Frohes neues Laufjahr!

Laufjahr_20152015 ist abgelaufen. Und plötzlich ist 2016 …
Eigentlich hatte ich vor, das alte Laufjahr noch würdig im Blog zu verabschieden. Heute hole ich das nach, kleines Resümee und Ausblick. Zu resümieren gibt es allerdings nicht mehr viel, denn das wenige, was über die ersten drei Viertel des vergangenen Jahrs aus läuferischer Sicht erwähnenswert war, habe ich Ende September bereits gesagt. Der Jahreslauf 2015 war geprägt von 9-monatigem Dümpeln auf niedrigstem Niveau. Dann habe ich beschlossen, das Ruder kurz vor dem Abdriften zum läuferischen Nullpunkt noch einmal herumzureißen – und das ist auch gelungen. Den läppischen 177 Kilometern des ersten Halbjahrs 2015 stehen 481 km im 2. Halbjahr gegenüber. Wobei sich das 2. Halbjahr aus 92 km in den Monaten Juli, August und September und 389 km im Endspurt der letzten drei Monate zusammensetzt. Zwar bewege ich mich damit jahreskilometermäßig immer noch in den niedrigen Gefilden, aber der Abwärtstrend ist gestoppt.

Die ersehnte Zahl auf der Waage (59) sehe ich ich immer noch nicht, gewichtstechnisch geht es wirklich in Zeitlupe bergab Richtung 60. Das passt aber zum Tempo, das geht genauso langsam bergauf. Trotzdem bin ich sicher: Ich werde 2016 schneller, und ich werde auch leichter – oder andersrum, das eine begünstigt ja praktischerweise das andere.

Gelange ich 2016 wieder in die Temporegionen von 10 km in einer Stunde? Darüber würde ich mich freuen, dann käme vielleicht auch doch noch mal die Teilnahme an einem Volkslauf in Betracht. Aber bis dahin wollen wir die Wupper mal im Tal lassen. Euch allen wünsche ich viel Puste und Spaß  auf euren Strecken. Vielleicht laufen wir uns mal wieder über den Weg 2016.🙂

 

Gut erholt

KilometerspielgrafikZwei Wochen Blogpause, denn eine Regenerationswoche mit anschließender Aufbauwoche geben nun mal wirklich wenig Berichtenswertes her. Allerdings war es schon krass, wie sehr ich die Erholung nach sechs Laufwochen nötig hatte. Was war ich platt! Die beschlossene Sache, in der 7. Laufwoche sollst du ruhn, erwies sich also einerseits als richtig, andererseits merkte ich sofort, wie der Schlendrian nur auf so eine wunderbare Chance gewartet hatte. Der kleine „Wiedereinstieg“ nach einer Woche mit  2 Läufen (7/10) fiel mir nämlich ganz schön schwer, ich ließ den Montag, Dienstag und sogar noch den Mittwoch verstreichen, bis mir die Erkenntnis dämmerte, so allmählich müsstest du aber mal in die Puschen kommen. Am Donnerstag raffte ich mich also zu 8 km auf, und am Freitag hatte ich ein Mini-Erfolgserlebnis: Als ich nach knapp unter einer Stunde wieder vor der Haustür stand, hatte ich 9 km geschafft. Ha, 9 km/h, was deutlich unter 7er-Schnitt liegt, ich glaube, 6:38 min/km oder so. Das stimmte mich recht froh, setzte sich aber am Sonntag nicht fort: 13 km in 1:36 h, da war sie wieder, die zähe Langsamkeit, aber auch auf deutlich schwierigerer Strecke. Laufwoche 8 nach dem läuferischen Neubeginn Ende September schloss ich gestern mit insgesamt 30 km verteilt auf drei Lauftage ab. Vom Jahr 2015 (und vom 2. Halbjahr des Kilometerspiels) sind nur noch 6 Wochen übrig, das ist doch irre. Sollte zu schaffen sein, die Motivation aufrecht zu erhalten, vor allem, weil sich das im Diagramm so hübsch macht. Davon abgesehen bin ich aber lauftechnisch irgendwie noch planlos, was diese Woche anbelangt. Gewichtstechnisch hat sich nichts Bewegendes getan, aber die 61 ist geknackt. Also gaaanz langsam geht’s in die richtige Richtung.

Potz vierzig

Als ich noch regelmäßige Läuferin und nicht nur um Ausreden nie verlegene Gelegenheitsjoggerin war, konnte ich mich für schöne Zahlen sehr begeistern. Eine solch schöne Zahl war die 40. So als Wochenschnitt beim Laufen betrachtet.

