Heiß, Heißa, Rund um Wuppertal 2009

Es war Kaiserwetter! Phantastisch geeignet z.B. zum Grillen im lauschigen Schattengärtchen, zum Chillen am See,  zum Abtauchen in kühle Gewässer. Folglich also eher weniger bestzeitentaugliches Wettkampfklima – aber lieber blauer Himmel und Sonnenschein als Rund um Wuppertal mit Regen und Schlammschlacht.

Meine Etappe 6 sieht in Bildern (die der Ralf im Rahmen eines super Supports auf der Strecke gemacht hat) so aus:

Zeitzauberer u. Zeitfee am Start

Zeitzauberer u. Zeitfee am Start

Fliegender Wechsel

Fliegender Wechsel

In the Jungle

In the Jungle

Zielwechsel

Zielwechsel

Flasche leer;-)

Flasche leer;-)

Dem Teamchef hatte ich schon angekündigt, dass ich seine Zeitvorgabe in diesem Jahr absolut nicht erreichen könnte. 48:49 min hätte ich laufen sollen, und das hätte ich wohl auch in Topform nicht geschafft. Vielleicht wäre mit Tempotraining, Rückenwind, kühler Witterung irgendwas knapp unter oder über 50 min drin gewesen – aber nichts davon traf an diesem Tag zu. Im Training hatte ich zum Ablaufen der 9,97 km langen Strecke immer über eine Stunde benötigt, allerdings ohne es drauf anzulegen, schnell zu laufen. Ein Tempo-Testlauf letzte Woche hatte geschlagene 57 min gedauert, und dabei hatte ich echt das Gefühl gehabt, schon ziemlich zu kämpfen. Irgendwie bin ich derzeit halt nicht gut drauf.

Und so hatte ich mir vorgenommen, auf alle Fälle sub 55 anzupeilen, nach Möglichkeit sub 54. Die erste Hälfte der Strecke ist leichter zu laufen, zum Ende hin wird es zäh, vor allem bei Sonne und Hitze, denn man durchquert schattenlose Felder.

Und so legte ich los, anfangs noch knapp über 5er Schnitt, Halbzeit bei unter 26 min, aber wehe, wehe, bergauf gings rapide bergab mit dem Tempo, ab Schlehenweg kroch ich über die Felder ins Ziel und stoppte die Uhr bei 53:21 min. Fand ich total okay, keine Glanzleistung – aber nun lief ja die schnelle Verena, die konnte meine verlorenen Minuten wieder rausholen!

Ich joggte gemächlich nach Hause und nach einer erfrischenden Dusche ging es dann mit Stefan zum Zielbereich am Beyenburger Stausee. Dort bauten wir wie letztes Jahr unsere Zeitnahmestation auf und harrten der 27 Teams. Wieder bestand ein Team nur aus einem einzigen Läufer, nämlich Einzelstarter Ralf Weis, der lockeren Schrittes nach rund 105 Kilometern in  10:09 Stunden ins Ziel trabte. Für ihn, der im Juni mit rund 244 Kilometern Vize-Weltmeister im 24 Stunden-Lauf wurde (oh Wunder, sogar die WZ berichtete), war dies wohl so eine Art Trainings-Long-Jog.

Unser Idefix Mixed Team verteidigte den 1. Platz, ebenso die Männer vom Asterix-Team. Es gab leider kein Gutemine-Damenteam, zu wenig Damen, alle umständehalber oder sonstwie verhindert.

Das war wieder eine tolle Veranstaltung, hat Spaß gemacht, auch dem Zeitzauberer! Und ganz herzlichen Dank den Leuten vom Paddelclub, die uns im Zielbereich einen Sonnenschirm zur Verfügung stellten, Kreide für die Ziellinie auftrieben und sich durch die Brennesseln schlugen, um das Zielband zu befestigen!

Fotoimpressionen

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Kleiner Schiffbruch mit Tigern

Heute, im Anschluss an den 3. Sambatrassenlauf, habe ich sie endlich gesehen:  Zwei majestätische Tiger, die in ihrem weitläufigen Freigehege mal faul am Bach lagen, dann wieder in erhabener Schönheit ihr Terrain erkundeten, um sich schließlich nach einiger Zeit in den Schatten der Bäume, die ihr Gehege säumen, zurückzuziehen.

Roaaaar!!!

Tigerpflege

Die Fotos sind bei anderer Gelegenheit an gleicher Stelle entstanden – wie üblich hatte ich keine Kamera zur Hand…

Während des Wettkampfs hatte ich wieder keinen Blick erhaschen können, weder auf dem Hinweg – da war ich recht schnell vorbeigerauscht – noch auf dem Rückweg, da war ich in düstere Gedanken (so was in der Art, nee, keine Lust, diese verdammte Steigung, diese elende Sonne, ich mag nicht mehr…) vertieft.

Der Lauf fand zum dritten Mal in Folge statt,  ich war von der Premiere an dabei und oh Wunder: Man läuft zwar immer auf der selben Trasse, aber nie die gleiche Strecke – da lässt sich das Team von Bunert nicht lumpen und baut kleine, gemeine Änderungen ein. 🙂

Bei der Erstauflage (etwas runterscrollen) vermutete ich sehr stark, dass die 10 km Strecke etwa 200 m zu kurz bemessen war. Das sagten übereinstimmend mein Garmin, mein Gefühl, die gelaufene Zeit (geradezu sensationell bei diesem Profil mit 48:49 min) und auch andere, trassenerfahrene Läufer.

Letztes Jahr gab es ja dann den Halbmarathon, der mit zahlreichen Schwenks hoch und runter und wieder hoch aufwartete, korrekt vermessen, und ich war bei tropischen Temperaturen meinen bis dato langsamsten Halben mit ganz knapp sub 2 Stunden gelaufen.  Die Trasse und die Sonne hatten mich echt geschafft.

Dies Jahr standen wieder 5 km oder 10 km für Einzelstarter zur Verfügung, und als Neuerung wurde sogar eine Nettozeitmessung (BibChip) spendiert. Das verleitete mich nach einem ausführlichen viertelstündigen Warmlaufen  zur Startaufstellung ziemlich weit hinten im 10 km Feld, was sich als schlechte Idee erwies. Ich hatte nicht gewusst, dass wir einen Schlenker mit Wendepunkt nach 500 m liefen, und dadurch, dass die schnellen Läufer auf engem Weg in die Gegenrichtung entsprechend Platz benötigten, war ich fast auf dem kompletten ersten Kilometer hinten eingepfercht, denn auch nach meiner Wende konnte ich wegen der mir dann entgegenkommenden langsameren Teilnehmer nicht ausscheren. Einem zu schnellen 1. Kilometer kann ich mit 5:13 min wirklich nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Danach hatte sich der Pulk entzerrt und das Adrenalin suchte sich seinen Weg nun halt auf dem 2. Kilometer, der mit 4:23 schon recht mutig war. Aber gleichmäßig laufen kann ich auf der Trasse nicht, die softe Steigung auf dem Rückweg fordert bei mir immer einen hohen Tribut. Also beeilte ich mich auch auf den nächsten Kilometern: 4:31, 4:35, 4:38 – man bedenke dabei das stetig abnehmende Gefälle.

Nach der Wende sah das dann mit stetig zunehmender Steigung nicht mehr so schön aus: 5:08, 5:39, 5:40, 5:45, 5:31 – da war noch nicht mal mehr ein Endspurt drin. Die sub 50 hätte ich schon gerne sehen wollen, aber das war heute einfach nicht möglich.  Die Nettozeit müsste irgendwas um 50:30 min betragen – Bruttozeit selbstgestoppt mit 50:44 min. Nachdem ich mir im Ziel einige Becher Flüssigkeit einverleibt hatte, fühlte ich mich schon wieder verdächtig frisch. Der Nichtläufer an meiner Seite pflegt dann immer zu spotten, ich würde mich ja sowieso nie verausgaben.  Tatsächlich überlegte ich mir, dass ich, anstatt umständlich wieder mit dem Bus zurückzutuckern (ich war ohne den in Sachen Rasenmähern leider verhinderten Familienclan unterwegs) gemächlich die Trasse zurücklaufen könnte, am Zoo vorbei und dann den Rest mit der Schwebebahn. Der Rucksack erwies sich zwar als wenig bequem und schlackerte heftig, aber für die paar Kilometer war es auszuhalten.

So kam es also zum ausführlichen Zwischenstopp auf der Tigerbrücke und ich durfte mir 18 Kilometer eintragen. War wirklich ein schöner Lauftag!

