Zahnstation: Hello again and welcome back!

Da bin ich wieder, mitsamt meinem maroden Restzahnbestand! Die Einbauten der abgeschlossenen Session halten aber, was der Dentist und ich uns davon versprachen; kein Pfusch ist zu beklagen und dennoch muss ich erneut einige Male die Dental-Oase aufsuchen. Nebenbaustellen, ein Jahr lang erfolglos verdrängt, erfordern rasches Handeln.

Nachdem nun hinten alles hübsch in Ordnung ist, bröselt der Frontzahnbereich – die oberen vier (mittleren und seitlichen) Schneidezähne. Ein seitlicher schon lange mit Stiftkrone, der andere überkront. Ein mittlerer wurzelbehandelt, der andere bis auf eine kleine Füllung okay.

Der wurzelbehandelte Schneidezahn wurde im Rahmen der Zahnsanierung gebleacht und sah danach wieder aus wie neu. Was richtig störte, waren die beiden seitlichen – alte Kronen, zudem zweifarbig – die Altlasten meiner Dorfzahnärztin, die zwar alles gemacht hat, aber nichts gut.

Nun hatte sich über die Jahre  am Übergang zwischen den mittleren Kronen und den seitlichen Schneidezähnen eine tückische, weil zunächst unsichtbare Zahnhalskaries gebildet. Bei der letzten Routine-Kontrolle fiel auf, dass sie fortgeschritten war, und weil die Situation mit den ungleichen Farben und schlechten Materialien der Kronen mich sowieso schon lange gestört hatte, hörte ich auf die Empfehlung des Zahnarztes: Alte Kronen ab und die vier Frontzähne mit Vollkeramik überkronen. Da meine Zähne fest verwurzelt sind, können die Zähne einzeln und nicht als Viererblock überkront werden. Das finde ich viel angenehmer, weil man ganz normal mit Zahnseide hantieren kann. Bei Wackelkandidaten wird eher zu verbundenen Kronen geraten, weil diese die Zähne zusätzlich stabilisieren.

Der  Kostenvoranschlag bzw. Heil- und Kostenplan konnte mich nur noch geringfügig erschüttern, zumal die Zuzahlungen meiner Krankenkasse doch beträchtlich sind.  Extrawünsche wie die Vollkeramik bezahlt sie natürlich nicht, aber ansonsten kann ich nicht klagen, scheckheftgepflegt wie ich dank über 20 Jahre geführtem Bonusheftchen bin. Hat nur nichts genützt, die gewissenhafte Wartung…

Gestern fand ich mich zum vereinbartenTermin beim Dentisten ein, um die ekelhafte Prozedur des Kronenentfernes und Abschleifens über mich ergehen zu lassen. Kaum erschien ich im Wartezimmer, wollte man meine Zuzahlung schon in bar eintreiben. Ich hatte kein Geld dabei und war auch etwas überrascht. Ja, das sei jetzt neu, meinte die Assistentin, es könne sein, dass man mir das nicht gesagt habe. Hatte man definitiv nicht, sonst hätte ich mich natürlich mit Barem bevorratet. Ich beruhigte sie, als Stammkundin sei ich hier schon deutlich höhere Summen losgeworden, meine Zahlungsmoral sei vorhanden und gut. Der hinzugekommene Doktor bestätigte das und winkte ab – ja, das sei natürlich bei mir gar keine Frage, ich solle das Geld einfach zum nächsten Termin mitbringen. Mit Schlauch im Mund fragte ich noch neugierig, ob die Patienten denn dazu neigten, nicht zu zahlen. Oh ja, klärte er mich auf, das sei in der Tat so.

Nach diversen Betäubungsspritzen war mir nicht mehr nach weiterem Smalltalk. In mein Schicksal ergeben lag ich fast  in der Waagerechten und lauschte den unterschiedlichen Tönen, die Bohrer, Schleifmaschinen und Absauger harmonisch von sich gaben. Zuvor waren selbstverständlich die notwendigen Abdrücke für die Kronen und Provisorien  angefertigt worden, damit ich die kommende Woche nicht mit vier abgeschliffenen Zahnstummeln herumlaufen musste. Vor den Provisorien graute es mir beträchtlich – zu Recht, wie ich jetzt weiß. Die gibt es nur sowohl  in einer Einheitsfarbe – zartes Gilb – als auch in einer Einheitskonstruktion. Mit diesem mäßig  haltbaren und mäßig ansehnlichen provisorischen Konstrukt muss ich die nächsten Tage überstehen.  Das ist noch fieser, als ich befürchtete – denn auch das Aussprechen gewisser Laute fällt mir schwer. Ich lispele! Wird zwar allmählich weniger, weil ich mich an die Ersatzbeißer gewöhne, aber ich bin wirklich froh, wenn die endgültige Anpassung überstanden ist, was Mitte nächster Woche der Fall sein soll. Ich glaube, dann kommen die Provisorien kurzfristig nochmal drauf – aber danach hoffe ich, die Zahnstation bis auf weiteres wieder schließen zu können.

