Irgendjemand muss bei Laufveranstaltungen ja die Zeit messen, und als es um’s Verteilen aller möglichen Zuständigkeiten rund um die Organisation ging, schrieb ich unserem werten Herrn Vorstand, ich sei bereit, alles mögliche zu machen, nur bitte nicht die Zeitnahme.

Prompt war ich genau dafür nominiert. :-)

Zum Glück konnte ich Stefan davon überzeugen, dass er gut daran täte, mich bei dem Job mit Laptop, Drucker und vollem Einsatz zu unterstützen. Meine Aufgabe bestand nach dieser Delegation nur noch darin, zusammen mit Ralfs Schwester die Masteruhr im Auge zu behalten und den Zieleinlauf der Schlussläufer zu stoppen.

Aber zunächst musste ich ja selber laufen. Um kurz nach neun Uhr fuhren wir los und trafen recht pünktlich am Wechselpunkt ein. Bei zwei Startzeiten (7:00 Uhr für die voraussichtlich langsameren und 8:00 Uhr für die schnelleren Mannschaften)  waren die meisten Teams ja mit einer Stunde Vorsprung gestartet, so dass es in der Gerstau sehr übersichtlich zuging. Außer mir ( LG Team Idefix ) warteten noch drei andere Läufer der LG ( Team Asterix , Obelix und Methusalix ) sowie das Team RockStore und die Oldies but Goldies auf ihre Einsätze.

Speedy, Hulk & Kylie

Speedy, Hulk & Kylie

(Foto von Dirk geklaut, danke) ;-)

Der Wechsel innerhalb unseres schnellsten Teams war einfach spektakulär, wuschwusch, man sah eigentlich nur eine Staubwolke! Team RockStore wechselte kurze Zeit später, und als nächste war tatsächlich ich schon dran! Die Stabübergabe muss ich noch mal etwas üben, da gibt’s derbe Abzüge in der B-Note – statt schon in Laufrichtung zu stehen, drehte ich mich in Richtung unserer Läuferin – am besten zu beschreiben mit den Worten „halb schob sie sie, halb sank sie hin“

Egal, der Start wirkte danach doch ganz dynamisch, zumindestens auf den Fotos.

 Ich beeilte mich tierisch, wusste ich doch den Speedy alias Jürgen und den Hulk alias Sebastian in meinem Nacken. Irgendwann würden sie mich überholen, bis dahin musste ich soviel Land gewinnen wie möglich.

Knapp zwei Kilometer später erwischte mich der Hulk am ersten Berg. Ich auf Sparflamme, er mit gezündetem Turbo – aber darauf war ich vorbereitet.

Einen Kilometer später, am schlimmsten Berg, erspähte ich Jürgen hinter mir – überholt hat er mich aber erst nach dem Berg . So hatte ich ihn wenigstens auf der anschließenden Geraden noch ein paar hundert Meter lang im Blick und fühlte mich ein bisschen gezogen – aber er war dann doch schnell außer Sichtweite.

So,  ein anderes Mixed-Team hatte hinter mir noch jemanden auf der Strecke, – also bloß weiter alles geben, nicht nachlassen! Ich kämpfte um jede Sekunde, schon dräute die nächste Bergwertung, und wen sah ich da? Den Hulk! Das durfte doch nicht wahr sein, er hatte mir doch in den Hintern treten sollen, jetzt blieb dieser Job auch noch an mir hängen;-)

Den Hulk im Schlepptau ging’s also weiter, kurze Erholung auf dem Asphalt am Häuschen, danach weiterer Asphalt, aber mit leichter, zäher Steigung. Da das Ziel aber nahe war, ignorierte ich den beinahe berstenden Schädel, mit dem ich gute Chancen bei der Misswahl zur „Roten Omme“ gehabt hätte, wenn’s diese Wahl noch gäbe und rannte dem Hulk auf den letzten Metern weiter davon.  (Zu seiner Ehrenrettung sei aber erwähnt, dass er trotzdem mit einer 33er Zeit einiges schneller war als ich, denn er ist ja erst ca 2 min nach mir gestartet).

