mai 28, 2008 at 8:04
@Olzo: Na deswegen frag ich ja… diese ganzen Vermisstenmeldungen haben mich ein wenig besorgt gemacht.
@Kylie: GPS existiert und ist voll cool, ey. Fast wie ne Supernova
Mai 28, 2008 at 8:35
zu „GPS existiert“: pah, wer braucht den sowas! GPS ist doch nur was fuer Broechten-ueber-der-Spuele-Aufschneider!
Nie mehr verlaufen? Wo bleibt denn da das Abenteuer?
Mai 29, 2008 at 9:15
Auch schön: neuester Suchbegriff „was wiegt stacheldraht?“
Und ich gestehe: Brötchen-über-der-Spüle-Aufschneiderin bin ich trotzdem. Olzo, Du bist doch hoffentlich nicht Brötchenkrümel-mit-Tischstaubsauger-Aufsaugender?
Juni 6, 2008 at 11:28
Das höre ich nicht zum erstenmal von Wuppertaler Häusern, auf Schutt oder Fels, der Garten ist oft erstmal nicht zu nutzen.
Verlauf dich nicht, die mails kamen beide über Laufen Aktuell, ich habe deine mailadresse nicht mehr.
mandy
Juni 11, 2008 at 8:47
Mandy, Du hast Post über LA, und ich schreib’ Dir heute noch was – sorry, dass ich mich noch nicht gemeldet hatte, ich hab’ gar nicht mehr in meinem Blog nachgeschaut!
– ich ärgere mich so, dass ich keine Vorher-Nachher Fotos gemacht hab’.
Mit Garten erstmal nicht nutzen, da sagst (schreibst) Du was
Wobei, Nachher Fotos, die haben ja Zeit, weil alles noch Baustelle ist. Jedenfalls ist das Beet für die Kletterrose schon fertig, es muss nur noch eine Art Pergola dahin, ist schon gekauft, muss noch befestigt werden.
Gruß von
Manu
Juni 19, 2008 at 11:55
Somehow i missed the point. Probably lost in translation
Anyway … nice blog to visit.
cheers, Separable!!