Zahnstation – Alles hat ein Ende!

Nach nunmehr gut 7 Monaten ist es überstanden, bis auf ein, zwei Kleinigkeiten: Ich bin aus der Zahnstation entlassen!

Die Anfangsphase ist in den vorherigen Eintragungen dokumentiert – danach mangelte es nicht an Terminen, aber die richtig widerlichen Sachen hatte ich im Dezember bereits überstanden. Es folgten Kontrolltermine um zu schauen, ob auch alles fest in den Kiefer einwächst. Das war zum Glück der Fall, und so  konnte im Februar die sogenannte Suprakonstruktion, also die Krone, welche den Zahn ersetzt, im Unterkiefer fest eingebaut werden. Im April, nach einer im Oberkieferbereich typischerweise länger dauernden Zeitspanne, folgten dann die Suprakonstruktionen Nr. 2 und 3. Die Sitzungen waren zwar etwas nervig und teilweise auch lang andauernd – Abdrücke machen, hier und dort noch was richten, röntgen etc. – aber alles ein Klacks im Vergleich zu den Herbst- und Wintersessions!

Wenn ich jetzt alles auf die Spitze treiben wollte – da hätte der Zahnarzt schon noch so manches, das er optimieren möchte.  Zwei Kronen sind noch nicht ganz so schick  vollkeramisch bzw. keramisch verblendet, und dann auch noch dieser uralte Stiftzahn, der zwar eigentlich noch okay ist, aber farblich schon immer schlecht gemacht war, also ein wenig abweicht von meiner Zahnfarbe. Aber Leute, ich bin sowas von ruiniert – wenn ich mich irgendwann mal finanziell erholt habe, dann sehen wir weiter.

Dennoch ist eines klar: Es war mir das Geld wert. Man hätte eine tolle Reise damit finanzieren können, oder fast alle Möbel austauschen, die ich schon lange ersetzen will – und natürlich ist es auf der einen Seite ärgerlich, die Summe nun so völlig anders investiert zu haben.

Ich nenne mal Zahlen, weil ich weiß, dass viele sich fragen, was kostet denn sowas eigentlich?

Erstmal der Schock: Insgesamt beläuft sich die Rechnung, die ich heute erhalten habe, auf 7.334 Euro. Sie setzt sich zusammen aus einem privaten Anteil von 2.426 Euro und einem Anteil von 4.907 Euro, an dem sich die Krankenversicherung in meinem Fall (lückenlos geführtes Bonusheft) mit dem Höchstsatz von 1.366 Euro beteiligt.

Macht also eine Summe von 5.967 Euro, die von mir privat zu begleichen ist.

Wenn man mal den Gesamtbetrag von 7.334 Euro durch alle 18 Termine seit dem 23. September 2009 mal durchschnittlich 1,5 Stunden teilt (manche waren deutlich länger, manche kürzer, müsste so in etwa hinkommen) dann käme dabei ein Stundenlohn von 271 Euro für den Zahnarzt raus.

Ist aber natürlich Quatsch. Denn auch der hatte ja Kosten. Ihm wurden in Rechnung gestellt: Insgesamt 3.098 Euro Material- und Laborkosten.

D.h. dem Zahnarzt bleiben 4.236 Euro. Die geteilt durch die Arbeitsstunden machen einen Stundenlohn von 156 Euro aus.

