… races …

Mein erster Kurz-Cross…

oder „don’t try running in my shoes“ 😉

Eigentlich hätte auf den 3000 Metern ja die im Dornröschenschlaf in mir schlummernde Rakete gezündet werden sollen- aber leider hat es nur kurz „Puff“ gemacht wie bei so einem kleinen Silvesterböller, so einem Heuler vielleicht.

Als ich mich auf dem Gelände in meinen ältesten Asics-Trainern mit komplett abgelaufenem Profil warmlief, wurde mir klar, dass der Gedanke an eine im Vergleich zum Fünfer schnellere Zeit von Anfang an eine Totgeburt gewesen war.
Ich besitze aber auch keine Trailschuhe und wollte die ollen Treter nehmen, um sie danach zu entsorgen. Für den einen Lauf auf nassem Gras und Matsche sollten sie wohl noch reichen.
Naja, ich glaube, ein wenig mehr Profil, wie bei meinen besser erhaltenen Schuhen, hätte mich auch nicht gerettet – richtige Cross-Spikes vielleicht schon eher.

Nach Dauerregen in der Nacht und am Morgen wurde es zum Nachmittag hin zunehmend trocken, die Sonne ließ sich sogar blicken, und recht warm war es auch. Eigentlich also optimale Bedingungen, wenn da nicht das immer noch rutschige Gras auf den gemeinen Hügelauf-und-ab Passagen gewesen wäre, und der matschige Untergrund an einigen anderen Stellen.

Die Startaufstellung erfolgte oberhalb des fiesen kleinen Anstiegs, den man zweimal erklimmen musste, auf der Schlussrunde durfte man gnädigerweise anders laufen, so dass er einen nicht ein drittes Mal quälte.
Ich stellte mich wieder hinten in dem kleinen Feld, das nur aus Frauen aller Altersklassen und der A- und B-Jugend beiderlei Geschlechts bestand, auf, überholte den ersten Schwung Läuferinnen und dann kam ein Stück Wiese, das man erst runter, dann direkt wieder hoch laufen musste.
Beim Runterlaufen musste ich tierisch aufpassen, nicht wegzurutschen und darum abstoppen, beim Hochlaufen fehlte mir demgemäß der Schwung. Danach folgte der angenehmste Teil der Strecke, geradeaus und leicht abschüssig, leider in einer scharfen Kurve endend, an der ich mit meinen Schuhen den weitesten Weg nehmen musste, um nicht auszurutschen.
Es ging dann erst auf einem unterhalb gelegenen Weg, anschließend quer über die Wiese hügelab zurück und dann den kurzen knackigen Hügel bis zum Startbereich hoch, um wieder von vorn zu beginnen.
Gut, nun wusste ich, was Sache war und lief recht kontrolliert. Die Zeiten der einzelnen Kilometer habe ich mir gar nicht gemerkt, nur selten auf die Uhr geschaut. Ich glaube, dass ich einigermaßen gleichmäßig gelaufen bin, mit einem etwas zu schnellen Anfangskilometer.
Auf dem zweiten Kilometer habe ich erst noch mal einige überholt, die sich übernommen hatten und dann hielt ich immer den gleichen Abstand zu zwei jungen Frauen in blauen Trikots.
Auf dem Schlusskilometer bin ich zu den beiden aufgeschlossen, habe sie überholt, doch am Ende sind sie an mir vorbeigespurtet, als ich wieder mit den Tücken der Wiese kämpfte.
Nach 14:14 min min war der Lauf vorbei, und ich war ziemlich fertig, aber nur kurzzeitig. Die Zeit erschien mir grandios schlecht, unter 14 min hattte ich nun mindestens erwartet – aber in Sachen Kurzstrecke und Cross bin ich ja absolute Anfängerin und muss ein paar Erfahrungen sammeln.

48 Frauen waren am Start gewesen, davon bin ich als 18. ins Ziel gelaufen. In der Altersklasse blieb mir nur der unbeliebte, aber leider verdiente 4. Platz .

Bilder gibt es diesmal nicht, vielleicht später ja auf der Seite des Veranstalters.

Meine Lehre aus dieser Aktion: Es müssen Trailschuhe her, und für solche Crossläufe, so ich denn noch mal an welchen teilnehme, unbedingt Spikes! Was habe ich bei den späteren 5000 m Läufen der Herren gestaunt, als die schnellen Hirsche ihre mit Spikes aufgerüsteten Hufe tief in den Schlamm bohrten, wo sie Widerstand fanden an Stellen, an denen ich nur gerutscht war!

Spaß gemacht hat es aber trotzdem sehr, mal ganz was anderes!

1.12.07 22:38

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Neusser Erftlauf – gut bestrumpft ist halb gewonnen!

Mal ganz ohne langatmigen Spannungsaufbau: Ja, ja, jaaa – ich hab’s geschafft!
Sowohl knapp die sub 23 min, als auch den 3. Platz in der Altersklasse – aber geschenkt bekommen habe ich beides nicht.
Das war die optimale, heute abrufbare Leistung – fünf Kilometer in dem Tempo zu laufen, kostet mich schon Überwindung unterwegs.
Ein Zehner ist auch hart, aber irgendwie pendele ich mich da nach der Halbzeit auf ein erträgliches, irgendwie komfortables Tempo ein. Beim Fünfer ist es von Anfang bis Ende extrem unkomfortabel, man muss sich ständig ermahnen, nicht nachzulassen, zu beißen, gleich ist es ja schon vorbei, aber nicht nachlassen, nicht nachlassen!

Dass ich richtig konsequent darauf trainiert habe, heute die 23 zu knacken, kann ich nicht behaupten. Erst habe ich mich 4 Wochen lang vom Berlin-Marathon erholt, dann standen eher unstrukturierte Intervall- bzw. Tempolaufeinheiten auf dem Programm, ganze drei Stück;-)
Immerhin wusste ich nun wieder, wie sich eine 4:30er Geschwindigkeit anfühlt, hatte jedoch nicht den Eindruck, weitere 4 km an einen 1000er anhängen zu können.
Aber ganz so schnell musste es ja auch nicht werden, noch nicht. Langfristig fände ich es klasse, noch einmal 22:30 min laufen zu können, was ich vor über 15 Jahren ein einziges Mal geschafft habe.

Heute wollte ich nicht nach den Sternen greifen, aber von einer Zeit unter 23 min zu träumen, das gestattete ich mir.

Mit reichlich Tipps zum richtigen Aufwärmen bei frösteligen Temperaturen und vielen guten Wünschen für das Projekt sub 23 ausgerüstet, die ich meiner nervösen Nachfrage im Laufen-Aktuell-Forum verdanke, machten wir uns heute zeitig auf den Weg.
Ich hatte mich mit einer Babyöl-Massage äußerlich und mit heißem Tee innerlich erwärmt, mich 20 min dick verpackt eingelaufen, danach noch drei Steigerungen absolviert und 15 min vor dem Startschuss schwitzte und dampfte ich wie Sau, so dass ich schon befürchtete, es doch ein wenig übertrieben zu haben mit der Aufwärmerei.

Nun begab ich mich also nochmal in die Damenumkleide, entledigte mich diverser Lagen – Pullover, Hose, Jacke – und sah richtig fesch aus, weil ich nämlich vor Jahren mal weiße Venen-Kniestrümpfe für ein paar Euro bei Penny erstanden hatte, die im Schrank ein verstecktes Dasein geführt und heute erstmals wieder das Tageslicht erblickt hatten.
Kathrins Bericht über absterbende Zehen, Füße und Beine hatte mich noch nicht genug abgeschreckt – wenigstens einmal ausprobieren wollte ich das doch, und wenn es noch so lächerlich aussah.

Außerdem hatte ich mich wieder mal für Musik im Ohr entschieden – ich musste einfach „Bleeding“ hören, und zwar nach genau 3,5 Kilometern, wenn ich nicht mehr wollte, es weh tat, ich in die „Comfort Zone“ wechseln wollte.

Ich startete aus einer der letzten Reihen, was nicht weiter schlimm war – innerhalb drei Sekunden befand ich mich auf der Strecke. Die Entscheidung, das Feld von hinten aufzurollen, erwies sich als richtig – der erste Kilometer fiel mit 4:23 min trotzdem schnell aus. Ich lief zu einer Frau auf, blieb aber den nächsten Kilometer hinter bzw. neben ihr, da ich Angst hatte, sonst gnadenlos einzugehen. Mit 4:39 min wurde ich aber dadurch etwas zu langsam und musste nach dem 2. Kilometer unbedingt an ihr vorbeiziehen.

Jetzt hängte ich mich an ein weibliches Duo, pendelte mich auf 4:33 min für den 3. Kilometer ein und konnte die beiden hinter mir lassen. Und schon kam er, der gefürchtete Weg zum Kilometerschild 4. Ich hasse diese 1000 Meter, sie fallen am allerschwersten. Dank der musikalischen Anfeuerung ließ ich nicht allzu stark nach, nochmal 4:39 min – es wurde knapp!