Unglaubliche 34:58 min las ich auf der Uhr ab, damit war ich exakt 2 sec unter Plan gelaufen – ich habe das nicht für möglich gehalten. Hört sich für 6,5 km gar nicht besonders schnell an, aber das Streckenprofil ist echt heftig. Ich schwebte jedenfalls im siebten Läuferinnenhimmel.

Kotzgrenze erreicht

Kotzgrenze erreicht

Im Hintergrund der Hulk ;-)

Im Hintergrund der Hulk ;-)

Stefan hatte unterdessen schon die Masteruhr in Empfang genommen, die seit dem ersten Start um 7:00 unaufhaltsam die ablaufenden  Stunden, Minuten und Sekunden zählte. Die mussten wir nun wie unseren Augapfel hüten!

Mir ging’s nach einer kleinen Pause schon wieder so gut, dass ich noch ein paar Kilometer nach Hause traben wollte. War das schön, auf der Sambatrasse locker auszurollen! Ich entschied mich noch für  einen Abstecher auf die Strecke 5, machte ein weiteres Päuschen am Verpflegungspunkt Rutenbeck, sah  den Läufer unseres führenden Asterix-Teams mit einem Affenzahn vorübersausen und joggte anschließend endgültig nach Hause.

Mit der Duschung musste ich mich schon etwas beeilen, denn schließlich lief unaufhaltsam die Zeit und der Supergau wäre ja, wenn die Zeitnahme nach dem ersten Schlussläufer das Ziel erreichte! Also lieber zu früh als zu spät in Beyenburg sein…

So konnten wir in aller Ruhe und mit superfreundlicher Unterstützung des Ruderclubs Tische und Stühle aufbauen, die EDV verkabeln und Ralfs Schwester, die kurzfristig durch den Bruder ersetzt worden war, treffen. Stefan malte unter das Zielbanner mithilfe eines Steins noch eine total professionelle Ziellinie,

-)

Dolle Ziellinie :-)

 ich überließ dem Bruder die Wahl zwischen Funk- und Masteruhr. Er entschied sich für die Uhrzeit, also musste ich die Laufzeit stoppen. Doppelte Buchführung sozusagen, aber das erschien mir am sichersten und erwies sich auch als gut. Stefan übernahm beides dann ins Notebook, wo zur Erstellung von Rangfolge und Ergebnisliste gleich die unterschiedlichen Startzeiten berücksichtigt wurden.

-)

Profis *hüstel* :-)

 (auch von Dirk geklaut, das Foto)

Bei 27 Teams und einem Einzelstarter, der jeden der rund 104 Kilometer selbst gelaufen war, geriet die Zeitnahme ein wenig zur Geduldsprobe – die Teams kamen zwischen 15:15 Uhr und 18:10 Uhr ins Ziel, wobei der Einzelstarter mit seiner Gesamtlaufzeit von 10 Stunden und 4 Minuten noch drei Teams hinter sich gelassen hat! Eine Wahnsinns-Leistung, die bei der Siegerehrung auch ausgiebig gewürdigt wurde. Einen Sonderpokal hat sich überdies Götzi mit seinen tollen Trampelpfaden verdient!

Besonders zu loben überdies der Einsatz dieses jungen Mannes, der beauftragt war, Staffelstäbe einzusammeln:-)

(Und bist Du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt) ;-)
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1. Frauen: Team LT Stolperhexen Schwelm  9:18:40 h

1. Männer: Team Asterix LG Wuppertal  7:21:26 h

1. Mixed: Team Idefix LG Wuppertal 8:16:50 h

Die beiden Teams vom „Geburtshaus Wuppertal“, um die wir uns zuletzt ein wenig gesorgt hatten -  bei Rund-um-Wuppertal soll der Überlieferung nach schon manches Team verschollen geblieben sein – erreichten auch noch freudestrahlend das Ziel – also, alles gutgegangen, super Veranstaltung, auf ein Neues in 2009!

Ergebnisliste

Fotos und mehr: