Eher mühsam nährt sich das Blog, und das, weil ich mit dem Jammern mal erst warten wollte, bis ich wüsste, worüber genau es zu jammern gilt.
Leider tappe ich noch immer im Dustern, zumal der übliche Verdächtige namens „Ferritin“ diesmal nicht den Schuldigen gibt. Eisenspeicher seien so voll wie nie, ich könne jetzt mal aufhören mit der Eisenfresserei, teilte mir der Doc am Telefon mit. Ob die weiteren Standardpröbchen diverser Ausscheidungen, die im Labor untersucht werden, irgendwas verraten, erfahre ich wegen des Docs Urlaub erst Anfang August, wenn ich sowieso noch Termine für (Belastungs-) EKG und Ultraschall habe.
Fakt ist, dass alle Symptome, wie permanente Müdigkeit und Erschöpfung, ungewohnt hohes Anstrengungsempfinden bei moderater Belastung, schwere Beine, ganz schnelle Übersäuerung, z.B. beim Treppensteigen, sich genauso anfühlen, wie der Zustand kurz vor der Anämie-Diagnose vor über drei Jahren.
Ich suche ja immer nur die Arztpraxis auf, wenn’s gar nicht mehr anders geht und war mir sicher, das Ergebnis der Blutprobe zu kennen. Und dann sowas! Ich meine, das wäre ein „Feind“ gewesen, den ich kenne, einschätzen und in den Griff bekommen kann. Die eigentlich positive Auskunft bzgl. der Blutwerte hat mich jetzt total verunsichert. Warum fühle ich mich dann so bleischwer, wie in Zeitlupe?
Es gibt wohl die Möglichkeit eines falsch-positiven Befundes, und zwar dann, wenn eine heftige Entzündung im Körper rumort. Weil dann alles frei verfügbare Eisen in die Speicher abgeschoben wird…und ich hatte ja diese Zahngeschichte, mit dem Verdacht auf abgestorbenen Nerv, dann war er aber wohl doch nicht tot…also normale Füllung, danach drei Wochen lang Probleme mit heiß/kalt – nun aber Ruhe…tja, vielleicht löst sich da gerade alles auf und wandert munter im ganzen Körper rum. Wäre schon schöner, es läge „nur“ am Eisen. Keine Ahnung, ob so eine Entzündung im Urin oder sonstwo nachweisbar ist? Eigentlich doch auch im Blut, durch eine erhöhte Blutsenkung – aber das hätte dem Doc doch auffallen müssen und er hätte mich sicherlich drauf hingewiesen?
Ich hasse allein die Vorstellung auf die Odyssee durch Zahnarzt-und Arztpraxen. Überhaupt keinen Bock darauf, echt nicht. Ich will den Kopf in den Sand stecken und nix Negatives hören oder sehen. Andererseits machen sämtliche Aktivitäten ja nur begrenzt Spaß, wenn man das Gefühl hat, dringend 24 Stunden schlafen zu müssen. Und wenn dann nach dem Ausschlafen alles ist wie zuvor, man sich also schon wieder hinhauen könnte. Und wenn man beim Laufen keinen Atem mehr hat, wie ein Anfänger…
So, nun hab’ ich’s doch getan und gejammert, was das Zeug hält. Es musste einfach sein.
Juli 17, 2008 at 11:53
Oooch Manu, das tut mir leid zu lesen!!
Recht hast du, dass du jammerst, dafür sind wir doch schliesslich auch da!
Ich kann dich sooo verstehen. Bei mir läuft es ja auch seit Monaten nicht wirklich, wenn auch aus ganz anderen Gründen, aber wenn ich auf eines absolut keinen Bock habe, sind es irgendwelche Arzt-Odysseen, die mir sowieso meist nicht weiterhelfen. Das NERVT einfach nur.
Hach, ich hab leider keinen Rat für dich, aber ich versteh dich und drück dich mal aus der Ferne – alles wird gut!
Juli 17, 2008 at 12:21
Und was ich auch noch sagen wollte: das neue Foto von dir da oben ist sooo schön!
Juli 17, 2008 at 12:21
Hi Manu,
der Herr Pfeiffer ist es aber nicht, oder? Liest sich echt übel und ich wünsche Dir baldige Genesung von was auch immer.
Lass den Kopf nicht hängen!