Irgendwie schaffte ich es, nochmal ein bisschen zuzulegen, 4:33 min für den letzten Kilometer und dann war ich nach selbstgestoppten 22:57 min im Ziel! Das Damenduo hatte mich zwar auf den letzten Metern wieder eingeholt, aber ich hatte echt keine Kraft mehr, da was gegenzuhalten. Von den anderen Frauen, die ich überholt hatte, war aber keine mehr an mir vorbeigezogen, immerhin.

Jetzt hoffte ich nur, dass ich richtig gestoppt hatte und traute der sub 23 noch nicht über den Weg. Die Ergebnislisten hingen aber recht schnell aus, und yes, perfekt gestoppt, es blieb bei 22:57 min, zum 3. Platz in der Altersklasse und Zehnter Frau im Ziel hatte es auch gelangt! Die Viertplatzierte hatte nur 18 sec Rückstand und war die Frau, die ich nach zwei Kilometern überholt hatte. Alles richtig gemacht also, einen Terminkalender für 2008 gewonnen und sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Das war eine nett organisierte, sehr empfehlenswerte Veranstaltung – kurze Wege, hervorragende Organisation, wenig Wartezeiten.

Ach ja, nun noch was zum Schmunzeln oder laut lachen:

Unangenehm fand ich die Dinger nicht, also es gab keine Verluste zu beklagen, nichts eingeschlafen, nichts abgestorben, nichts abgefallen – aber ob ich mich noch mal so zum Gespött mache, weiß ich nicht 😉 Außerdem kosten die richtigen Rennstrümpfe eines namhaften Markenherstellers wahnsinnige 46 Euro!!! Nee, also die würde ich bestimmt nicht investieren.

17.11.07 20:34

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Bunerts 1. Sambatrassenlauf

So entspannt kann man die Stunden vor einem für mittags 12 Uhr angesetzten Volkslauf wohl nur verbringen, wenn die Anfahrt gerade mal 3 km beträgt.
Natürlich hätte ich das Stück auch, wie sonst so oft, hochlaufen können, aber ich wollte meine Kräfte ja nicht schon beim Einlaufen vergeuden.
Also setzte ich mich gemütlich in den 10:45 Uhr Bus, der fast vor der Haustür abfährt. Rechtzeitig zum Start des 5 km Laufs um 11 Uhr war ich schon am alten Bahnhof Küllenhahn und konnte das kleine Läuferfeld noch anfeuern.
Auch das Abholen der Startnummer klappte zügig – eigentlich hätten wir gern schon um 11:30 loslaufen können, wenn’s nach mir gegangen wäre – da war ich bereits warmgelaufen, hatte drei Dixieklobesichtigungen erfolgreich absolviert und wartete voller Vorfreude auf den Start.
Langweilig wurde es aber nicht, denn überall sah und traf ich bekannte Gesichter, und mit ständigem Hallosagen, hier und dort grüßen und Taktikbesprechungen ging die halbe Stunde sehr schnell um.
Plötzlich stand ich schon im überschaubar kleinen Feld der 220 Starter und setzte mich in Bewegung. Fünf Kilometer lang folgten wir also nun dem sanften, aber beständigen Gefälle.
So planlos, wie sich mein gesamtes Training in den letzten Wochen gestaltet hatte, ging ich auch diesen Wettkampf an. Ich hatte echt keine Ahnung, was ohne Tempoläufe, ohne Intervalltraining, dafür aber mit einem flotten 20er vom Dienstag in den Beinen an diesem Sonntag auf dieser speziellen Strecke drin sein könnte.
Ich hatte eine kleine Hochrechnung im Hinterkopf: Falls ich ohne das Gefühl der totalen Verausgabung die ersten 5 Kilometer mit einem 4:30er Schnitt zurücklegen könnte, dürfte ich mir auf dem Rückweg einen 5:30er Schnitt leisten und irgendwo bei 50 min landen.
Es zeigte sich, dass genau das möglich war, nämlich dies Tempo von 4:30 min beständig zu laufen und dabei nicht absolut am Limit zu sein. So kam es, dass ich am Wendepunkt meine 5 km Bestzeit von 22:30 min von vor gefühlten 100 Jahren um einige Sekunden unterbot.
Direkt auf den ersten Metern des Rückwegs nahm ich Tempo heraus und fand einen Rhythmus für die sanfte Steigung, der einigermaßen angenehm zu laufen war. Ab nun kam mir das ganze vor wie ein schneller Trainingslauf, aber wenn ich auf die Uhr schaute, merkte ich doch, dass ich ein bisschen flotter unterwegs war, als ich dachte. Gut, dass ich nicht auf die Kilometermarkierungen angewiesen war, denn denen war irgendwie nicht zu trauen.
Nachdem ich am Anfang der Steigung von einigen Leuten überholt worden war, die ihr Tempo zunächst nicht reduziert hatten, sammelte ich so nach und nach diejenigen auf, die nun dafür büßen mussten.
Bald gab es allerdings kaum noch Ablenkung. Während mir nach vier gelaufenen Kilometern das schnelle Feld bereits entgegengekommen war und ich jedes bekannte Gesicht frentisch hatte anfeuern können, was durchaus zur Kurzweil beitrug, und ich mich dann nach dem Wendepunkt meinerseits hatte schnell fühlen dürfen, als mir die anderen Teilnehmer, die diesen Punkt noch nicht erreicht hatten, entgegengekommen waren, zogen sich die letzten Kilometer dann doch bedenklich in die Länge. Aber ich beobachtete einfach die Läufer vor mir, versuchte, den Abstand mindestens zu halten oder etwas aufzuschließen. Überholen war jetzt einfach nicht mehr drin, merkwürdigerweise wurde ich auch nicht mehr überholt. Wahrscheinlich erging es den anderen genauso wie mir. Als ich das Ziel schon sichten konnte und die Uhr noch immer weit von der 50 entfernt war, wurden meine Beine plötzlich wieder ganz frisch. Das hätte mir nur ein paar Sekunden früher passieren müssen, dann hätte ich noch die Frau vor mir überholt. Aber so fast im Zielkanal wollte ich mich nicht mehr vorbeiquetschen und wurde mit ein paar Zehnteln Rückstand 6. Frau von 50 Frauen in 48:23:99! Im Gesamteinlauf 79. von 220 Teilnehmer/inne/n.
Mein Garmin zeigte allerdings nur 9.800 Meter an – vielleicht war die Strecke tatsächlich zu kurz. Das würde auch die merkwürdige Kilometrierung erklären. Aber selbst, wenn ich 200 Meter draufrechne, wäre ich unter 50 min geblieben – damit bin ich mehr als zufrieden.
Weil die hohe Luftfeuchtigkeit eine enorm schweißtreibende Wirkung hatte, dampfte und tropfte ich im Ziel dann extrem vor mich hin. Ich konnte kaum mehr was erkennen, solche Sturzbäche flossen mir in die Augen – Wahnsinn, und das hielt noch mindestens 10 min an.
Aber ansonsten erholte ich mich total schnell von der Anstrengung, und wenn nicht unverhofft doch noch Stefan und David erschienen wären, um mich abzuholen, wäre ich ohne zu Murren die 3 Kilometer nach Hause gelaufen.
Nun ist aber Schluss damit, die Wochenenden mit sinnlosen Kurzwettkämpfen zu verplempern. Es bleiben ja nur noch 4 Wochen, um mich wenigstens einmal an die 30 Kilometer heranzutasten. Dieses Minimalprogramm muss für Berlin halt reichen, und ich bin wirklich optimistisch, zumal ich mich dort ja auch nicht abhetzen will. Aber das Ziel will ich erreichen!

20.8.07 12:02

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RuW …We are the champions!

Die LG-Wuppertal hat die schnellsten Wilden Hühner verpflichtet, der Sieg war unser!
Außerdem liefen in der LG-Wuppertal diesmal auch die schnellsten Schnellen Männer!
Das Mixed Team erhielt ebenfalls den Siegerpokal!
Die Späten Männer sicherten sich Platz 9 und die Wilden Kerle rundeten das Ergebnis mit dem 12. Platz ab.
Insgesamt waren also 5 Teams der LG-Wuppertal am Start, viele Hartgesottene liefen gleich mehrere Strecken in verschiedenen Mannschaften.

Nachtrag: Hier die komplette Ergebnisliste !

12.8.07 22:02

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Zu treuen Händen…

Rund um Wuppertal – die Zukunft

Meinen Bericht sowie die Fotos reiche ich mit Verspätung nach….immer noch funktioniert hier nicht alles so, wie vor dem Crash!

14.8.07 07:46

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Zehn Hühner müsst Ihr sein…

…oder wahlweise auch zehn Kerle, zehn Schnelle, zehn Späte oder zehn Gemischte.
Und weil die LG ja gar nicht so groß ist, wurden jede Menge Gastläufer/innen verpflichtet, gab es Doppelt-und Dreifach Starts, nur neun Hühner und für die Teamchefs alle Hände voll zu tun.

Daran gemessen hatte ich einen ganz leichten Job, nämlich ab einem bestimmten Zeitpunkt am Anfang meiner Hühner-Etappe herumlungern, darauf warten, dass Läuferin Nr. 4 mir den Stab in die Hand drückte, dann schnellstmöglich, am besten innerhalb der Zeitvorgabe, meine gut 13 km Strecke laufen und dort den Stab der Läuferin Nr. 6 weiterreichen.