P.S:  Wow, ich war 7. Frau im Ziel (von 44) mit 50:14 min und 2. in der Altersklasse (von 8)! 14 läppische Sekunden, da stand ich ja noch weiter hinten im Feld, als ich dachte. Man sollte nicht nur nach Bruttozeit laufen, wenn ich gewusst hätte, dass es so knapp war, wer weiß, vielleicht hätte ich mich doch noch ein wenig mehr anstrengen können. 😉

unterwegs

A Pain That I’m Used To – Frühjahrslauf im Düsseldorfer Volksgarten

Der Titel von Depeche Mode war für mich Programm beim 42. Frühjahrslauf der Düsseldorfer Turngemeinde 1881 quer durch den schönen Volkspark. 

A Pain that I’m used to in mehrfacher Hinsicht. Zum einen, weil ich die Veranstaltung seit 2005 kenne. Damals bin ich eine 53er Zeit gelaufen, über die ich mich freute, weil die Ergebnisse bei 10er Wettkämpfen in den Jahren 2003 und 2004 noch ein, zwei Minuten langsamer ausgefallen waren. Dass ich an hochgradigem Eisenmangel litt, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Mühsam nährte sich das Eichhörnchen, und  Zeiten unterhalb der 50er Marke hatten sich mit dem Jahrtausendwechsel anscheinend für immer erledigt. 

Das Jahr 2005 brachte etliche Überraschungen mit sich, so die unerfreuliche Diagnose Anämie mit nachfolgender Eisensubstitution und die ebenso überraschende, dafür aber nach erster Schrecksekunde doch freudige Nachricht meiner Frauenärztin: „Sie sind schwanger!“

Ein Jahr später war ich rechtzeitig zum Frühjahrslauf  nicht mehr schwanger, sondern joggte als frischgebackene Mutter eines knuffigen 5 Wochen jungen Säuglings die 4,2 Kilometer des Jedermannlaufs mit, sogar in angesichts der Umstände beachtlichen 21:30 min. Aber ich hatte nun auch genug Eisen im Blut und ein 42wöchiges Trainingslager absolviert. 🙂

2007 war ja in läuferischer Hinsicht mein großes Jahr mit einem Mammutprogramm, und der Frühjahrslauf musste zugunsten einer ausgefeilten Marathon-Trainingsplanung gestrichen werden.

Aber 2008 war ich wieder dabei, beim Frühjahrslauf ohne Frühling – das Wetter war saumäßig, die Zeit erstaunlich flink mit 48:49 min. Ein gleichmäßiger Lauf ist es gewesen, kontrollierter Schmerz sozusagen.

A Pain that I’m used to also auch 2009 im Düsseldorfer Volksgarten.  Und das nachfolgende Zitat aus dem Song beschreibt bestens meine derzeitige läuferische Ambition.

I’m not sure
What I’m looking for anymore
I just know
That I’m harder to console
I don’t see who I’m trying to be
Instead of me
But the key
Is a question of control 

Depeche Mode  written by Martin Gore (c) 2005 Grabbing Hands Music Ltd./EMI Music Publishing Ltd

Nach wie vor laufe ich so vor mich hin und staune auf der einen Seite, dass es weiterhin möglich ist,  diese jahrelang fest zugemauerte 50 min Grenze regelmäßig zu knacken. Andererseits gerät dies aber auch mit der Zeit wirklich zu A Pain that I’m used to – d.h. es ist immer der gleiche altvertraute kleine Schmerz diese Zeiten sub 50 zu rennen, Schmerzen, die sich im Rahmen halten, und Zeiten die in Wahrheit nicht viel von mir fordern, jedenfalls kein systematisches Training. Ich laufe das einfach so, und ich bin irgendwie total zufrieden damit und meinen alten Gräten unendlich dankbar für ihre freundliche Unterstützung.

Irgendwie…ja, und irgendwie komme ich in meinem mittlerweile zweiten unambitionierten Sabbatjahr jetzt nach jedem 10er Wettkampf ins Grübeln, ob ich denn nicht doch mal…ihr wisst schon…mehr trainieren und neue Grenzen ausloten soll. Der aufkeimende Ehrgeiz hält dann immer so ein paar Tage an, verliert sich allmählich im Alltagsgejogge und versickert im Nichts.