LG
Uli
Juli 17, 2008 at 2:50
Hi Manu,
meiner Meinung nach beschreibst du sehr typische Symptome. Und zwar für ein ausgewachsenes Burnout-Syndrom
Ich drücke dir alle Daumen, dass du bald Hilfe und Besserung findest!
Juli 17, 2008 at 3:24
Hi Manu,
uff – das ist echt blöd. Ich mutmaße mal nix und drücke die Daumen, dass Du bald den Übeltäter findest. Nix ist blöder, als im Tunkeln zu tappen und den Fein nicht bekämpfen zu können.
Anja
PS: Uli, den Pfeiffer hatte ich im übrigen auch mal – wohl als Kind und unbemerkt. Und die Beschwerden, die Manu schilderte, als Erwachsene, weil das immer wieder aufkeimt. Das ist ein echt blödes Ding.
Juli 17, 2008 at 3:54
Hoi Manu…
Sowas in der Art hatte ich letztes Jahr auch, und das mit dem Eisen bei mir weißte ja noch.
Da bin ich auch zum Arzt gegangen und war am jammern wegen schlapp, müde, kaputt, kann keinen 5er Schnitt mehr halten, jammer jammer, usw. Blut wurde dann auch analysiert, war aber alles in Ordnung.
Dann fragte mich der Arzt, wie es denn so aussehen würde, ob ich Stress hätte. Ach nö… meinte ich, bin bloß gerade umgezogen, habn Kind, wenig Schlaf, neuer Job aber sonst… da hat er mich ganz komisch angekuckt und meinte „sowas hat man manchmal und dann macht man sich auch noch Stress durch laufen…“
Ich hab dann ein paar Wochen mit Laufen komplett ausgesetzt, eine Zeitlang bin ich viel Fahrrad gefahren, war eher ne unbewusste Sache, da hab ich nicht drüber nachgedacht.
Dann, als ich das Gefühl hatte ohne Laufen jemandem an die Gurgel gehen zu müssen, bin ich wieder angefangen…
Also ist nur eine Vermutung… Kind haste auch, umgezogen auch, neuer Job? Sonstigen Stress? Einfach mal die Sonne genießen?
Wird schon!
Ciao Oli
Juli 17, 2008 at 4:06
Wenn’s nicht schon im Blut getestet wäre (wovon ich mal ausgehe): Schilddrüse?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Teil den ganzen Körper durcheinander würfeln kann… und ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich „wie ein Anfänger“ hinter den U-Bahnen herrannte.
Auf jeden Fall schon einmal gute Besserung!
Und Oli hat Recht: Wird schon!
Schöne Grüße
Lars
Juli 17, 2008 at 5:12
Jammern ist gut ! Es befreit die Seele von dem Ballast den man mit sich rumträgt, genau wie Tränen nur halt Tränen des Wortes.
Dies Müdigkeit- ich bin ganz durcheinander denn auch Pia und ich dämmern die letzten Tage so vor uns hin, sind ständig müde. Allerdings zieht sich das bis jetzt nicht über Wochen. Bei Dir allerdings ist es ja schon länger und ich kann nur hoffen, dass du den für dich richtigen Arzt findest, der dir dann hoffentlich schnell helfen wird!
Und das Bild oben..es verkörpert für mich das Gefühl absoluter Lebensfreude! Klasse!
Juli 17, 2008 at 5:55
Hallo Manu,
Kopf hoch! Die ständigen Tiefdruckgebiete in den letzten Wochen machen auch sehr müde.
Habe Deinen Körper und Deine Seele lieb und sag es Ihnen, dann geht es wieder aufwärts.
Ärzte helfen eh nicht. Versuche es mit alternativen Methoden: Gespräche über die täglichen Sorgen, Wellness für den Körper, damit habe ich meine gesundheitlichen Probleme der vergangenen Jahre überwunden.
Vielleicht ist es einen Versuch wert, Schau mal hier: http://www.enlima.de
Gute Besserung
chopper
Juli 17, 2008 at 6:21
Och Mönsch, Ihr seid alle Hühnersuppe für die Seele oder so ähnlich! Danke Euch, jetzt bin ich froh, dass ich mich getraut habe zu jammern.
Und es gibt da natürlich noch so’n paar Denkansätze von Euch, die mir, vor lauter Fixierung auf’s Eisen, nicht eingefallen sind.