Diese Zeitvorgabe hatte mich schon unruhig schlafen lassen, denn auf dem Zettel stand 1:15 h. Das wäre normalerweise auf 13 Kilometern gar kein Problem, aber die Nr. 5 hat es ziemlich in sich. Zum Beispiel ist da eine langezogene Steigung von über einem Kilometer drin, für die ich im Training gute 7 Minuten gebraucht hatte. Und nicht zu vergessen dann die andere, noch viel fiesere, auch ca einen Kilometer lange Steigung, die noch steiler ist und die ich im Training in über 9 Minuten hochgekrochen bin. Es gibt zwar auch zwei fast genausolange Gefälleabschnitte, aber trotzdem machen einem die Berge den Schnitt ziemlich kapputt.
Zweimal war ich die Strecke ja komplett abgelaufen, beide Male über 1:20 h unterwegs gewesen mit dem Gefühl, wohl noch zwei, drei Minuten herausholen zu können, wenn ich es drauf anlege, aber nicht viel mehr.

Also stieg die Nervosität mit jeder Minute, die ich wartend am Streckenanfang verbrachte. Anscheinend hatte unsere Teamchefin die Sollzeiten sehr niedrig angesetzt, denn wir waren schon in Verzug, als ich endlich loslegen durfte.

9 Minuten hinter dem Plan, also durfte ich jetzt auf gar keinen Fall schwächeln.
Wie eine Irrsinnige bretterte ich runter ins Tal, scheiß auf die Knie und scheiß auf die Lunge und langsamer würde ich am Berg eh werden, auch, wenn ich mich jetzt mehr zurückhielte. Nach drei Kilometern unter einem 4:30er Schnitt begann der Anstieg, erst sanft, gut unterm 6er Schnitt zu schaffen, dann lang und schmutzig, aber trotzdem mit 6:30 min rausgeholt, was drin war. Kurze Verschnaufpause bergab, dann wieder etwas Steigung, nochmal 6er Schnitt.

Nun war der vorerst höchste Punkt nach 6 Kilometern erreicht, es durfte nochmal talwärts gebrettert werden, wieder zwei Kilometer weit unter 5er Schnitt.
Am tiefsten Punkt stand an der Jugendfarm meine Teamchefin nebst Wasserreicherin und Fotografen, ich grabschte mir den Wasserbecher und bereitete mich seelisch-moralisch auf den anstrengendsten Teil der Strecke vor.

Wieder begann die Steigung ganz sachte, noch gut im 6er Schnitt zu schaffen aber dann kam die Zitterpartie, auf der ich schon mal über 9 min auf der Uhr stehen gehabt hatte. Viel schneller schaffte ich es jetzt auch nicht, aber unter 9 min blieb ich dicke. Das folgende Stück zieht sich unheimlich, immer mal flach, dann etwas runter, wieder rauf, sehr unruhig. Ich wusste aber, dass bei km 11 jedwede Steigung überstanden war und ich nur noch einmal ins Tal rollen musste!
Also wieder alles runter, was ich eben mühsam an Höhe gewonnen hatte, ein paar Treppenstufen, durch die Kleingärten, durch einen kleinen Park und da stand schon Läuferin Nr. 6 und entriss mir den Stab!

Ich war die Strecke in 1:10:45 h gelaufen, und ganz ehrlich, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Es ist irre, wie man sich für ein Team ins Zeug legen kann.

Mein Job war erledigt, die Siegerehrung für 18:30 Uhr angesetzt. Leider konnte ich daran nicht teilnehmen, weil meine Tochter sich um 17:45 beim Handballturnier eine fiese Handgelenksverletzung zuzog, die zunächst gewaltig nach Bruch aussah. Also fuhren wir statt zur Siegerehrung erstmal ins Krankenhaus. Nachdem sich dort das Procedere wie üblich sehr in die Länge zog, machte ich noch einen kleinen Abstecher zum Sportplatz, wo aber mittlerweile schon alles über die Bühne gegangen war. Aber immerhin erfuhr ich dort unsere Ergebnisse!

Mal abgesehen von der Verletzungsmisere, war das ein toller Tag. Das Handgelenk ist zum Glück wohl nicht gebrochen, aber da sind sich die Ärzte noch nicht ganz einig. Für Donnerstag steht noch ein MRT-Termin an.

Sehr gemein ist, dass sich wohl ein Läufer aus unserem Herrenteam auf seiner Strecke den Zeh gebrochen hat! Das ist echt übel, so ein großer Mist!

14.8.07 11:25

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Trockene Füße

…oder von wegen sub 50 lauf‘ ich aus der kalten Hose…

Weil Duisburg doch in diesem Jahr so ein schnelles Pflaster für mich war, hatte ich mir vor ein paar Wochen erneut einen Lauf in Duisburg ausgeguckt, nämlich den
Rheinuferlauf.
Ein schönes Datum zudem, 07.07.07 – das sollte also die Standortbestimmung 12 Wochen vor Berlin sein. Denn ja, tatsächlich, würde ich wieder nach einem selbstgestrickten Plan wie vor dem Rhein-Ruhr-Marathon trainieren, würde dieser heute beginnen!
Wahnsinn, wie gut, dass ich die Vorbereitung für Berlin ganz locker sehe – ich hätte jetzt überhaupt keine Lust, den ganzen Scheiß wieder von vorn durchzuziehen.

Aber zurück zum kleinen Zehner des Wochenendes. Auch auf den hatte ich mich absolut gar nicht vorbereitet, bis auf die Tatsache, dass ich mir zwei Ruhetage gegönnt hatte. Aber keine Intervalle, keine Tempoeinheiten, nichts dergleichen.
Ich erwartete also auch nicht viel von diesem Wettkampf. Allerdings war ich überzeugt, sub 50 sowieso drauf zu haben – und das, ohne die Strecke zu kennen. So viel unangebrachte Arroganz sollte auf dem neunten Kilometer bestraft werden.
Sowas wie Vorstartnervosität kam nicht auf. Wir fuhren hin, weil ich es nun mal geplant hatte, – Lust hatte ich jedenfalls keine. Die Lustlosigkeit nahm gigantische Ausmaße an, als ein heftiger Regenschauer gerade in dem Moment über Duisburg-Homberg niederprasselte, als wir in Ermangelung freier Parkgelegenheiten am Sportplatz das Auto in einer abgelegenen Seitenstraße verlassen mussten. Zum Glück klarte es sofort wieder auf und wir erreichten trockenen Fußes den Platz.
Der Ehrgeiz, diese Füße auch weiterhin nicht mit Wasser in Kontakt kommen zu lassen, sollte sich später noch rächen;-)

Selbst eine lange Schlange vor dem Ausgabeschalter für die Startnummern machte mich nicht nervös – mir war eigentlich alles egal, Hauptsache, die 10 km irgendwie schnellstmöglich hinter mich bringen und fertig haben…
Zeitmessung per Chip gab’s nicht, aber dafür zwei Runden auf der Bahn bevor es ans Rheinufer ging. Übrigens habe ich den Rhein nicht gesehen, dafür aber viel Wasser in Form von Pfützen und Schlammlöchern.
Ich stellte mich also im vorderen Drittel auf und rannte zwei Bahnrunden.

Da kam dann doch noch Wettkampfstimmung auf, aber 800 m auf der Bahn können für einen 10 km Wettkampf ziemlich verheerend sein, denn natürlich animiert das dazu, noch schneller anzugehen als sonst. Ich merkte nach 800 Metern schon, dass ich nicht gut drauf war, dass ich einfach kein Tempo bringen konnte. Mit 4:36 min war der erste Kilometer zwar zu schnell, aber wiederum nicht so unvernünftig schnell, wie ich ihn gelaufen wäre, wenn meine Form gestimmt hätte. Das Dumme war, dass er sich trotzdem unvernünftig schnell angefühlt hatte…So pendelte ich mich sofort auf einen Schnitt von knapp unter 5 min ein und hoffte, mit einem Endspurt zum Schluss doch noch sicher unter 50 min zu laufen. Die matschige und nicht ganz flache Strecke forderte dann aber ab dem 5. Kilometer schon ihren Tribut. Wir liefen nun wieder auf den Sportplatz zu und absolvierten dort eine weitere Platzrunde, um anschließend wieder ans pfützengespickte Rheinufer ohne Rheinblick zurückzukehren. Wer noch ein Quentchen Ehrgeiz hatte, patschte mitten durch die Matsche. Ich hatte da keine Lust zu und lief schön um die Pfützen herum. Ich glaube, dass ich fast die einzige war, die hinterher mit sauberen Beinen und trockenen Füßen ins Ziel lief!