40 km, das ist als Einzel-Wochenleistung alles andere als spektakulär. Habe ich übers Jahr gesehen in der Vergangenheit  geschafft, also im Schnitt 52 Wochen lang je 40 km gelaufen, ergibt 2080 Kilometer im Laufjahr, was genauso wenig spektakulär, aber für mich so das Maß meiner läuferischen Ambitionen war. 2007 waren’s sogar 44 km im Schnitt, 2008 hab ich an den 40 durchschnittlichen Wochenkilometern noch gekratzt.

Nun kann ich also in einer einzelnen Woche mal wieder 40 km verbuchen (10/8/9/13) und ich muss schon sagen, ein geiles Gefühl. Klar, Novum in diesem Jahr … aber auch 2014 keine Woche mit 40 (oder mehr) dabei. Huch? Noch weiter zurückgeblättert in der Laufhistorie, die ja fein säuberlich im Kilometerspiel abgelegt ist: 2013 ebenfalls Fehlanzeige. Huch! Ich fasse es nicht, und was war denn 2012? Auch keine Woche mit 40, geschweige denn mehr, jetzt aber mal ganz laut ogottogott. Ich muss echt bis März 2011 zurückblättern, um die letzten Einträge mit 40 (und  sogar 42) Kilometern in einer Woche zu finden. Ich wusste ja, es ist alles verdammt lange her, aber dass es so krass ist, hatte ich doch erfolgreich verdrängt.

Wobei ich die Zeiten nicht zurücksehne, in denen ich auf Kilometerschnitte fixiert war. Ich trainiere ja nicht, ich laufe nur wieder ein bisschen mehr. Und trotzdem hat sich da in meinem Kopf diese Woche ein Schalter umgelegt, ich weiß gar nicht, wann. Ich glaube, als ich beschloss, 4 x zu laufen und die „Erholungswoche“ noch zu verschieben. Es lief aber eigentlich nicht gut, so bescheuert es klingt, ich hätte die Erholung gut gebrauchen können. Mein Körper ist irritiert, er merkt, da wird plötzlich wieder mehr gefordert und er hat da keinen Bock drauf. Zickt rum, ist unwillig, fühlt sich an wie ein Mehlsack und klammert sich beharrlich an die Pfunde, die ich ihm entreißen will. Die 9 km gestern fielen mir echt schwer, und dabei sollten es doch heute 13 werden. Ich fühlte mich gestern Abend kränklich, legte mich früh schlafen und war dann morgens trotzdem nicht erholt. Wollte erst gar nicht raus, aber dann lugte die Sonne um die Ecke, und ich dachte, mal sehen, vielleicht wenigstens ne kleine Runde. Nach zähem Anfang fühlte ich mich dann im Wald ganz gut und beschloss, es werde 40.

Ja, und nächste Woche dann wirklich mal ein bisschen ausruhen, ich finde, meine Knochen haben es sich nun echt verdient.

Zwischenresümee

Heute wirklich nur ein ganz kleiner Logbucheintrag. 5 Wochen laufe ich nun wieder regelmäßig drei- bis viermal pro Woche, jetzt habe ich tatsächlich mal die 61 auf der Waage gesehen. Ich muss sagen, das hatte ich mir ja ganz anders vorgestellt. Und ob das nun überhaupt ein echtes Minus ist oder nur eine gnädige Zufallsanzeige, bleibt abzuwarten. Drei Läufe, 31 km (9/10/12 km) waren’s diese Woche – aber hier geht die Tendenz eher zu noch mehr Langsamkeit. Habe ich letztens geschrieben, dass ich den 7er Schnitt noch schaffe? Da muss ich mich korrigieren, ich brauche eher 7:30 min für den Kilometer, jedenfalls dann, wenn ich nicht nur die möglichst flachen Strecken auswähle, sondern Steigungen einbaue. Die Gefälle, die es dabei natürlich auch gibt, reißen’s nicht raus. An Anstiegen zeigt sich schonungslos, wie vergleichsweise locker ich die vor Jahren weggesteckt habe. Sogar 2013 habe ich Bergstrecken noch knapp unter 7er-Durchschnitt geschafft. Als ich mir am Montag auf 9 km richtig die Bergkante gegeben habe, las sich das auf der Uhr echt deprimierend. Ein waschechter 8er Schnitt, unfassbar. Im Kilometerspiel trug ich ein: Bergwertung! 2,5 km steil runter, dann nur fies hoch! 9 km 1:12 h.