Aber so kann man das natürlich auch keinesfalls rechnen. Da gibt es bestimmte Leistungen, einen Schlüssel, die BEMA, die GOZ – erstaunlicherweise ist die Rechnung trotzdem verständlich und nachvollziehbar. Wie auch immer: Der Doc hat, soweit ich das bislang beurteilen kann, eine super Arbeit geleistet, und das bei schwieriger Knochensituation. Ich habe natürlich Preise verglichen, und das Gesamtpaket ist echt günstig! Was er dafür alles eingebaut und erneuert hat: 3 Implantate, eine Brücke, drei Kronen, alles hochwertige Materialien – also, das ist ein faires Preis-Leistungsverhältnis.

Nach der ganzen Prozedur, die sich ja überMonate erstreckte,  kann ich mir immer weniger vorstellen, dass man, um Geld zu sparen, das Ganze im Ausland über sich ergehen lässt. Da gibt es ja Hochglanzbroschüren, die das alles so toll verkaufen, super billig, der Hit: Urlaub und nebenbei Zahnsanierung! Tolle Idee! Nur, nach allem:  Das kann man echt vergessen, dass man nach der Einbringung von Implantaten irgendwo nett in Ungarn Sightseeing macht und Urlaubsstimmung aufkommt. Da werden sich aber manche unter einem Ungarnurlaub was anderes vorgestellt haben. Nee, so ein Spaziergang ist eine Zahnsanierung sicher nicht.  Und vor allem die Vorstellung, die Nachsorge dann wieder in komplett andere Hände zu geben –  dann lieber zum Zahnarzt seines Vertrauens anstatt in eine dubiose Klinik im Ausland.

So, das war’s, die Zahnstation ist geschlossen, etwaige Komplikationen werde ich natürlich hier bekannt geben, hoffe jedoch, dass ich erstmal bis zur Rente Ruhe habe…aber wie ich meine Zähne kenne, bleibt das frommes Wunschdenken….

Zahnstation III – Die Apokalypse

Ich habe mich dazu entschlossen, dem fiesen Thema nun doch eine eigene Rubrik zu widmen. Es gibt ja einige unerschrockene LeserInnen, die diesen Wahnsinn tapfer mitverfolgen.

Wo waren wir denn stehengeblieben? Richtig, am Ende der letzten Folge Zahnstation wankte ich nach dem Einbau zweier Oberkieferimplantate mehr tot als lebendig nach Hause und hoffte, mich nach einem langen arbeitsfreien Wochenende am Montag wieder einigermaßen fit ins Weihnachtsgeschäft stürzen zu können.

Leider sah ich am Montag, Dienstag und Mittwoch nicht nur immer noch aus wie Frau Hamster mit dicker Backe, sondern obendrein wie nach einem leichten Schlaganfall. Wegen der scheuernden Fäden konnte ich nicht richtig sprechen, geschweige denn lachen und mein linker Mundwinkel nahm so eine Art Schonhaltung ein – hing also irgendwie merkwürdig runter. Kollegen und Kunden bedauerten mich nach Kräften, was ich sehr zu schätzen wusste.

Freitag sollten endlich die Fäden gezogen werden. Der Zahnarzt (es war wieder mein herzallerliebster Assistenzdoktor mit der übersensiblen Betäubungstechnik) hatte sich den Vormittag für mich frei gehalten, so dass er von 10 Uhr bis 13 Uhr an mir herumwerken konnte.

Es gab noch viel zu tun: Zum einen waren die beiden Kronen nach dem ersten Anpassen nun mit Keramik verblendet und hätten eigentlich mit einem Testzement nochmals eine Woche zur Probe eingesetzt werden sollen.

Sie passten gut – so gut, dass eine der Kronen partout nicht mehr vom Zahn runter wollte. Aber das stellte sich erst heraus, nachdem es an den beiden anderen Baustellen im Unterkiefer ausgiebigst zur Sache gegangen war. Alte Brücken und Kronen entfernen ist ja ganz was Fieses, vor allem, weil ich schon ahnte, dass  darunter nichts Erfreuliches zum Vorschein kommen würde. So war es dann auch –  heimlich, still und leise hatte sich Karies darunter breit gemacht. Völlig unsichtbar in diesem Stadium, auch auf Röntgenbildern nicht zu erkennen. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft hätte es mal weh getan und wahrscheinlich wären dann wieder Wurzelbehandlungen fällig gewesen. Auch am Übergang zu den Nachbarzähnen entdeckte der Zahnarzt bei dieser Aktion eine relativ große Karies.