Danke schonmal, ich find’ Eure Anteilnahme sehr aufbauend!
Juli 17, 2008 at 7:16
Och Manu, wenn es dir nur ein bisschen hilft, dann bin ich auch gerne Hasensuppe für die Seele!
Aber mal im Ernst, das klingt wirklich nicht gut, was du da beschreibst. Ich drücke dir die Daumen, dass du ganz schnell an die Ursache des Ganzen gelangst und sie dann beseitigen kannst. Das wird wieder, ganz bestimmt. *knuddel*
Juli 17, 2008 at 7:25
*hmmm* lecker Hasensüppchen
Ach Hase, fühl Dich zurück geknuddelt. Was ist mit dem Rad, hast du’s schon abgeholt??? Ich les’ schon immer fleißig mit bei Euch, aber ganz im Ernst, manchmal bin ich zu schlapp zum Tippen! Bzw. kann mich nicht aufraffen…das ist doch nicht normal, oder?
Dabei bin ich schon sehr gespannt auf Hasenradfahrabenteuer!
Juli 17, 2008 at 8:31
Was auch immer es ist – ich wünsche Dir, dass Du es bald wieder los bist.
Halt die Ohren steif.
Liebe Grüße
Stefan
PS: Das Bild ist wirklich schön.
Juli 17, 2008 at 8:49
Och Mönsch Manu, das ist ja echt besorgniserregend
…. wenn du zu schlapp zum Tippen bist, dann stimmt echt was nicht mit dir! 
Hast du schon mal an einen Osteopathen gedacht? Die sehen den Körper als Ganzes und eben nicht nur den Teil, auf den sie eben gerade spezialisiert sind. Ich halte da sehr viel davon.
Hasenfahrrad wird am Samstag abgeholt…. wenn es nicht regnet. Ich bin schon ganz aufgeregt! *trippelhasi*
Juli 18, 2008 at 4:26
Als ich letztes Jahr mal wegen Dauermüdigkeit beim Arzt war, da hat er auch als erstes die Schilddrüse untersucht. Da war aber nix und auch die Blutergebnisse waren in Ordnung. Er meinte dann das wäre wohl eine Stressauswirkung. Ich erwiderte dann, man wäre doch bei Stress gereizt und genervt und was weiß ich noch, man fühlt sich gestresst etc., aber der Arzt meinte dann, es gäbe vielerlei Auswirkungen von Stress und starke Müdigkeit und Dauerschlappsein, wäre eine davon.
Das war übrigens kein Jammern, manchmal „hilft“ es schon wenn man sich ein wenig Luft macht. Komm wieder auf die Füße!!!
Juli 18, 2008 at 6:40
Hase, das Fahrrad fährt auch im Regen, Mensch!
Manu, beantrage doch eine Mutter-Kind-Kur. Meine Frau hat das vor ein paar Tagen genehmigt bekommen mit der Begründung Burnout. Symptome waren zwar ein bisschen anders, aber das könnte ich mir bei Dir durchaus auch vorstellen. Beim Beantragen brauchst Du allerdings einen guten/hilfsbereiten Arzt, der den Papierkram kennt und nicht scheut (Stichwort: Beantragung des Antragsformulars).
Das Layout gefällt mir übrigens sehr gut. Nicht so saumäßig rosa wie anderswo.
Ich kannte das noch gar nicht, ist das neu bei WordPress?
Grüße
Uli
Juli 18, 2008 at 10:31
Juli 18, 2008 at 5:10
Wenn alle anderen Diagnosen ausscheiden, könnte noch eine hormonelle Erkrankung in Frage kommen oder psychische Gründe. Soweit ich gehört habe, tendieren Ärzte mitunter dazu, Patienten relativ schnell zum Psychiater zu überweisen, der dann auch angeblich relativ schnell meint, irgendwelche „harten“ Medikamente verordnen zu müssen, hört man. Wird aber sicher von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein. Echte endokrinologische Erkrankungen (z.B. auch Tumore) sind sehr selten, häufiger sind Störungen und in diesem Zusammenhang wegen zu viel Stress und Überbelastung auch Depressionen. Die werden ja mittlerweile sogar als Volkskrankheit bezeichnet.