Ich erinnere mich noch gut an so manche Endlos-Diskussion im guten alten Laufforum, ab wann Laufen denn nun eigentlich kein Laufen mehr ist. Tja, mir kommt es schon so vor, als ob ich laufe. Gleichzeitig merke ich aber auch, dass ich irgendwie fast neben mir hergehen könnte. Am Berg könnte ich mich wahrscheinlich schnell gehend überholen. Ich hätte mir durchaus etwas mehr schnellen „Erfolg“ in jeglicher Hinsicht erhofft und das auch für realistisch gehalten. Falsch gedacht. Aber ich hätte auch nicht geglaubt, wie viel Spaß mir das Laufen plötzlich trotzdem wieder macht. Es geht mir so viel besser, es ist einfach so toll, wieder unterwegs zu sein. Ich musste mich zu keiner Laufrunde ernsthaft überwinden. Aber wo sollte auch die Unlust herkommen, denn noch immer ist mir das Wetter hold. Heute, am 1. November, scheint die Sonne in all ihrer Pracht und mit reichlich Kraft, ich sag nur: Dreiviertel-Hose und Kurzarm-Shirt/Westen-Kombi!

Ich weiß noch nicht, was ich nächste Woche anpeile und mach es mal vom Wetter abhängig.

Ich muss mehr Kartoffeln essen.

Am besten nur noch Kartoffeln, wie der fiktive NASA-Marsianer Mark Watney. Dann erreiche ich vielleicht auch mal das gewichtstechnische Wochenziel, wobei die Abnehmerei ja keine Priorität hat bei meiner Mission. Aber Gewicht zulegen wollte ich nun auch gerade nicht, und genau das ist, wenn auch nur in begrenztem Ausmaß, passiert. Und nun erzähl mir bitte keiner was von Muskeln, die ich nämlich ganz bestimmt nicht in diesen vier Wochen aufgebaut habe. Und selbst wenn, wäre das bei geringfügig schwindenden Fettdepots nicht ins Gewicht gefallen. Also Kartoffeln. Watney hat damit ziemlich drastisch Körperfett reduziert. Ich bin mir aber sicher, der Typ, dessen ausgemergelte Rückseite nebst spindeldürren Ärmchen zum Schluss gezeigt wurde, war nicht Matt Damon.

Gut, hier also keine Erfolgsmeldung. Aber ansonsten alles perfekt im Plan. So wie letzte Woche angedacht, bin ich 32 km in vier Einheiten gelaufen, zwei 6er, zwei 10er. Ich hatte allerdings ein Luxusproblem in Gestalt eines abrupt dahingeschmolzenen Laufschuhdepots. Nur noch 2 Paar Laufschuhe, das ist ein erschreckender Tiefstand. Eigentlich besaß ich bis kürzlich noch 4 Paar, aber zwei gut erhaltene (klar, bei den wenigen Laufkilometern) hab ich für den Flüchtlingslauftreff gespendet. Die verbliebenen Schuhe sind noch ganz okay, jedoch wenig motivierend. Ein leeres Schuhregal, gerade jetzt, wo ich doch  Wahnsinnswochenkilometer abreiße. Ich hatte keine Wahl, ich MUSSTE neue kaufen. 1 x Brooks Ghost, 1 x Saucony Grid Fastwitch. Dank der Brooks habe ich dann bei dem 10er heute endlich mal wieder knapp einen Schnitt unter 7 min/km geschafft. Insofern also alles gut. Und meine Buchempfehlung natürlich: Andy Weir, Der Marsianer: Rettet Mark Watney, Heyne Verlag, ISBN 9783453316911, schlappe 10 Euro.

Ich denke, nächste Woche begnüge ich mich wieder mit drei Läufen, dafür spare ich mir dann aber die 6er. Vielleicht 3 x 10 km, oder wenn ich sehr motiviert bin 2 x 10 und 1 x mehr. Nicht zu vergessen die Kartoffeln.

Ich habe einen Plan.

Kilometerspiel 10/2004 bis 10/2015

Kilometerspiel 10/2004 bis 10/2015

Und ich schaffe das. Die Zuversicht unserer Bundeskanzlerin scheint sich auf mich übertragen zu haben. Aber wo an weit wichtigerer Stelle noch um Pläne gerungen wird, kann ich schon vermelden, dass ich einen fertig habe. Auf jeden Fall einen für die nächste Woche. Diese Woche lief gut, wenn auch nach wie vor weder am Gewicht noch am Tempo irgendein Erfolg ablesbar ist. Trotzdem, ich bleibe optimistisch. Und ich mache es mir nicht leicht, jeden verdammten bergischen Hügel nehme ich mit. Der Sonntagslauf war ein vierfacher Jahresrekord: Streckenlänge 12 km, Langsamkeit 7:30 min/km, Laufzeit 1,5 Stunden, Berge viele. Womit ich diese Woche mit drei Läufen (7/8/12) und 27 Kilometern abschließe.