Es dauerte und dauerte also mit der Präparation. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass diesmal wirklich eine Nachbetäubung fällig war – er kann alles, aber das mit der Spritze muss er noch ein wenig üben. Macht er ja – bei mir;-)

Da die Baustellen auf linken und rechten Unterkiefer verteilt waren und die Betäubung mich beidseitig lähmte und sich auch auf die Zunge auswirkte, konnte ich mich leider nur noch schleppend artikulieren, was zum Glück sowieso nur rudimentär nötig war. Ein gelalltes hmm oder nhh reichte im Allgemeinen zur Klärung vollkommen aus.

Irgendwann – meine Mundwinkel begannen schon zu schmerzen – war endlich der letzte Abdruck gemacht, das letzte Provisorium am Platze. Nun sollten besagte fertige Kronen, die bereits auf die Zähne gesteckt worden waren, nochmal raus und dann testweise befestigt werden.

Kandidat Nr. 2 saß derartig bombenfest, dass am Ende Arzt, Patientin und komplette Praxisbelegschaft völlig am Ende waren. Aber der Doktor ist einer von der gründlichen und beharrlichen Sorte und am Ende siegte er und die Krone hatte verloren. Wir beschlossen aber einvernehmlich, dass eine derartig passgenau sitzende Krone keiner weiteren Testphase mehr bedurfte und um Himmelswillen gleich für immer eingebracht werden sollte.

Als ich den Junior um 14 Uhr vom Kindergarten abholte, konnte ich wieder einigermaßen sprechen, leicht zischelnd zwar, aber immerhin. Dafür habe ich heute, am Montag, immer noch eingerissene Mundwinkel. Aber alles wird gut. Die letzte Antibiotitikakur ist vorbei und gestern bin ich nach 10 Tagen Pause wieder gelaufen. Herrlich! Der nächste Zahnarzttermin steht  erst Freitag an…

Zahnstation – The Final Countdown

Seit gestern befinden sich auch Titanschräubchen Nr 2 und 3 an ihren Plätzen. Somit haben sich meine inneren Werte immens erhöht – sollte ich dereinst das Zeitliche segnen, entferne man bitte alle Übergangsmetalle und finanziere damit das Begräbnis. (Wie komme ich nur auf solche Endzeitgedanken, kann ich mir gar nicht erklären… 😉 )

Freundliche Arbeitnehmerin, die ich bin, habe ich diesen Termin schön auf das letzte freie, lange Wochenende vor Weihnachten gelegt, damit ich meine dicke Backe zuhause kühlen kann, ohne krankgeschrieben zu werden. Sieht diesmal trotz Arnikakügelchen und sofortiger Behandlung mit Kühlpacks ziemlich wüst aus, und war auch überhaupt noch unangenehmer als die Maßnahme im Unterkiefer. (Lizzy, lies nicht weiter …)

Der Assistenzdoktor, der zwar total nett ist, aber irgendwie immer etwas zimperlich mit den Betäubungsspritzen, hat wohl eine Stelle vergessen, direkt am Übergang zum Nachbarzahn. Als es ans Vernähen ging – und es musste mächtig lange und viel genäht werden-  hat es mich dann bei den letzten Stichen fast aus dem Sitz gehoben – aber Nachbetäuben, was man mir angeboten hat, war auch ne blöde Option, hatte eh schon alles so lange gedauert und ich wollte nur noch fertig werden. Also der finale Stich sozusagen bei lebendigem Fleische, auahhh!

Wer mal in etwa wissen möchte, wie sowas abläuft – ich habe diese Patienteninfos von Essener Implantologen entdeckt –  so oder ähnlich muss man sich das vorstellen.

Diesmal auf mein Jammern hin ein anderes Antibiotikum, Clindastad, auch mit tausend möglichen fiesen Nebenwirkungen –   hoffentlich die letzte Kur, ich habe sowas von keinen Bock mehr auf das Zeug!

Also, wie der Zahnarzt versprochen hat, werde ich bis Weihnachten wohl wirklich das Schlimmste überstanden haben –  was dann noch folgt, wird ein Klacks sein im Vergleich zu dem, was ich schon überstanden habe – hoffe ich jedenfalls.

Zwischenbericht aus der Zahnstation

Bitte, es muss sich niemand genötigt fühlen, diesen Eintrag zu lesen oder gar zu kommentieren. Ich kann nur zu gut verstehen, wenn man hier nach den ersten Sätzen lieber wegklickt.