Juli 18, 2008 at 6:45
@ Uli und Scheuch: Vielleicht habt Ihr den Nagel auf den Kopf getroffen. Hat irgendjemand in den letzten Jahren hier schon mal was von URLAUB gelesen? Also nicht so eine Wochenendtour, sondern einfach zwei, drei Wochen Dolce Vita, egal ob am Meer oder in den Bergen??? Nein, Fehlanzeige…ich habe echt seit ewigen Zeiten keinen „Erholungs“Urlaub mehr gemacht – tja, und da kommt dann wieder Lizzy ins Spiel, obwohl ich Burnout bei einer 10 Stunden Woche im Job ja erstmal absolut verworfen hatte – aber dazu zählen dann ja evtl. noch diverse andere hausfrauenjobtechnische Nebenbeschäftigungen…tja, und die Psyche, NUB, die kann ich ja nun gar nicht einschätzen, ich hoffe nur, da ist noch das meiste fit…;-)
Schilddrüse schließe ich auch mal aus, Hormone…hmm, wer weiß? werde aber den Doc diesbezüglich nochmal fragen…ja, und das mit der Mutter-Kind-Kur, Uli, das wär’s vielleicht!!! (Wobei ich ehrlich gesagt auch nichts gegen eine Wellness-Mutterkur ohne Kind hätte
Das Design gibt’s aber wohl schon länger, habe ich einfach mal ausprobiert – ich bin ja so furchtbar veränderuungsscheu, im Gegensatz zu unserem französichen Hasen
– fand’s aber mal ne nette Abwechslung!
Juli 18, 2008 at 7:15
Manu,
die meisten Leute verstehen unter Psyche so das Ganze Gefühls- und Seelenleben und wenn da etwas nicht stimmt, meinen sie peng, Plemplem oder sonstwie gestört, psychisch krank halt. Wo wir ja vorhin in meinem Blog Schwarz/Weiß hatten, auch bei der Gesundheit gibt es da gewisse Abstufungen. Also so gesagt: Wenn jemand sich *ohne Grund* meistens müde und erschöpft fühlt, dann ist das ja sicherlich eine Reaktion des Nervensystems, die dem Menschen signalisieren soll, dass dem Körper etwas nicht passt, man überanstrengt ist und sich ausruhen soll. Wenn der zu Grunde liegende Stress emotionaler Art ist, redet man eher von Psyche, sonst auch von vegetativ und somatisch etc. Tatsache bleibt aber, dass in jedem Fall das Gehirn dem Menschen eine Nachricht gibt: Stopp! So nicht, das gefällt mir nicht. Diese Reaktionen sind (genauso wie Schmerz) sinnvoll. Wenn Du Dir in den Finger schneidest und merkst es nicht, ist er irgendwann ab, wenn Du läufst und merkst nicht, dass Deine Leistungsfähigkeit ein Ende hat, läufst Du bis Du tot bist… u.s.w. Was aber, wenn die Reaktion Deines Gehirns in irgendeiner Form *unangemessen* erscheint, dann spricht man bei schlimmen Verläufen von einer Krankheit. Es reduziert sich aber immer wieder darauf, dass Deinem Gehirn irgendetwas nicht passt. Wodurch die eine oder andere Nervenstoffwechselstörung entsteht. Natürlich können auch organische Erkrankungen solche Reaktionen des Nervensystems auslösen, dazu zählt eben auch der ganze Bereich der Hormone. Das sind alles fließende Übergänge und nur wenn es ganz schlimm ist, sagt man, ein Mensch sei psychisch krank oder habe eine Nervenkrankheit, aber die Prinzipien gelten für uns alle, in schwächerer Form sind sie im Grunde normal.
Juli 18, 2008 at 7:34
Schilddrüse schließe ich auch mal aus, Hormone…hmm, wer weiß?
Übrigens geht es bei der Schilddrüse meistens um Hormone…
Juli 18, 2008 at 7:58
Danke, NUB, für die Erklärungen – so ganzheitlich hatte ich das alles tatsächlich nicht betrachtet und denke, dass man auch diese Möglichkeiten nicht von vornherein ausschließen sollte.
Ich bin nur nicht der Typ für große, allumfassende Ursachenforschung beim Arzt. Ich hätte gern eine schnelle, einfache Diagnose – deswegen war ich ja wohl auch so auf den Eisenmangel festgelegt – wäre zwar unangenehm gewesen, hätte mich aber nicht damit konfrontiert, so im Detail „in mich gehen“ zu müssen.