Für nächste Woche habe ich also einen Plan. 32 km und 4 Läufe sollen es werden, außerdem soll endlich wenigstens mal ein Kilo fallen. Gibt’s doch nicht, dass sich da nix tut. Morgen regeneriere ich mit 6 km und verteile den Rest der Kilometer und Laufeinheiten schön auf die Woche. Aber kein „langer“ Lauf, dafür 2 x 10 km und noch ein weiterer 6er zur Erholung. Ich muss aufpassen, siehe Kilometerspiel: So lange und kontinuierlich das Laufen ausgeschlichen, da kann ich jetzt nicht plötzlich in die Vollen gehen. Und will es auch nicht. Keinen Plan bis Jahresende. Nur den Wunsch, die Motivation nicht zu verlieren. Und das wünsche ich mir im Übrigen auch für die wirklich wichtigen Planungen im Land.

Ein völlig entbehrlicher Laufbericht

Ich habe versprochen, die werte überschaubare Leserschaft des wiederbelebten Laufblogs nicht mit (Miss-)Erfolgsmeldungen am laufenden Meter zu quälen – tue es aber trotzdem. Pech gehabt. Weil ich doch so lange keinen Laufbericht mehr geschrieben habe, werde ich das üben. Und dass ich heute meine Laufstrecke auf 11 km erweitert habe, muss einfach als Aufhänger reichen.

Wie schreibt man nochmal Laufberichte? Wichtig wäre vor allem, mit dem Smartphone unterwegs zu sein und Fotos von der traumhaft schönen Strecke zu posten, um die Leserschaft bei Laune zu halten und ihr wenigstens optisch was zu bieten, wenn’s schon inhaltlich dümpelt. Mach ich aber nie, ich hab das Ding beim Laufen nicht dabei. Aber eine Uhr, und daher weiß ich, dass ich für die 11 km ungefähr 1 Stunde und 19 Minuten gebraucht habe. Das gehört natürlich nicht an den Anfang, da es aber am Ende ebenso langsam und langweilig wäre, ist es letztlich egal für den (eh nicht vorhandenen) Spannungsbogen.

Das Wetter war schön, durchaus. Und zwar so richtig sonnig, windstill und herbstidyllisch, was nicht weiter wundert, denn schließlich liefen die echten Läufer heute Marathon um den Baldeneysee, und da ist immer gutes Wetter, München Marathon war auch, da kenne ich aber die Wetterstatistiken nicht. Seis drum, ich zog mir also jene Lieblingsweste über, die ich vor einem Jahrzehnt nicht bei Ikea, sondern bei H&M gekauft habe (kleiner Insider für Katrin, falls sie dies liest), und lief erstmal in den Park, wo verabredungsgemäß schon der Junior mit seinem Übernachtungsgast auf mich lauerte, um mich zu erschrecken. Das gelang den beiden Jungs auch gut, indem sie mit lautem „Buh!“ an unerwarteter Stelle durch die Büsche brachen. Aus der anschließenden Verfolgungsjagd wurde leider nichts, denn ich war zu langsam. um zwei 9-Jährigen wegzurennen. Aber wartet nur ab, Burschen, das wird sich ändern!

So, nun der angenehme Teil, sanft bergab Richtung Herbstwald mit obligatorisch buntem Blattwerk oberhalb der Sambatrasse. Dann auf der Trasse mit wenig Steigung wieder zurück auf halbe Höhe, umgeben von Läufern, Radlern und Wandersleuten. An der Müllverbrennung bergauf abgebogen, das war der zähe Teil, Asphalt und Anstieg, aber ich strengte mich ja nicht an, sondern fluffte in einem Minimaltempomodus daher, bei dem ich mich recht entspannt fühlte. An der Tankstelle ging es wieder steil bergab Richtung Hipkendahl. Das ist ein ganz bezauberndes Örtchen mit freilaufenden Gänsen und Hühnern. Also wirklich freilaufend, auf der Straße. Wenn man Pech hat, baut sich eine entrüstet zischende Gänseschar vor einem auf und versperrt den Weg. Und ich kann euch sagen, so Gänse in Kampfstimmung sind richtig bedrohlich. Jedenfalls hab ich mich letztens mit der Bauersfrau unterhalten und werde fortan meine Eier (von den weniger Angst einflößenden Hühnern) dort kaufen.

Aber egal, so weit runter lief ich heute nicht, sondern bog bergan auf einen Wiesenhang ab, erklomm dort die Höhe der Station Natur und Umwelt und befand mich dann schon wieder in der Nähe des Parks. Dort dengelte ich noch anderthalb Runden, so lange, bis 10,9 km auf der Uhr standen. Bis nach Hause sind es vom Park aus 100 Meter und schwupp, da hatte ich also meine 11 km zusammen.

3 x gelaufen diese Woche (5/10/11) ergibt angenehme 26 km und ja, ich muss sagen, ich hab zwar weder abgenommen noch bin ich schneller geworden, aber leichter fällt es mir. Warten wir mal ab, was nächste Woche bringt. Und ich werde euch natürlich  wirklich nur dann erneut einen Bericht liefern, wenn es mindestens was Menschen-Tiere-Sensationen-mäßiges zu verkünden gibt.