Eher mühsam nährt sich das Blog, und das, weil ich mit dem Jammern mal erst warten wollte, bis ich wüsste, worüber genau es zu jammern gilt.

Leider tappe ich noch immer im Dustern, zumal der übliche Verdächtige namens „Ferritin“ diesmal nicht den Schuldigen gibt. Eisenspeicher seien so voll wie nie, ich könne jetzt mal aufhören mit der Eisenfresserei, teilte mir der Doc am Telefon mit. Ob die weiteren Standardpröbchen diverser Ausscheidungen, die im Labor untersucht werden, irgendwas verraten, erfahre ich wegen des Docs Urlaub erst Anfang August, wenn ich sowieso noch Termine für (Belastungs-) EKG und Ultraschall habe.

Fakt ist, dass alle Symptome, wie permanente Müdigkeit und Erschöpfung, ungewohnt hohes Anstrengungsempfinden bei moderater Belastung, schwere Beine, ganz schnelle Übersäuerung, z.B. beim Treppensteigen, sich genauso anfühlen, wie der Zustand kurz vor der Anämie-Diagnose vor über drei Jahren.

Ich suche ja immer nur die Arztpraxis auf, wenn’s gar nicht mehr anders geht und war mir sicher, das Ergebnis der Blutprobe zu kennen. Und dann sowas! Ich meine, das wäre ein „Feind“ gewesen, den ich kenne, einschätzen und in den Griff bekommen kann.  Die eigentlich positive Auskunft bzgl. der Blutwerte hat mich jetzt total verunsichert. Warum fühle ich mich dann so bleischwer, wie in Zeitlupe?

Es gibt wohl die Möglichkeit eines falsch-positiven Befundes, und zwar dann, wenn eine heftige Entzündung im Körper rumort. Weil dann alles frei verfügbare Eisen in die Speicher abgeschoben wird…und ich hatte ja diese Zahngeschichte, mit dem Verdacht auf abgestorbenen Nerv, dann war er aber wohl doch nicht tot…also normale Füllung, danach drei Wochen lang Probleme mit heiß/kalt – nun aber Ruhe…tja, vielleicht löst sich da gerade alles auf und wandert munter im ganzen Körper rum. Wäre schon schöner, es läge „nur“ am Eisen. Keine Ahnung, ob so eine Entzündung im Urin oder sonstwo nachweisbar ist? Eigentlich doch auch im Blut, durch eine erhöhte Blutsenkung – aber das hätte dem Doc doch auffallen müssen und er hätte mich sicherlich drauf hingewiesen?

Ich hasse allein die Vorstellung auf die Odyssee durch Zahnarzt-und Arztpraxen. Überhaupt keinen Bock darauf, echt nicht. Ich will den Kopf in den Sand stecken und nix Negatives hören oder sehen. Andererseits machen sämtliche Aktivitäten ja nur begrenzt Spaß, wenn man das Gefühl hat, dringend 24 Stunden schlafen zu müssen. Und wenn dann nach dem Ausschlafen alles ist wie zuvor, man sich also schon wieder hinhauen könnte. Und wenn man beim Laufen keinen Atem mehr hat, wie ein Anfänger…

So, nun hab’ ich’s doch getan und gejammert, was das Zeug hält. Es musste einfach sein.