Jedenfalls entnahm ich den Angaben meines Garmins, dass ich die Kilometer jetzt knapp über dem 5er Schnitt lief. Aber es gab ja noch die Schlussrunde auf der Bahn, außerdem die paar Sekunden, die ich auf dem ersten Kilometer herausgelaufen hatte, das würde schon passen, wenn auch knapp.
Auf dem neunten Kilometer ging dann plötzlich gar nichts mehr, ich hatte das Gefühl, zu stehen. Auch kein Kampfgeist, nichts, was mich irgendwie pushte. 5:25 min – damit hatte ich die Chance auf sub 50 min jetzt aber wirklich minimiert.
Beim Schlusskilometer fühlte ich mich wieder besser, lief ihn immerhin noch in 4:55 min, aber diese 25 sec konnte ich nicht mehr ungeschehen machen.
50:20 min lautete meine Endzeit, und die Platzierung war wahrscheinlich gar nicht schlecht. Ich wartete aber weder auf Siegerehrung noch auf Urkunde, weil es nun doch allmählich Zeit wurde, David ins Bett zu bringen.
Tags darauf sagte die Ergebnisliste , dass ich 1. in der W45 geworden war (von zwei Frauen;-) und 10. von 40 Frauen insgesamt. Heute bin ich seltsamerweise 2. von 3 Frauen in der W45 – da ist wohl eine nachgerutscht. Gut, dass ich nicht gewartet hatte, sonst wäre ich noch fälschlicherweise als erste aufgerufen worden, was mir doch sehr unangenehm wäre im Nachhinein.
Falls sich das jetzt alles so gelesen hat, als sei ich unheimlich unzufrieden – nein, dem ist nicht so. Ich finde, aus so einem kleiner Dämpfer zur rechten Zeit kann man viel Positives ziehen. Außerdem ist die Strecke nicht unbedingt bestzeitenfähig, das haben mir hinterher einige Mitstreiter versichert. Und davon abgesehen bin ich laut Garmin 10110 m gelaufen, was ich wahrscheinlich meinem Pfützenslalom zu verdanken habe – merke: beim nächsten Mal also mitten durch!
Und hier mal schnell und langsam auf einem Bild: Vereinskollege ist schon seit Ewigkeiten im Ziel und läuft sich schon längst aus, während ich mich da im Hintergrund stehend k.o. ins Ziel flüchte.

Dabei werde ich auch noch ganz schön einkassiert. Da sind sie, die Verfolger, u.a. Miss schmutzige Wade, die mich dann auch flockig überholt. Gegen die Männer kann ich mich dann gerade noch durchsetzen.

9.7.07 20:10

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Wie von der Tarantula gestochen…

…die eine, und der andere unfähig bis fünf zu zählen.

So könnte man kurz zusammengefasst unseren diesjährigen Solinger Klingenlauf beschreiben.
Wer sich für diese Veranstaltung entscheidet, weiß, dass es garantiert muckelig warm wird, dass die Strecke gemein ist und man es bitter bereuen wird, sich wieder einmal angemeldet zu haben.

Dieses Mal wollte ich aber ganz besonders schlau sein, die Qual möglichst kurz halten und legte mich auf den Jedermannslauf über 5 km fest. Mein Sohn würde auch die kürzere Distanz laufen, und so fuhren wir nachmittags wieder einmal gemeinsam zu einem Wettkampf.

Ach, was war es schön, die vor uns gestarteten 10km Läufer zu bedauern, die bei schwülen 27°, gefühlt wie mindestens 30°, zehnmal die Fußgängerzone hoch und runter rennen mussten.
Wir liefen uns mit einem Vereinskollegen und dessen Bruder zwei Runden lang am Seitenrand der Strecke warm und erlebten das Elend der Langstreckler hautnah. Ich war wirklich ausgesprochen froh, diesmal nur fünf Runden laufen zu müssen und konnte nach den zwei schneckenlangsamen Einlaufkilometern meine Klamotten schon auswringen, so viel Schweiß war geflossen.

Da wir mittlerweile ja darauf abonniert sind, unsere Läufe fast zu verpassen, schafften wir das auch diesmal um ein Haar.
Als wir uns ganz gemächlich in Richtung Startlinie in Bewegung setzten, glaubten wir, jede Menge Zeit zu haben, da die letzten Mohikaner des Zehners sich noch auf der Strecke befanden. Aber plötzlich rief uns ein Bekannter zu, wir sollten uns mal beeilen, es ginge jetzt los!
Schlagartig war alles ganz schrecklich unentspannt, und während wir sprinteten wie die Blöden, versuchte ich krampfhaft, den I-Pod noch irgendwie anzuschalten und in der Hosentasche zu verstauen.
Man hatte wohl beschlossen, uns paar Jedermannsläufer ohne Rücksicht auf die Schlusslichter des Zehners auf die Strecke zu schicken. Zum Glück hatte man Erbarmen mit einem der verstreuten Läufer, der sich gerade auf die letzte Runde begab und ließ ihn vorbei. So schafften wir es gerade so eben, uns einzureihen und schon ging’s los. Zeitgleich schmetterten mir die Smashing Pumpkins in ohrenbetäubender Lautstärke ihr Tarantula ins Ohr – leiserstellen ging jetzt nicht mehr, alles außer Reichweite verstaut und außerdem musste ich mich jetzt auf’s Laufen konzentrieren.
Ich ging also ab wie ein Zäpfchen, überholte die 2. Frau und konnte die 1. Frau von hinten sehen. Wunderbar, ich war richtig, richtig schnell…aber irgendwas stimmte da nicht. Nach der ersten Runde in 4:10 min wurde mir klar, dass ich in meinem zuletzt trainierten 400 m Intervalltempo unterwegs war und dass ich diesen Spaß nun 4 km lang bitterlich büßen musste. Wie gemein, ich möchte immer so schnell laufen können, das hatte sich sehr geil angefühlt. Aber es war plötzlich so heiß, konnte die Temperatur innerhalb von vier Minuten von 30° auf 40° gestiegen sein? Und warum ging es nur noch bergauf – dies waren doch Runden, nach einem Anstieg musste ein Gefälle folgen? Ich kriegte jedenfalls von den Bergabpassagen nicht mehr viel mit, zumal gerade die in der prallen Sonne lagen. Kam man endlich in den schattigen Bereich, ging es zum Ausgleich wieder berghoch. Das tat weh, das war eklig, die 1. Frau war auf Nimmerwiedersehen enteilt und ich wunderte mich, dass die 3. Frau mich nicht längst wieder eingeholt hatte. Als ich auf der letzten Runde in einer Kurve kurz nach hinten blickte, konnte ich sie sehen – sie war mir dicht auf den Fersen.
Diese Schmach wollte ich aber unbedingt verhindern und mobilisierte noch ungeahnte Kräfte auf der letzten Steigung bis ins Ziel.
23:40 min hatte ich gebraucht, damit der Drittplatzierten noch 22 Sekunden abgenommen und war somit tatsächlich 2. Frau von insgesamt 24 Starterinnen geworden. Allerdings war das unerheblich, weil beim Jedermannlauf nur die Sieger was gewinnen., also erster Mann und erste Frau.
Nun suchte ich meinen Sohn, den ich längst im Ziel vermutete – aber von zwei LGlern erfuhr ich, dass er sich noch auf seiner Ehrenrunde befand!
Er war ohne Uhr, dafür mit Musikberieselung unterwegs und hatte wohl darauf spekuliert, irgendwann ins Ziel gewunken zu werden. Und so hatte er die Runden nicht gezählt, alle Zurufe aus dem Publikum überhört und hatte sich auf die 6. Runde begeben;-)
Nach 25:24 min und 6 Kilometern kam er dann endlich ins Ziel und stand sich natürlich ziemlich im Hals, zumal er auf dem letzten Kilometer derbe eingebrochen war und an Kilometer fünf vielleicht tasächlich knapp sub 20 vorbeigelaufen war.
Vielleicht wäre es auch eine Zeit knapp über 20 min gewesen, man weiß es nicht.
Naja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, das musste auch mein Ältester gestern erfahren.
Hoffentlich ziehen wir beide unsere Lehren für den nächsten Lauf daraus. Merke: Das 400 m Intervalltempo eignet sich nur bedingt für 5 km Wettkämpfe und Mitzählen schützt vor überflüssigen Kilometern.

Noch ein Foto vom Kampf auf der Strecke. Das ist nicht etwa die erste Frau da vor mir, sondern diese Damen (und auch einige der Herren) überrunde ich gerade unter Schmerzen…

8.6.07 21:52

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Nicht von schlechten Eltern…

Auf der Suche nach einer schnuckeligen, kleinen Laufveranstaltung war ich vor einiger Zeit hierauf gestoßen. Ein paar Vereinskollegen waren letztes Jahr dort gestartet und hatten gute Zeiten hingelegt.
Ein Blick in die Vorjahres-Ergebnisliste und schon war ich Feuer und Flamme, dort den Zehner mitzulaufen. In meiner Altersklasse roch es schwer nach guter Platzierung, denn das Teilnehmerinnenfeld war klein und qualitativ nicht berauschend!
Großspurig kündigte ich im Familienkreis also an, dort mit Altersklassensieg abräumen zu wollen! Die eine ernstzunehmende Konkurrentin war zu knacken, alle anderen sowieso.
Ein nicht unwesentliches Detail war mir beim Studium der Ergebnisliste aber entgangen. Die besten 2006er W40erinnen waren exakt mein Jahrgang und somit in diesem Jahr auch in meine Altersklasse gerutscht.