Aber warten wir es mal ab, vielleicht bringt ein ausführliches gepräch mit dem Arzt ja doch schon Licht ins Dunkel…
Juli 18, 2008 at 8:08
NUB, wer auch immer du sein magst: wie du die Dinge in einen Zusammenhang bringst, gefällt mir … und ich kann diesmal dabei bleiben, mir die langen Ausführungen über Hennen und Eier etc. zu verkneifen – weil du das viel besser kannst
Juli 18, 2008 at 8:08
ach ja, wichtig ist noch: Ich wollte Dich damit auch nicht verunsichern. Die anderen Kommentatoren sicher auch nicht. Einige Menschen reagieren auf so „Vorträge“ über Krankheiten leicht hypochondrisch, das heißt, sie meinen dann sie wären richtig krank. Ärzte nehmen deswegen manchen Patienten nicht so richtig ernst, manchmal wohl zu Unrecht.
Ich wollte ja eher darauf hinaus, dass vieles, das uns krank machen kann, im Grunde gesunde Reaktionen unseres Körpers sind, der halt ärgerlicherweise so funktioniert, uns nicht immer mit Wohlbefinden zu belohnen.
Juli 18, 2008 at 8:12
Lizzy, aber ich würde wirklich gerne mal Deine Lösung des Henne-Ei-Problems lesen.
Juli 19, 2008 at 11:27
Lösung? ICH? Jetzt übertreib’ mal nicht
Höchstens hier und da ein paar Gedankenansätze, Ideen und eine grobe Marschrichtung für mich selber. Das krieg’ ich ab und zu hin. Immer, ohne wirklich zu wissen, ob ich halbwegs auf dem einigermaßen passendsten Pfad wandele.
Aber um mal bei deinem obigen Satz anzusetzen:
dass vieles, das uns krank machen kann, im Grunde gesunde Reaktionen unseres Körpers sind
Das ist z. B. die Basis meiner Selbstbetrachtung. Jedenfalls, solange es nicht um wirklich boshafte Viren und tödliche Krankheiten geht.
Wenn ich lese, dass Manu z. B. eine klare Diagnose wie „Eisenmangel“ wünschen würde, dann regt sich sofort mein Prediger-Ich. Weil ich die Diagnose überhautpt nich „einfach“ finde. Klar kann man Eisenpillen einpfeifen. Interessant zu wissen wäre aber: wo kommt er her, der Mangel. Mit was steht er in Zusammenhang? Gegen was will der Körper damit angehen?
Wie gesagt: DIE Antwort und Lösung für alle habe ich auch nicht. Fahre aber mit der mir eigenen Methode recht gut. Momentan bin ich übrigens auch überdurchschnittlich schlapp und häufig müde. Das kenne ich von mir aber schon – nach größeren Belastungen (und trotz Langsamkeit war mein Elsass-Hitzemarathon und das Training davor durchaus belastend) kommt einige Wochen später (komischerweise NIE sofort – immer so im 2-4 Wochen-Abstand) eine Schlappphase. Müdigkeit, oft Darmprobleme, Dauer-Halskratzen bzw. immer mal wieder. Einmal war ich damit beim Arzt: Schilddrüsenwerte trubeln dann, Entzündungswerte sind vorhanden … Ferritin wurde da nicht untersucht.
Wenn ich dann noch zwei Jugendliche, ein Kleinkind, drei Katzen und einen Wochentag Arbeit aushäusig zu stemmen hätte. Nach Umzug und anderen Trubelitäten .. Ich bräuchte vermutlich Monate, um halbwegs wieder auf die Beine zu kommen und aus dem schwarzen Loch zu krabbeln (dass ich aus früheren Zeiten durchaus viel zu gut kenne).
Was mache ich also dagegen? Ich laufe nur, wenn ich wirklich! so richtig Lust dazu habe. Mache am Wochenende auch mal ein Mittagsschläfchen, lese viel, reduziere auch andere Unternehmungen bis auf das Pflegen sozialer Kontakte. Sprich: ich bin sogar froh, dass momentan meist berguntaugliches Wetter ist – dann habe ich weniger das Gefühl, dort was zu verpassen.
Jetzt denke ich, dass schon diese Lustlosigkeiten und körperlichen Dissonanzen mir einfach hauptsächlich deutlich sagen: „Es war genug! Mehr kannste momentan nicht. Pause!“ Wobei es zu gar keiner echten Dissonanz kommt, solange ich mich nicht getrieben fühle oder von irgendwas gezwungen werde, dagegen anzugehen.