Ach so, ich bin abgeschweift, hier nun also doch noch der Bericht zum Wettkampf. Wettermäßig gab es nichts zu beklagen, es herrschten Idealbedingungen – kühl, bewölkt und trotzdem ein Hauch von Frühling in der Luft – die goldene Mitte also zwischen den Extremen 2005 und 2008.

Gelaufen wurde wie immer in einer übersichtlichen kleinen Schar ohne Chipgedöns. Ich stellte mich recht mittig auf, wurde aber trotzdem zunächst ausgebremst. Nach ein paar Überholmanövern konnte ich dann aber schnell den vertrauten, nur ganz wenig schmerzhaften Rhythmus finden. Bezeichnend für das absolut trügerische  Gefühl der Ausbremsung am Start sind die Zahlen 4:40 min für Km 1 und 4:48 min für Km 2. Der erste Kilometer geriet nur dank gefühlter Ausbremsung nicht zur Katastrophe, denn er war trotzdem der schnellste. Nicht auszudenken, welchen Spurt ich sonst hingelegt hätte. Aber ich pendelte mich dann ja mit weiteren 4:43 min, 4:44 min, 4:49 min hübsch ein und bei der 5 km Zwischenzeit von 23:59 min dachte ich mir, so ein Mist, Du wirst das Tempo nicht ganz halten können, aber wenn Du mal ein bisschen mehr als a pain that you’re used to aushalten könntest, dann könntest Du das Tempo halten und hättest eine 47er Zeit, eine Jahrtausendbestzeit geschafft.

Über derartiges Hadern geschah es dann auch schon, die Bequemlichkeit forderte ihr Recht. Mit 4:51 min und 4:53 min bäumte ich mich bis Km 7 noch halbherzig dagegen auf, gab aber bei Km 8 mit 5:02 min und Km 9 mit 5:04 min klein bei. Das war auch die Phase, in der zwei Frauen, die ich eine Viertelstunde zuvor überholt hatte, mich wieder einsammelten und vorbeizogen. Der Zielspurt bescherte mir auf dem letzten Kilometer noch gnädige 4:52 min und mit der Gesamtzeit von 48:45 min habe ich mich im Vergleich zum letzten Jahr um 4 sec verbessert. Ginge das in den nächsten Jahren so weiter, bräuchte ich nur noch etwa 11 weitere Frühjahrsläufe, um eine 47er Zeit zu laufen.

fruhjahrs1

fruhjahrs2

*smile*

*smile*

Fotos:  J.V.  (ich hoffe, ich durfte sie mir leihen)

Okay, schlechter Witz, nächster Witz: Ich schaffe das noch in diesem Jahr, bei irgendeinem Zehner. Ich bin schon mal 47:30 min gelaufen, vor gefühlten 100 Jahren zwar, aber immerhin. Also genau genommen ist auch 47:30 min a pain I was used to…

Dritte in meiner Altersklasse bin ich lt. Ergebnisliste übrigens geworden, die zweite Frau war eine von den beiden, die mich in meiner Schwächephase wieder überholt hatten. Die erste W45erin und zugleich Gesamtsiegerin läuft in einer ganz anderen, unerreichbaren Dimension. Hier ein (auch von J.V. geschossenens) Foto –  das nenne ich mal Schrittlänge! Und Hüftstreckung!

Petra Maak -Gesamtsiegerin

Petra Maak -Gesamtsiegerin

 

 

 

 


Railwayrun 2009 – Ein Halbmarathon mit Anlaufschwierigkeiten

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, bei meinem derzeitigen Training Herumgedengele im Energiespar-Modus einen Halbmarathon zu laufen. Klar, die Strecke schaffe ich, wenns denn unbedingt sein muss – aber es muss eher sehr selten sein, 23 km waren mal die absolute einmalige longjogähnliche Ausnahme in diesem Jahr, und danach war ich platt. Also relativ sinnlos, einen Wettkampf über diese Distanz zu planen – keine Chance auf eine gute Zeit.