Mit großem und kleinem Sohn im Gepäck machten wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg. Mein Ältester wollte die 5 km mitlaufen. Leider wurde dies Vorhaben durch eine etwas zu knappe Kalkulation bei der Anreise vereitelt. Seine Startnummer wurde ihm zwar noch ausgehändigt, aber das Feld hatte sich schon in Bewegung gesetzt und er hatte verständlicherweise keinen Bock, mit 2 min Verzögerung hinterherzurennen. Fluchend meldete er sich auf den Zehner um.

Nun hatten wir also noch Zeit, Susi ein Stück entgegenzutraben, die auf der 5er Strecke die 30 min unterbieten wollte. Schon von weitem sah ich sie, ganz locker und lächelnd lief sie auf dem letzten Kilometer, knackte sogar die 29 und sah richtig gut aus danach! Susi, da geht noch was!!!

Allmählich wurde es Zeit, dass mein Sohn und ich uns zu unserem Start begaben. Nein, es wurde sogar allerhöchste Zeit ohne dass uns das bewusst war, denn Ziel und Start des Zehners lagen fast einen Kilometer auseinander. Kurz vor knapp reihten wir uns ein, es wäre auch mehr als fatal gewesen, noch einen weiteren Lauf zu verpassen – obwohl, dann hätte es noch die Option Halbmarathon gegeben…

Aber nein danke, mehr als 10 km hätte ich mir bei der zunehmenden Schwüle nicht antun wollen. Pünktlich zum Startschuss riss auch noch die Wolkendecke auf und die Sonne lugte hin und wieder kraftvoll hervor.

Obwohl ich abgesehen von einer Intervalleinheit nicht speziell für diesen Wettkampf trainiert hatte, ging ich das Risiko ein, auf eine Zeit unter 48 min anzulaufen. Nachdem der erste Kilometer zu flott war und ich meinen Sohn trotzdem nur kurz von hinten gesehen hatte, dachte ich, ohje, ob das für ihn mal gut geht….

Bis zur 5 km Marke hielt ich das Tempo hoch genug, Durchgangszeit knapp unter 24 min. Danach wurde es sehr mühsam, und auf dem neunten Kilometer ließ ich mich regelrecht hängen. Ohne diesen schlappen Kilometer hätte ich noch mindestens einen Platz beim Gesamteinlauf der Frauen gutmachen können.

Zum Schluss lief ich noch einen flotten Kilometer und landete mit 48:22 min im Ziel, was der drittbesten je von mir erreichten 10 km Zeit nach 1995 und 1996 entspricht!

Um die angestrebte Platzierung in der Altersklasse musste ich trotzdem zittern, obwohl ich 6. Frau im Gesamteinlauf war, von allerdings insgesamt nur 30 Frauen.
Ich wurde dann mit Glück doch noch 3. in der AK W 45 und durfte ein T-Shirt und drei Gartenfackeln mit nach Hause nehmen…;-)

Aber was mein Ältester geschafft hat, ist die eigentliche Sensation! Früher ist er ja regelmäßig eine Stunde und länger gelaufen, aber seit etwa 6 Monaten macht er nur noch Krafttraining in Kombination mit etwas Training auf dem Sportplatz, eher kurze Distanzen, Sprints und Hürden – nichts mehr über 5 km.
Trotzdem ist er einfach mal so locker flockig 42:37 min gelaufen, 1. Platz in der M19- zwar ohne Konkurrenz, aber als 23. von 133 Startern das Ziel zu erreichen ist ja schon „nicht von schlechten Eltern“…;-)
Ihm hat das Ganze auch Spaß gemacht, aber als Nächstes sollen die 20 min auf 5 km fallen – 10 km sind ihm zu lang.

27.5.07 22:34

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XXL-Bericht – Eine Bestzeit für die Ewigkeit

Ich bin die Ruhe selbst. Das LA Forum ist kapputt, aber das ist nicht schlimm, ich bin nicht aufgeregt und der Start ist ja erst nachmittags. Jetzt ist es früher Mittag, und ich bin die Ruhe in Person. Schade, dass man bei LA nicht mal läuern kann, wie es den anderen Halbmarathonis so ergeht, ob vielleicht jemand was Neues über die Baugrube oder Streckenführung zu vermelden hat – aber das tangiert mich ja alles nur peripher, so ruhig und gelassen, wie ich nun mal bin.

Kurz nach dem Mittagessen haut mich die mühevoll in Abrede gestellte Nervosität um. Plötzlich bricht Hektik aus, ich habe doch nicht die richtige Musik auf dem Pott, und der Junior muss noch mittagessen, keiner unterstützt mich, ich kann mich nicht entspannen, so gibt das nichts mit der Bestzeit. Ich will mich konzentrieren, abschalten – stattdessen muss ich Windelwechseln und bin jetzt schon platt und schlapp.
Und darum beschließe ich, mich ins Bett zu legen und trotzig zu sein und nicht zu laufen. Für’s geplante Treffen mit der Truppe ist es fast schon zu spät, und während ich mich eine halbe Stunde lang unter der Bettdecke verstecke, wird es dann wirklich zu spät.
Nein, ich laufe nicht, und wenn ich da heute nicht laufe, laufe ich auch den Marathon nicht und dann platzt die Sache halt zum 3. Mal, mir doch egal! Nun muss ich eine Runde heulen und mich vergeblich dagegen wehren, von Juniors Vater aus dem Bett gezerrt zu werden. Ehe ich mich’s versehe, stecke ich im Laufdress und sitze im Auto, und es ist wieder alles so, wie ich es nicht wollte, hektisch, spät, alles Mist.
Richtig mistig wird es vor allem, als die Brücke gesperrt ist, über die wir sonst immer anreisen. Drumherum, auf allen Wegen Stau. Noch 20 min und 2 km bis zum Start. Mit dem Auto kommen wir nicht durch, also heißt es Abschied nehmen und loslaufen.
Ich befinde mich in guter Gesellschaft, aus allen Fahrzeugen schälen sich Läufer und joggen was das Zeug hält.
Plötzlich stehe ich auf der Wiese vor dem Startbereich und höre jemanden „Kylie“ rufen. Wahnsinn, da gibt es ja doch noch ein Treffen: Die Kemnade-Lake-Runners sind da, und Schnucki-Ulla, meine virtuelle D-Jane kommt noch dazu, auf den Bänken sitzen auch noch in aller Seelenruhe Miriam und andere Foristen herum und verkünden, dass der Start um weitere 10 min auf 16:30 Uhr verschoben wurde.
Heißa, alles ist gut, und dies ist mein Tag, doch noch!

Meinen Pottie hatte ich doch dabei, mit einer in aller gebotenen Hektik darauf abgespeicherten wüst gemixten Playlist, die sich als goldrichtig erweisen sollte. Alles auf Anfang also, und so chillte ich mit George Michael feat. Mary J. Blige „AS“ im Startgetümmel, wie gewohnt hinter dem 5 min/km Schild herum und wartete auf das erlösende Signal zum Loslaufen.

Im Schlurfschritt setzte sich die Meute in Bewegung, an der Zeitmessmatte ging das dann allmählich ins Laufen über und nun war es soweit: Der Halbmarathon hatte begonnen.
Langsam loslaufen, langsam, langsam…und wie schon beim Test auf der Bahn konnte ich es nicht umsetzen, der 1. Kilometer, obwohl er mir unflott vorkam, unter 5er Schnitt. Noch war es nicht zu spät, auf dem 2. Kilometer könnte ich das Ruder noch rumreißen, also, gemach, gemach, und Scheiße, wieder unter 5er Schnitt.
Toll, die knapp 25 sec, die ich jetzt schon vor dem Plan lag, könnten mich später Minuten kosten, wenn ich einbrechen würde!
Es gelang mir nun, ein ganz kleines bisschen verhaltener zu laufen, und es ging mir so verdächtig gut dabei. Ich fühlte mich locker, hatte reichlich Atem – also würde ich jetzt einfach so weiterlaufen und vielleicht wäre der Einbruch erst so spät, dass die gewonnene Zeit zum Ausgleich reichen würde.