Zum Glück kann ich mir es in meinem derzeitigen Leben leisten, häufig runterzuregeln, in anderen Bereichen Ausgleich zu finden als nur im „harten“ Sport, zu schlafen, den lieben Gott nen guten Mann sein zu lassen eben …
Natürlich könnte ich meinen Körper teilüberlisten: hier und da irgendwelche Stoffe von außen zuführen. Aber was macht denn ein Eisenmangel? Er macht, dass ich ruhiger werde. Vielleicht ist das genau das, was mir mein Körper sagen will. Und nicht: „Gib’ mir Pillen!“ Natürlich gibt’s auch hier kein schwarz-weiß. Wenn das Übel schon so groß ist, dass es auf „natürlichem“ Weg kaum noch geht, dann ist ein bisschen Nachhilfe sicher okay. Aber die Reaktionen des Körpers insbesondere im Immunologiebereich sind so komplex – ich glaube nicht, dass irgendein Wissenschaftler das bisher wirklich auch nur in Teilbereichen ganz durchschaut hat – dass man ohnehin meist nur ein Symptom ein bisschen modifizieren kann und nie das Gesamtgeschehen.
Äh – meine Romane tendieren zu ausufernder Länge … aber so isses nunmal auch, wenn man hauptsächlich im häuslichen Bereich rumgammelt
Manu: ich weiß nicht, wie es zu bewerkstelligen ist, ohne dass es im Hinterkopf wieder Stress verursacht. Aber die Idee, mal einfach alleine wegzukommen und auszuspannen, ist sicher eine verdammt gute. Ist denn der Kleine so gut und sicher unterzubringen, dass der Gedanke an ihn nicht wieder in Sorge ausartet?
Juli 19, 2008 at 12:16
Lizzy
Dazu kann ich noch ergänzen, dass ja unsere moderne Lebensweise noch sehr aus der Industriegesellschaft geprägt ist. Es gibt z.B. in skandinavischen Bestrebungen, die Arbeitszeiten flexibler zu machen, weil es Menschen gibt, die früh morgens nicht so leistungsfähig sind. Aber wenn Du es Dir generell ansiehst, ist es nicht mal nur das. Die überwiegende Zeit des Tages orientieren wir uns nicht an unseren Bedürfnissen bzw. denen unseres Körpers, wir unterwerfen uns dem Zeitdiktat anderer und ihren Erfordernissen. Arbeitskollegen, Kunden, Chef, Famile, Freunde. Wir haben Termine, wir haben Zeiten, in denen man einkaufen kann. Und wenn es gut läuft, haben wir ein kleines Zeitfenster zur Entspannung, ganz für uns. Und wundern uns dann manchmal, dass wir in dieser Zeit gar nicht so gut entspannen können. Oder dass unser Körper Erschöpfungsanzeichen zeigt, die wir z.B. mehr oder weniger mit Kaffee ausbügeln wollen. Die Grundausrichtung ist jedenfalls meist noch: Leistungsfähig heißt, sich über seine natürlichen Bedürfnisse nach Ruhe und Entspannung hinwegzusetzen und den Körper zu zwingen, nach der Uhr zu leben. Die Krönung ist dann noch, wenn Leute Schlaftabletten benötigen, weil sie sonst nicht mehr gut einschlafen. Dahinter stecken durchweg biochemische Vorgänge. Wenn wir aber unseren Körper den ganzen Tag zu Dingen zwingen, die er nicht möchte, geht das mit der Zeit nicht gut und wir können dann auch nicht erwarten, dass er zur Entspannungszeit parat steht und entspannen will. Dann ist er z.B. so mit Stresshormonen geladen, dass ihm gar nicht nach Ruhe ist. Mit irgendwelchen Pillen soll das also wieder gerade gezogen werden. Das Nonplusultra sind dann aber noch die Esoteriker, die irgendwelche Wundermittelchen kennen oder die so Dinge wie Elektrosmog, Handystrahlen und Lebensmittelzusätze für alles verantwortlich machen. Unser Körper ist normalerweise sehr widerstandsfähig. Meiner Meinung nach ist in den meisten Fällen das, was er nicht ab kann, wir selber und was wir mit ihm machen.
