Bitte, es muss sich niemand genötigt fühlen, diesen Eintrag zu lesen oder gar zu kommentieren. Ich kann nur zu gut verstehen, wenn man hier nach den ersten Sätzen lieber wegklickt.

Ich schreibe eher, damit ich das selbst alles später mal nachvollziehen kann – diese Stunden der massiven Folter auf dem Zahnarztstuhl. Seit ich im September den Ausklang des Laufjahrs und den Beginn einer umfangreichen Zahnsanierung angekündigt habe, sind einige Sitzungen erfolgt und ich weiß gar nicht, was nun am unangenehmsten war: das Extrahieren des unglaublich fest verwurzelten Weisheitszahns, das Einbringen des ersten Implantats oder das Entfernen zweier alter Kronen nebst Ausbohren der Karies unter den Kronen, Erneuerung zweier Wurzelfüllungen und Wiederaufbau der Zähne – letzeres ungelogen satte 2,5 Stunden ununterbrochenes Ausharren auf dem Stuhl . Der Doktor war danach aber auch ganz schön am Ende und verschob die Abdrücke zwecks Anpassung der neuen Kronen auf  einen neuen Termin.

Allmählich verstehe ich, dass so eine Sache etliches kostet – ist halt alles ausgesprochen zeitaufwändig und schon absolute Präzisionsarbeit.

Nun muss ich mich weiterhin in Geduld üben – Ende November sind die letzten 2 Implantate sowie die Erneuerung einer Brücke fällig – dann ist das Schlimmste wohl überstanden und es folgen die Feinheiten wie das Freilegen der Gewinde und das Anpassen der Kronen für die Implantate.

Nach dieser ganzen Aktion ist perfekte Zahnhygiene das oberste Gebot. Nicht, dass ich in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten schlampig gewesen wäre  – es sind die Kindheits- und Jugendsünden, die sich rächen. Schuld an der ganzen Misere trägt eindeutig der Zahnklempner, der mir im pubertären Alter einen Backenzahn ohne Betäubung gezogen hat, nachdem er dem Backenzahn auf der anderen Seite eine riesengroße Füllung bis dicht an den Nerv – selbstverständlich auch ohne Betäubung – verpasst hatte.

Ich war mehr tot als lebendig aus der Praxis gewankt und hatte es viele Jahre vermieden, wieder eine aufzusuchen. Der frühe Verlust der Backenzähne hat dann eine Kettenreaktion ausgelöst – Kronen, Brücken, die auch noch schlecht gemacht – ein einziges Desaster.

Aber bald, bald  ist es vollbracht! Ich bin so froh, wenn all diese Sitzungen  endlich hinter mir liegen und ich in meinem Termikalender nicht mehr nur den Zahnarzt berücksichtigen muss.