Bei km 4 fand ich wieder einmal geeignete Opfer, an denen ich mich orientieren konnte. Ein Trio in rot-schwarzen Vereinstrikots, kleine, zierliche Läuferin in der Mitte, flankiert von zwei Herren. Gleichmäßige Pace, routiniert wirkend – hah, das war meine Chance. Ich fragte kurz an, was sie denn laufen wollte, bekam „unter 1:50 h “ als Antwort und ab sofort waren wir ein Quartett. Die drei waren bestens ausgestattet mit Eigenverpflegung! Wahnsinn, was die sich alles reinzogen – da konnte ich nur staunen und musste mich mit Wässerchen bei km 8 und 13 begnügen. Bei km 13 geriet ich deswegen leicht in Rückstand, weil das Trio weiterlief und ich mir, langsamer werdend, das Wasser reinpfiff.
Aber ich wollte sie noch nicht ziehen lassen. Zwar ging ich ganz schwer davon aus, dass ich nicht bis zum Schluss würde mithalten können, aber bis mindestens km 15 wollte ich versuchen, dran zu bleiben. Dann wären es nur noch 6 km zu laufen, und ich lag so gut in der Zeit, dass ich etwas langsamer werden durfte.
Also schloss ich noch einmal zu ihnen auf und lief ihnen weiter hinterher. Der 16. Kilometer zog sich, es ging wohl auch ein bisschen berghoch, wobei das immer nur kleine Steigungen waren.
Irgendwann registrierte ich, dass der 17. Kilometer angebrochen war, dass es mir gut ging, dass Queen mir Another one bites the dust ins Ohr schmetterte und dass ich sogar mit einem 5:30er Schnitt mein Ziel erreichen würde!
Aber ich musste ja nicht, langsamer werden, meine ich – ich konnte ja, wenn ich wollte einfach weiterlaufen.
Und dann kam das Runner’s High, ich fing an, laut zu singen und im Takt zu klatschen – We will, we will rock you klatsch, klatsch, – Bestzeit, Bestzeit, das würde hier eine Bestzeit geben, nach 15 Jahren Läuferinnendasein!
Es konnte gar nichts mehr passieren, ich müsste schon einen Krampf oder sonstwas kriegen, und danach sah es nicht aus. Jetzt hörte ich Fanta 4 „Ernten was wir säen“ und yeah, so war’s, genauso war’s, ich grölte mit und erntete belustigte Blicke von denen, die ich überholte. Am laufenden Meter überholte ich jetzt, nur noch 2 km, das Trio hatte ich längst abgehängt. Ich war wie im Rausch, achtete auch nicht mehr auf die Uhr, ich flog!
Sowas habe ich noch nie zuvor erlebt! Unglaublich war das, und ich bin mir sicher, dass ich nie mehr auch nur annähernd an diese Zeit herankomme. Mehr geht nicht, mehr will ich auch nicht, ich bin damit so zufrieden und satt! Das darf in alle Ewigkeit festgemeißelt so stehen bleiben.
Im Ziel stand ich dann ganz dösig und torkelig herum, nichts mehr wahrnehmend, bis mich jemand von der Seite ansprach: der Michael, einer der Pacemaker vom 15er Lauf. Die Lebensgeister kehrten zurück, ich sah noch Heike von den Kemnadern und später sogar noch Schnucki und Jublu.

Und ich habe alles, alles erreicht, was ich mir so an kleinen Zielen gesteckt hatte: Unter die Top 100 bin ich gekommen, unter die Top 10 in der AK, so gerade eben, aber es hat gereicht.
Und für alle, die so lange durchgehalten haben, hier nun die Urkunde:

1.4.07 09:22

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Telegramm

Heute reicht’s nicht meht für einen Bericht. Ich bin tot. Jedenfalls teilweise. Aber es war ein schönes Sterben und es hat selbstgestoppt nur 1:48:07 h gedauert.

Irgendwann bin ich verrückt geworden. Dazu morgen mehr. Ihr seht es am Kilometersplit, der schnellste gelaufene Kilometer – da hat es in meinem Kopf einen kleinen Aussetzer gegeben und ich bin gelaufen wie eine Wahnsinnige!

Es gibt so viel zu berichten über den Lauf, aber ich bin alle, mir tut der Po weh. Echt, da habe ich sofort Muskelkater bekommen.

Nun noch die Tabelle und DANKE an Euch alle, die ihr an mich gedacht habt. Vielleicht war das der Grund für meinen Wahnsinn. Und für meinen schmerzenden Popo. Die vielen gutgemeinten Tritte in den Hintern, die ihr mir geschickt habt;-)

31.3.07 20:35

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Startnummer 3

Da staunte ich nicht schlecht, als ich heute beim Neandertallauf über 14065 Meter inclusive diverse Höhenmeter mit der Startnummer 3 ins Rennen geschickt wurde. Irgendwie guckten mich alle so merkwürdig an…oder ob ich mir das nur einbildete? Hier waren mit Birgit Lennartz und Steffi Buss zwei Top-Läuferinnen am Start, und mich hatte keine/r auf der Rechnung, haha!
(Den ausführlichen Bericht gibt’s übrigens hier zu lesen)

Skeptischer Blick vom Nachwuchs…ob Mama der Favoritenrolle gerecht werden kann…?

Eine Stunde, 10 Minuten und 53 Sekunden nach dem Startschuss hatte ich gut lachen. Ein Dankeschön an den Mann in Rot, Vereinskollege und Zugpferd auf dem letzten Kilometer!

Anstehen für’s Getränkefassen…
!
Beim langen Warten auf die Siegerehrung wurde auch vom Nachwuchs sportlicher Einsatz gefordert.

Aber dafür durfte der Nachwuchs auch mit auf’s Treppchen, weil Mama, nein, nicht den 3. sondern sogar den 2. Platz in der Altersklasse W45 gemacht und einen „Red Son Speed Twister Bottlebelt“ (sprich: Trinkgürtel;-) gewonnen hatte!

Und noch ein schönes Stilleben mit Neandertaler…na, da hat sich das Warten doch gelohnt.

Natürlich kamen Steffi Buss und Birgit Lennartz gute 10 Minuten vor mir ins Ziel 🙂 …aber nur eine Frau in den 45ern war schneller! Irre, ich bin echt ziemlich stolz, zumal der Lauf nicht schlecht besetzt war.

Noch ein kleiner Nachtrag, da ich jetzt ein bisschen Ruhe habe – die 3 hat sich als schönes Omen erwiesen, bin ich doch meine drittbeste Zeit auf dieser Traditionsveranstaltung gelaufen von 7 Starts – wovon ein Start nicht zählt, da ich da aus Versehen auf die 5000 m Strecke geraten bin. Plötzlich war ich nach 5 Kilometern im Ziel, das war echt witzig!

1995 1. Teilnahme 1:13:16 h 3. AK W30
1996 2. Teilnahme 1:10:02 h 4. AK W30 (Bestzeit)
1997 3. Teilnahme 1:10:50 h 4. AK W35
1998 4. Teilnahme 0:24:50 h 5 km 🙂 5. Frau
1999 5. Teilnahme 1:14:42 3. AK W35
2005 6. Teilnahme 1:20:32 7. AK W40
2007 7. Teilnahme 1:10:53 2. AK W45

1999 habe ich schon geschwächelt. Ab 2000 war ich ja dauergefrustet, weil nichts mehr so lief wie früher. Da habe ich auch nicht mehr an so vielen Wettkämpfen teilgenommen. 2005 wollte ich es ja noch mal wissen und war so enttäuscht im Ziel, dass ich heulen musste. Ich hatte so viel trainiert und konnte doch keine Leistung bringen. Kurze Zeit später wurde ja die Anämie diagnostiziert – ein Wunder, dass ich überhaupt noch hatte laufen können. Ohne Sauerstoff im Blut geht das halt nicht so gut 😦
Und nun kann ich wieder an meine Leistungen von vor 11 und 12 Jahren anknüpfen – das finde ich ja mal ziemlich geil!!!

Das war’s jetzt aber mit „französischem“ Marathontraining – genug Qualität, jetzt muss ich ran an den Speck bzw. die langen Läufe. Und nun, da ich diesen très chicen Trinkgürtel gewonnen habe, kann ich unterwegs ja sogar mal Flüssigkeit zu mir nehmen

11.3.07 18:03

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Augen zu und durch…

…so musste die Devise für den 1. Lauf der Duisburger Winterlaufserie angesichts der Massen am Start lauten.

Die Anfahrt klappte perfekt, und da ich Startnummer und Chip bereits am Freitag abgeholt hatte, kam keinerlei Hektik auf. Ich traf sogar noch Linda und Claudia, lief mich mit Linda ein bisschen warm und wollte mich eigentlich mit ihr gemeinsam am 5min/km Schild aufstellen. In dem wahnsinnigen Gedränge im Startbereich verloren wir uns dann leider aus den Augen. Ich sprang zwar immer mal wieder in die Luft, um sie oder vielleicht auch Bogart oder andere bekannte, in der Menge vermutete Gesichter zu erspähen – aber vergeblich…obwohl wir bestimmt alle dicht beieinander in der Nähe des besagten Schildes standen.

Als der Startschuss ertönte, tat sich erst einmal gar nichts – es dauerte sagenhafte 1:25 min, bis ich die Startlinie überquerte. Ich nahm zwar die Zwischenzeit, konnte aber auf der Uhr wieder nur die Bruttozeit erkennen. Nächstes Mal denke ich dran, mich ganz auf die Nettozeit zu konzentrieren, es macht nämlich keinen Spaß, unterwegs noch kopfzurechnen.

Eingekeilt in eine sich schwerfällig fortbewegende trampelnde Horde suchte ich mein Heil in der Flucht über die Seiten. Die wenigsten hatten sich wohl da aufgestellt, wo sie hingehörten – einen 5er Schnitt liefen die jedenfalls alle nicht.
Also schlug ich mich nach ganz außen durch um da doch einigermaßen zügig immer mal wieder Raum zu gewinnen. Die ersten beiden Kilometer lang ging das so, sehr anstrengend auf die Dauer. Irgendwann war ich dann soweit nach vorne gelaufen, dass ich nach dem zu schnellen Anfang (2km in je 4:36 min) durchatmen, mein Tempo finden und im Feld knapp unter 5er Schnitt mitrollen konnte.