Aber der vereinsinterne Telefonaquisiteur, der mich schon zur Teilnahme am Projekt Frauenstaffel beim Röntgenlauf überredet hatte, ignorierte mein entschlossenes Nein und quatschte so lange auf mich ein, bis ich nachgab. Immerhin lockte die Wendepunktstrecke (und der Telefonist) mit einem psychologischen Schmankerl, nämlich leichtem Gefälle auf dem Rückweg.  Also 10,5 km laufen und 10,5 km rollen lassen, so stellte ich mir das Ganze vor.  Und wenn ich das Röntgendrittel mit richtig heftigen Steigungen unter 2 Stunden geschafft habe, würde das beim Railwayrun wohl auch klappen! Und außerdem hätte ich in der W45 doch berechtigte Aussicht auf einen Treppchenplatz, und es gäbe hier mal wirklich richtig ansehnliche Pokale zu ergattern.

Da hatte er allerdings Recht, darum klaue mir mal eben ein Bild aus der Galerie der Trophäen vom letzten Jahr:

Quelle: Do-line.de

Ich muss gestehen, so einen hätte ich, die ich doch die meisten Medaillen und Pokale potthässlich finde, sehr gerne gewonnen. Die Ergebnisliste vom letzten Jahr machte auch Mut, da wäre ein 3. Platz durchaus realistisch gewesen.

Mit sehr gemischten Gefühlen fand ich mich sonntagmorgens am Treffpunkt für unsere LG Wuppertal Fahrgemeinschaft ein – Tagesform höchstens mittelprächtig und vor der Streckenlänge empfand ich mächtigen Respekt. Ich konnte trotz des Gefälles auf dem Rückweg nicht unbedingt darauf spekulieren, dort bis zum Schluss Gas geben zu können, dafür würde die Ausdauer wohl nicht reichen. Aber wenigstens eine gleich schnelle zweite Hälfte sollte drin sein.

Am Start versammelten sich fast 500 Teilnehmer, deutlich mehr als letztes Jahr und auch erheblich mehr Frauen. Und wenn ich mich so umschaute, schien die Konkurrenz in der Altersklasse übermächtig. Dieser Eindruck sollte mich nicht täuschen, sowohl die spätere Siegerin, als auch viele andere der schnellsten Frauen gehörten der W45 an. Das ist eine richtig starke Frauenklasse, und irgendwie finde ich es toll, dass es so ist. Das macht Hoffnung, noch lange nicht zum alten Eisen zu gehören!

Mit dem Startschuss setzte sich der Lindwurm langsam in Bewegung und mit knapp 25 Sekunden Verzögerung konnte auch ich endlich loslaufen. Da hier keine Nettozeit gemessen wurde, musste ich diese Zeit wieder herauslaufen, aber vorsichtig. Ich hatte mir einen 5:30er Schnitt vorgenommen und lief die folgenden Kilometer sehr gleichmäßig zwischen 5:25 und 5:28 min. Erst spürte ich die klitzekleine Steigung kaum, aber so ab dem 7. Kilometer fand ich es zäh und ich wollte endlich den Wendepunkt erreichen.

Aber das dauerte ja noch endlos lange. Die Spitzenläufer befanden sich schon längst auf dem Rückweg und kamen mir nach Kilometer 8 entgegen – da gab es einige bekannte Gesichter und gute Positionen auch bei den Vereinskollegen. Endlich erreichte ich Kilometer 10, nach exakt 55 min – Punktlandung. Die 25 Sekunden hatte ich ganz genau herausgelaufen, nun noch 500 m bis zum Wendepunkt und dann nicht nachlassen – damit wäre eine Zeit von 1:55:30 h machbar.

Diese lächerlichen 500 m bis zur Wende waren echt die Hölle, ich hatte überhaupt keinen Bock mehr und konnte mir auch nicht vorstellen, das Tempo wirklich zu halten. Wahrscheinlich würde es auf eine 1:57 oder 1:58 hinauslaufen, och nöö, warum hatte ich mich auch auf den Unfug eingelassen!

Die Auswirkung des Gefälles überraschte mich – von einer auf die andere Sekunde kehrten Elan und Lockerheit zurück. Eben noch um den 5:30er Schnitt gekämpft, plötzlich fast mühleos zwischen 5:11 und 5:19 min pro Kilometer. Herrlich, also doch der erhoffte Effekt! Bis Kilometer 18 musste ich mich gar nicht mehr arg quälen, aber dann wurde es doch anstrengend. Doch  nun wollte ich die sub 1:55, das war das neue Minimalziel.  Ich durfte nicht nachlassen, nur noch 3…2…1 km…jetzt noch 100 m, Mist, die hatte ich bei der Berechnung der Zeit wieder vergessen, egal, volle Pulle und mit 1:53:59 h ins Ziel gehuscht!