Ich schreibe eher, damit ich das selbst alles später mal nachvollziehen kann – diese Stunden der massiven Folter auf dem Zahnarztstuhl. Seit ich im September den Ausklang des Laufjahrs und den Beginn einer umfangreichen Zahnsanierung angekündigt habe, sind einige Sitzungen erfolgt und ich weiß gar nicht, was nun am unangenehmsten war: das Extrahieren des unglaublich fest verwurzelten Weisheitszahns, das Einbringen des ersten Implantats oder das Entfernen zweier alter Kronen nebst Ausbohren der Karies unter den Kronen, Erneuerung zweier Wurzelfüllungen und Wiederaufbau der Zähne – letzeres ungelogen satte 2,5 Stunden ununterbrochenes Ausharren auf dem Stuhl . Der Doktor war danach aber auch ganz schön am Ende und verschob die Abdrücke zwecks Anpassung der neuen Kronen auf  einen neuen Termin.

Allmählich verstehe ich, dass so eine Sache etliches kostet – ist halt alles ausgesprochen zeitaufwändig und schon absolute Präzisionsarbeit.

Nun muss ich mich weiterhin in Geduld üben – Ende November sind die letzten 2 Implantate sowie die Erneuerung einer Brücke fällig – dann ist das Schlimmste wohl überstanden und es folgen die Feinheiten wie das Freilegen der Gewinde und das Anpassen der Kronen für die Implantate.

Nach dieser ganzen Aktion ist perfekte Zahnhygiene das oberste Gebot. Nicht, dass ich in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten schlampig gewesen wäre  – es sind die Kindheits- und Jugendsünden, die sich rächen. Schuld an der ganzen Misere trägt eindeutig der Zahnklempner, der mir im pubertären Alter einen Backenzahn ohne Betäubung gezogen hat, nachdem er dem Backenzahn auf der anderen Seite eine riesengroße Füllung bis dicht an den Nerv – selbstverständlich auch ohne Betäubung – verpasst hatte.

Ich war mehr tot als lebendig aus der Praxis gewankt und hatte es viele Jahre vermieden, wieder eine aufzusuchen. Der frühe Verlust der Backenzähne hat dann eine Kettenreaktion ausgelöst – Kronen, Brücken, die auch noch schlecht gemacht – ein einziges Desaster.

Aber bald, bald  ist es vollbracht! Ich bin so froh, wenn all diese Sitzungen  endlich hinter mir liegen und ich in meinem Termikalender nicht mehr nur den Zahnarzt berücksichtigen muss.

Das Jahr ist gelaufen…

…ich hab‘ schon mal die Schuhe weggeworfen.

Aber nicht ohne für Nachschub zu sorgen, im Regal warten mehr oder weniger geduldig ein Paar Puma Eutopia und ein Paar Asics DS Trainer neben den nicht ausgemisteten Brooks Ghost auf ihre Einsätze.  Der ganze abgelatschte Rest ist im Container gelandet, nur die Brooks Axiom stehen mit über 1000 Kilometern auf den Sohlen noch für Garteneinsätze im Keller.

Aus verschiedenen Gründen werde ich in diesem Jahr nur noch sporadisch zum Laufen und zu gar keiner Wettkampfteilnahme mehr kommen.

Eine umfassende Zahnsanierung steht an, damit ich auch morgen noch kräftig zubeißen kann. Wenn schon, denn schon, alles wird neu gemacht, Brücken, Kronen und auch noch 3 Implantate. Gleichzeitig fange ich wieder an, mehr als minijobmäßig zu arbeiten – irgendwie will der Zahnarzt ja entlohnt sein 😉 –  wenn ich mir den Terminkalender so anschaue, wird die Luft zum Laufen sehr dünn, zumal die Implantate ja auch einheilen müssen und man da nicht nach Lust und Laune Sport treiben darf. Etwas geht wohl, aber ich will da lieber mal vorsichtig sein.

Jedenfalls bemüht sich der Dentist, bis Weihnachten fertig zu haben… morgen wird zum Auftakt erstmal ein Weisheitszahn gezogen. Muss ich erwähnen, dass ich voll den Horror vor den kommenden Wochen und Monaten habe?  Aber da muss ich durch.

Hier wird es also weiterhin still sein, aber nächstes Jahr habe ich auch beim Laufen dann vielleicht wieder mehr Biss!