Die Strecke gefiel mir überhaupt nicht, endlos lange gerade Straßenabschnitte, einzige Abwechslung der Weg entlang der Regattabahn. Ich war zu warm angezogen, was sich besonders unangenehm bemerkbar machte, als die Sonne unvermittelt aus den Wolken lugte. Aber ich arrangierte mich damit und fing nicht an, wie viele andere hektisch die Klamotten vom Leib zu reißen – viel zu viel Energieverschwendung.

Mit der Bruttozeit auf der Uhr kam ich nicht richtig klar, und darum nahm ich mir vor, einfach auch brutto unter 50 min zu laufen. Dafür fehlte aber am Ende die Kraft, und zwar die in den Beinen. Die Atmung war die ganze Zeit über im grünen Bereich, die Beinmuskulatur war eindeutig der limitierende Faktor.

Auf der Zielgeraden wusste ich, dass ich um netto sub 50 nicht zittern musste, sondern dass ich sogar ganz knapp eine sub 49 herausgelaufen haben könnte, sofern ich korrekt gestoppt hatte.

Das Gefühl nach dem Lauf – immer noch irgendwie unwirklich. Ich laufe wieder in Dimensionen vor, die Jahrzehnte zurückliegen…und das Merkwürdige daran ist, dass ich nicht so am Ende danach bin wie damals. Meine Bestzeit ever über 10 km waren ja 47:28 min, das ist 1995 gewesen, also vor 12 Jahren! Seit 1998 bin ich nicht mehr sub 50 gelaufen…bis zum Martinslauf 2006! Und nun in 2007 eine 48er Zeit, bei der ich nicht das Gefühl habe, dass da überhaupt nichts mehr geht….sondern bei der ich meine, dass ich keinesfalls an meine Grenzen gegangen bin. Sonst hätte ich heute, einen Tag später, wohl kaum die 21 km ohne größere Probleme bewältigt. Ich bin losgelaufen, in der Erwartung, unterwegs wohl eher auf 15 km umzudisponieren – aber es lief erstaunlich gut und locker.

Mit der nächsten Woche beginnt der 12 Wochen Marathon Countdown. Was ich vorher erreichen wollte, nämlich einen wöchentlichen 2 Stunden-Lauf zu etablieren, ist gelungen. Das ist nun also die Basis für die langen Läufe. Ansonsten werde ich mich nach keinem speziellen Plan richten, die grobe Linie ist ja bekannt. Ich habe hier zwar 3 verschiedene Pläne in der Schublade liegen, aber die dienen mir nur als Orientierung, ob das was ich mache so in etwa okay ist.

Das Highlight meines heutigen Laufs war übrigens dieser Song. Kurzfristig war das kein Laufen mehr, was ich da auf der Trasse tat, sondern Hüpfen, Springen und Tanzen. Mann, macht das Lied Laune. Ein ganz riesengroßes DANKE an Ulla für die Inspiration

Auferstanden von den Toten…

…und am 7. Tage sollst Du laufen.

Schuld ist nur der Geiz. Der Ratinger Neujahrslauf war lange schon bezahlt, incl. Leih-Chip. Warum ich mir die Chips jedes Mal leihe und nie einen kaufe, ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.
Wäre ich also nicht angetreten, hätte ich den Chip jedenfalls nicht zurückgeben können und die 25 Euro wären futsch gewesen.
Der sparsamen Hausfrau in mir hätte das in der Seele wehgetan, und da ich nach 6-tägiger Laufpause wegen akuter Nebenhöhlenentzündung sowieso einen ersten, vorsichtigen Rekonvaleszenz-Lauf angedacht hatte, überlegte ich, den eben in Ratingen im Rahmen des Neujahrslaufs zu absolvieren.

Ganz gemütlich hinten mitjoggen, das war Plan A.

Dabei aber doch wohl hoffentlich unter 60 min bleiben, das war Plan B.

Möglicherweise das Marathonrenntempo antesten – wäre doch ein gutes Zeichen, wenn ich das in lädiertem Zustand 10 km lang relativ unangestrengt durchlaufen könnte, also 57 min, das war Plan C.

Ansonsten machte ich mir keinen großen Kopp. Frühzeitiges Erscheinen war nicht notwendig – ich musste ja nur eben kurz Startnummer und Chip abholen und dann die 500 m bis zum Start zurücklegen. Um 12 Uhr sollte es losgehen, also würde Ankunft um 11:30 Uhr dicke reichen.
Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen verfuhren wir uns dann aber in einer sich mehrmals wiederholenden Umkreisung der Örtlichkeit. Ich hatte angenommen, die Anfahrt sei ganz einfach – schließlich war ich schon des öfteren dort gestartet und nie hatte es Probleme gegeben, dorthin zu finden. Diesmal aber verfransten wir uns, was vielleicht auch an David lag, der ‚rumknötterte und sich in seinem neuen Autositz nicht recht wohlfühlte.
Nachdem ich mich schon damit abgefunden hatte, halt nicht mitzulaufen, sondern nur den Chip zurückzugeben, sichteten wir um 11:50 Uhr doch das Startbüro. Ich sprang aus dem Auto, rannte zum Ausgabeschalter – dort war überhaupt kein Andrang, haha 😉 – riss der zuständigen Dame den Umschlag aus der Hand, befestigte innerhalb einer Minute den Chip am Schuh und die Nummer am Shirt, fragte jemanden, wo es am schnellsten zum Start ginge und sprintete los. Zum Glück konnte ich mich einer großen Gruppe blaugehemdeter Läufer anschließen, die auch so spät dran waren. Jaja, meinten die, sie wären immer auf den letzten Drücker, das würde schon noch passen. In der Tat erreichten wir um 11:59 Uhr die Startlinie. Die Herren in blau hoben einfach das Band hoch und stellten sich keck vorne in die erste Reihe.
Ich schlüpfte mit durch, nutze dann aber die letzte Minute, mich wie Rambo bis ganz ans Ende, in die hinterste Reihe zu kämpfen. Schließlich wollte ich langsam machen. Die Uhr lief, und nach einer guten Minute drückte ich die Zwischenzeit, als ich die Startlinie überquerte. Gefühlsmäßig rollte ich unangestrengt, Pulsuhr sagte aber was anderes. Ach, was kümmerte mich der Puls, nach 6 Tagen Pause war der sowieso im Eimer. Ich guckte in der Gegend herum, genoss die Bewegung und überholte so ganz nebenbei. Das fand ich witzig, weil ich ja wirklich total hinten gestanden hatte, würde ich nur überholen. Jeder, den ich einsammelte, war vor mir gewesen, von Anfang an.
Dass ich das erste Kilometerschild mit netto 5:01 min passierte (brutto knapp über 6 min) hielt ich für einen Scherz des Veranstalters. Schild falsch aufgestellt, ganz klar. Aber mein Garmin piepste auch…hä? Das wurde mir unheimlich, ich bemühte mich um Contenance – bloß nicht schneller werden, ich war noch nicht ganz gesund, verdammt noch Mal.
Aber ich überholte weiter. Irgendwie musste ich mich ablenken. Ein junges Mädel, geschätzte 20 Jahre, klebte hinter mir, schwer atmend, und wollte an mir vorbeiziehen, als ich gerade wieder etwas langsamer machte. Jetzt spielte ich mit ihr ein etwas gemeines Spielchen: Ich ließ sie vor, blieb etwas zurück und machte dann einen kleinen Antritt von 100 Metern, wobei ich sie locker flockig wieder abhängte. danach fiel ich wieder in meinen flacheren Schritt. Aber die Kleine hatte echt Biss, sie kämpfte sich einen Kilometer lang wieder heran und wir wiederholten das Ganze.
Eine Runde von 3,3 Kilometern verflog nur so. Jetzt hielt ich Ausschau nach meinen Männern. Im Zielbereich standen sie nicht…vielleicht hatte ich sie auch übersehen. Also weiterlaufen, auf der zweiten Runde aber wirklich mal die Handbremse ziehen. Plötzlich erspähte ich die beiden am Straßenrand, machte einen kleinen Schlenker und drückte dem völlig verdattert dreinblickenden David ein Küsschen auf die Wange.
Weiter ging’s mit Überholen. Ich realisierte, dass ich wirklich alle meine guten Vorsätze, Plan A, B oder C betreffend, über den Haufen gerannt hatte. Aber ich fühlte mich gut, immer so, als ob ich gebremst liefe. So einen spaßigen Wettkampf hatte ich lange nicht erlebt. Ein paar Kinderhände abklatschen und schon lag die 2. Runde hinter mir.