Damit war ich unter den gegebenen Umständen hoch zufrieden, aber eine der hübschen Trophäen war mir leider nicht vergönnt. Nur 7.  in der Altersklasse, weit abgeschlagen, absolut chancenlos. Aber was nicht ist, kann ja noch mal werden – ich will diesen Pokal! 😉

Allerdings sind die Aussichten, je einen zu ergattern, und sei es über-übernächstes  Jahr in der W50, ohne dementsprechendes Training ausgesprochen trüb. Die Leistungsdichte speziell bei den angetretenen Frauen in diesem Jahr war beachtlich.  Von 65 Frauen insgesamt sind 23 (rund ein Drittel) unter 1:50 h gelaufen, und von denen wiederum 12 in den Altersklassen W 40, W 45, W50 und W 55 .  Im vergangenen Jahr traten (bei deutlich schlechteren Wetterbedingungen allerdings) nur 44 Frauen an, mit 11 liefen genau ein Viertel unter 1:50 h.

Es nützt alles nix, ich muss wohl was tun…;-)

 

Ergebnisse

Die WAZ berichtet

Die WAZ zeigt Fotos

Neandertal – SMS

Nur der Form halber,  denn die spärlichen Wettkämpfe möchte ich ja doch wenigstens in Kurzfassung festhalten.

20. Auflage des Drittelmarathons über 14065 hügelige Meter rund um das Neandertal und meine 9. Teilnahme. Ergiebiger Regen begleitete das Feld vom Start bis fast zum Ziel, dazu gab’s reichlich Matsch und die Hügel werden irgendwie jedes Jahr höher.

Mein Ergebnis von 1:15:15 h bescherte mir den 5. Platz in der Altersklasse (25. Frau von 98 Frauen  /230. von 504 Männlein und Weiblein insgesamt) und ist gleichzeitig die zweitschlechteste Zeit für die Strecke. War aber klar, dass irgendwas um die 1:15 h dabei rumkommen würde, insofern bin ich ganz zufrieden.

Die Ergebnisliste ist auch schon online.

Und hier noch der RP Online  Bericht „Dauerlauf im Dauerregen“

Sogar die WZ berichtet  „Mit Schirm, Charme…“

Ratingen Reloaded – Neujahrslauf 2009

Wie heißt es doch so schön? Gutes bleibt. Oder kommt immer wieder. So wie der allneujährliche Lauf in Ratingen – die treue Lesergemeinde weiß Bescheid, da simmer immer dabei!

Pressestimmen RP

Pressestimmen WZ

Diesmal war ich total sicher, mich nicht quälen zu wollen und dafür dann eben in Kauf zu nehmen, dass die Zeit dementsprechend unter meinen Möglichkeiten liegen würde. Ich hatte Lust auf Ratingen, auf die Wettkampfatmosphäre, auf den Start in die neue Saison, aber bitte schön bequem und ohne Schnappatmung. Flotter Dauerlauf,  sowas in der Richtung.

Ja, und da kam dann eine 49:05 min heraus! Wie kann das sein? Ich verstehe es nicht, denn ich bin so gar nicht an der Grenze gerannt. Natürlich nicht locker, angestrengt habe ich mich schon, aber eben eher in der Komfortzone.

(Danke Christian Redcap für die freundliche Foto-Leihgabe)

Und noch ein Foto entdeckt, bei Hans-Peter Skala

 

Nun überlege ich doch, ob ich mal trainieren soll. Also richtig trainieren, auch mal mit Tempoarbeit und solchen Fisematenten.

Andrerseits weiß ich nicht, ob ich das wirklich will. Ich bin so zufrieden damit, seit 3 , nein, Korrektur, sind erst gut 2 Jahre, wieder relativ beständig sub 50 laufen zu können, dass ich einfach nicht den unbändigen Drang verspüre, eine sub 48 daraus zu machen. Und nochmal andererseits: wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich grübele da noch ein bisschen dran herum. Tendenz:  Ja, ich will! Ich will’s nochmal wissen! Und das wäre doch ein echter Grund zum weiterbloggen! Und einen weiteren Grund gibt’s: Euch alle, die Ihr hier mitlest, kommentiert – Ihr fehlt mir! 🙂