Juli 19, 2008 at 12:17
Hinter „skandinavischen“ fehlt Länder
Juli 19, 2008 at 1:02
Ahhhh – zugegeben: jetzt fängst du an, mir ein bisschen wehzutun ;o)
Stichworte: was sind „unsere Erfordernisse“? eigentlich und was ist „natürlich“? Ich halte Zeitdiktate, Chefs, Familie, Freunde und auch mühsamen Nahrungserwerb tatsächlich erstmal für „natürlich“ …
Und was der „Körper nicht ab kann“ kommt schon auch von außen. Da gibt’s reichlich, das ihm zu schaffen macht oder machen kann, ohne dass wir unterbewusst selber dran drehen oder sowas. So isses nunmal – kein Lebewesen ist für alle Umgebungen perfektioniert. Wobei der Mensch da schon reichlich flexibel ist – vermutlich einer der Erfolgsfaktoren.
Aber das geht absolut über Manus Threadthema hinaus und ein Buch wollt’ ich heut’ ja gar nicht mehr schreiben
Habe eben mal auf deiner Seite rumgekrempelt und stelle fest: ich weiß immer noch nicht, wer du bist. Macht aber auch nix *s*
Juli 19, 2008 at 4:59
Na hier ist ja was los …
Ist natuerlich immer schwer, aus der Entfernung Ratschlaege zu erteilen, aber als Anregung kann ich ja mal anbringen, was mir manches mal (nicht immer, ist halt immer individuell) in aehnlichen Situationen hilft:
1 Woche lang verordne ich mir einen Plan
- mind. 3l Wasser trinken
- mind. 1h an der frischen Luft
- wenn laufen, dann nur ohne Uhr!
- mind. 5x Obst am Tag (od. Rohkost)
- mind. 30min die Nase in die Sonne halten
Klingt alles etwas altbacken und abgedroschen, und auch nicht so „kraeftig“ wie richtiger Urlaub oder andere einschneidende Massnahmen – aber wenn man das wirklich Tag fuer Tag versucht unterzubringen, hat man schon sehr viel fuer sich getan und Zeit fuer sich freigeschaufelt. Nach 2-3 Tagen finde ich das manchmal noch stressig in den Alltag zu integrieren, und ein bisschen nervig, das einzuhalten; aber nach der Woche fuehle ich mich koerperlich haeufig sehr viel besser und erholt.
Ist kein Wundermittel, aber bevor man einen Aerztemarathon startet, haeufig noch ein probates, praktikables Alternativprogramm, dass einen nicht wirklich viel abverlangt, ausser ein bisschen Disziplin.
Nur eine Anregung…
Juli 19, 2008 at 7:35
Olzo – das Programm finde ich gut. Aber ich finde, da fehlt (ganz altbacken) auf jeden Fall noch der Punkt:
Stunden erholsamer Schlaf
– täglich mindestens 7 (besser
Juli 19, 2008 at 7:36
8 – das war eine ACHT – kein Sonnenbrillensmilie *pfff*
Juli 19, 2008 at 7:46
Leuts, hier ist aber echt was los!
Darauf jetzt mal meine 8 Stunden Schlaf und morgen ziehe ich mir Eure (besonders Lizzys und NUBs) Romane dann en detail rein – das ist heute nach Arbeit und McFit nicht mehr drin!
Olzos keine Erste Hilge Maßnahme finde ich schon mal klasse und stelle fest, dass nichts davon heute z.B. zutraf, so zufällig von allein. Da muss ich mich ja nicht wundern… Aber vielleicht packe ich noch die 8 Stunden!
Juli 22, 2008 at 1:50
Hallo Manu, wenn ich „und nix Negatives hören oder sehen“ lese, will ich auch nur Positives schreiben: nimm das Telefon, ruft einen Heilpraktiker an (kennst Du keinen, nimm erst einmal Frau Schellhoff aus Wpt.-Cronenberg für den Anfang) und lasse Dich aufbauen.
Juli 22, 2008 at 1:52
Hallo Manu, wenn ich „und nix Negatives hören oder sehen“ lese, will ich auch nur Positives schreiben: nimm das Telefon, ruft einen Heilpraktiker an (kennst Du keinen, nimm erst einmal Frau Schellhoff aus Wpt.-Cronenberg für den Anfang) und lasse Dich aufbauen. Gute Besserung