Okay, nun also die letzte Runde. Jetzt lohnte es sich nicht mehr, noch mit den Kräften hauszuhalten. Ich konzentrierte mich auf das Spaßduell mit dem Mädel, das sich gerade wieder an mich herangearbeitet hatte. Ich bewunderte sie echt für ihre Zähigkeit. Sie legte sich jetzt auch total ins Zeug, und um an ihr dranzubleiben, musste ich mich schon deutlicher anstrengen als zuvor. Also ließ ich sie ein Stückchen vorlaufen, ich wollte es ja nicht übertreiben und hinterher diesen Unsinn teuer mit weiteren Wochen krankheitsbedingter Laufpause bezahlen. An der kleinen Steigung zur Zielgeraden hin hatte ich sie dann aber wieder und zog den Schritt lang. Mann, was hatte die Kleine Kampfgeist: Sie keuchte und schnaufte und setzte zum Endspurt an. 20 m hielt ich dagegen, dachte dann aber, so ein Schwachsinn, das sei ihr doch gegönnt nach diesem Lauf. Und schon war ich im Ziel und traute meinen Augen nicht. Auf die Zeit hatte ich gar nicht mehr geachtet – konnte es denn wahr sein, dass dies eine BRUTTO-Zeit von knapp unter 53 min geworden war??? Ich glaubte es erstmal nicht – das würde ja bedeuten, dass ich netto eine hohe 51er Zeit gelaufen war.
Aber es stimmt. So steht es in der Ergebnisliste:

10 546 S., Manuela LG Wuppertal 1962

Netto 00:51:51
Brutto 00:52:58
1. Runde:00:17:29
2. Runde:00:17:13
3. Runde:00:16:52

Und noch ein bisschen Statistik: 10. Frau in der W45 (35 Frauen in der W45)

70. Frau gesamt (von 222 Frauen)

580. gesamt von 969 Startern u. Starterinnen

Ich hatte dann allerdings schon Angst, diese Nummer büßen zu müssen. Nachmittags war ich ziemlich platt, legte mich mit David zur Siesta ins Bett. Abends ging’s dann aber, und heute fühle ich mich ganz normal. Auch kein Fieber, 36.9°, eben gemessen.

Das war also mein erster Wettkampf in der neuen Altersklasse, und ich bin mir sicher, mehr Spaß werde ich bei keinem weiteren haben!

8.1.07 09:43

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Metropole Haßlinghausen

Da haben die Köpfe der Organisatoren bestimmt ganz schön geraucht, bis das Kind einen Namen hatte. Anscheinend wollte man einen Hauch Modernität verströmen, als die Wahl auf die vollmundige Bezeichnung „1.Haßlinghauser Laufevent“ fiel.

Irgendwie hatte ich mir einen „Event“ immer ganz anders vorgestellt – und ich muss sagen – zum Glück übrigens – man hätte keinen unpassenderen Ausdruck für diese kleine, urtümliche Veranstaltung finden können.

An der Sporthalle angekommen, konnte ich unverzüglich um 8:30 Uhr gegen ein bescheidenes Entgelt in Höhe von 5 Euro die Startnummer in Empfang nehmen.
So war entgegen aller frühmorgendlicher Bedenken, die ich bei der recht knapp geplanten Anfahrt noch gehabt hatte, ganz ohne Stress und Hektik sogar ein 10 minütiges Einlaufen möglich.

Alsdann versammelte sich ein ausgesprochen überschaubares Trüppchen Läufer/innen an der 200 m weit entfernten Startlinie.
Hinter uns rotteten sich die zahlenmäßig haushoch überlegenen Nordic Walker/innen stöckchenscharrend zusammen und wurden mehrfach von einem älteren Herrn mit Mikro und Befehlsgewalt eindringlich ermahnt, den Läufer/innen nicht in die Hacken zu trampeln und bitte erst 10 min später loszuwalken.

Im schmalen Läuferfeld hatte ich einen Bekannten entdeckt, der seine jugendliche Tochter begleiten wollte. Zwischen 48 und 50 min hatten sie sich als Zeit vorgenommen – zu schnell für mich, aber dennoch wollte ich mich so lange wie möglich hinter die beiden klemmen.

Der Startschuss ertönte und in Brutto-wie Nettozeit, auch ohne Chip, wurde die Startlinie passiert.

Bevor ich gleich einige Bilder für sich sprechen lasse, noch ein paar kleine Erläuterungen.
Die Strecke war bis auf kurze Abschnitte beim Start (bergab), der Mitte (je einmal bergauf und-ab) und dem Ziel (bergauf) recht flach.
Zum Eventcharakter der Veranstaltung gehörte, kein einziges Kilometerschild aufzustellen. Nie war der Garmin wertvoller als heute, kam ich doch in den Genuss, trotzdem über jeden einzelnen Kilometer informiert zu werden.
10 Kilometer sollten es sein, aber was nicht passte, wurde auch nicht passend gemacht. Also war die Strecke rund 10,1 km lang, was ich durch einen Bekannten schon vorher erfahren hatte.
Das war bei dieser Veranstaltung aber auch nicht schlimm, da es nur um die „erfolgreiche Teilnahme“ (siehe Urkunde) und nicht etwa um Platz, Sieg und Bestzeit ging. So gab es weder eine Siegerehrung, noch eine Auskunft über die Platzierung und eine Ergebnisliste schon mal gar nicht.
Dafür saß man gemütlich im Turnhallenfoyer beisammen und durfte sich nach kurzem Warten seine Urkunde nebst Medaille abholen. Das Design dieser beiden Devotionalien verströmt ein bisschen Bundesjugendspielecharme..sehr speziell;-)

Aber nun die Fakten:

Vorab – ich habe mich im Ziel gefreut, wie man sieht!

Anlass zur Freude:

Ab Kilometer 5 bin ich puls- und tempomäßig gelaufen wie ein Uhrwerk:

Zur Erinnerung an den Event, freundlich gemessene 51:11:25
Da ich nicht über die Fähigkeit verfüge, gut 100 Meter in 11 Sekunden zu sprinten, ist die 10 Kilometer Durchgangszeit etwas mit einer 50 !!! am Anfang!

Leute, danke für’s Lesen und spart nicht an stehenden Ovationen. Dies ist für mich eine 2000er Bestzeit – nie bin ich in diesem Jahrhundert schneller gelaufen! Und lange Jahre hatte ich nicht mehr daran geglaubt, nochmal realistisch auf eine Zeit unter 50 spekulieren zu dürfen. Dieser Lauf hat mir gezeigt, dass es möglich sein könnte, wohl noch nicht dieses Jahr, aber nächstes vielleicht. Ich bin absolut zufrieden, stolz und glücklich.

Meine Pacemaker, Vater und Tochter, die ich wirklich lange Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte, musste ich nach 7 Kilometern leider – wirklich leider, ich fand’s jammerschade für das Mädel – überholen. Die Kleine hatte starke Rückenschmerzen, wie sie mir hinterher erzählte und musste auf den letzten Kilometern überwiegend gehen. Das tat mir total Leid, sie war so schön gleichmäßig gelaufen und der Anblick der beiden hatte mich immer wieder motiviert.

22.10.06 20:10

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Ernstvall (special thx @ uschi 😉

Wie weit reichen Intervalle im Ernstfall?

Eine Riesenvorbereitung habe ich ja nun nicht hingelegt, aber doch immerhin 4 Wochen mehr oder weniger gezielt auf den heutigen Tag hintrainiert.
Vielleicht war ich deswegen furchtbar übernervös. Man fährt ja immer gut, wenn man wettkampfmäßig so aus der Hüfte schießt. Hat man Glück und legt eine Super-Zeit hin, darf man frohlocken, – hat man Pech und es kommt nichts Tolles dabei ‚rum, kann man sagen, man habe ja auch nichts dafür getan.
Aber wenn ich’s heute komplett vermasselt hätte, wäre ich echt ratlos und geknickt gewesen…denn das Knie schmerzte nicht, gut vorbereitet fühlte ich mich auch, die mentale Einstellung gut, das Wetter etwas warm, aber nicht zu sonnig…optimale Bedingungen eigentlich.
Worauf ich nun loslaufen sollte, wusste ich immer noch nicht. Einen Vereinskollegen, der sich als Zugpferd nützlich machen wollte, schickte ich allein auf die Strecke…er hat sub 50 min locker drauf und ich wusste, dass ich mich in seinem Windschatten total verausgaben und dies ein schlimmes Ende nehmen würde. Also lieber allein auf die Piste, mit Kurs 5:06 min/km.
Das erste Kilometerschild übersah ich schon mal und war irritiert. Km 2 passierte ich bei 9:54 min…eigentlich nur wenig zu schnell, wenn man bedenkt, dass es viel bergab ging.
Jedoch die Höhen kamen unvermeidlich…ich war aber gut drauf und stoppte die 5 km Zwischenzeit mit ca 25:36…die anderen Kilometerschilder hatte ich wieder nicht bemerkt…ist mir noch nie passiert – komischerweise habe ich sie auf der 2. Runde dann alle gesehen.
Ja, die 2. Runde…was habe ich gekeucht, ganz untypisch, dass ich so laut schnaube. Bei den 1500 Meter Intervallen hatte ich das ausprobiert mit der Schnauferei und heute konnte Kylie 5000 Meter lang brauchen was es gelernt hatte…wurde aber leider trotzdem immer langsamer. Dabei kam ich mir noch immer dynamisch vor auf den flachen Passagen, aber bei den Hügeln konnte ich das Tempo nicht mehr halten, keine Chance!
Gut 2 Minuten hat mich die 2. Runde gekostet, und am Ende konnte ich noch nicht mal Lizzys Dachauer Ergebnis einlaufen…blöde 53.15 min habe ich gestoppt. 52:59 wenigstens wäre doch cooler gewesen…aber andererseits bin ich so schnell seit Jahren nicht mehr gelaufen, letztes Jahr beim flachen Frühlingslauf in Düsseldorf waren’s 53:21 gewesen, und darüber hatte ich mich gefreut!
Ich hatte eh keine Gelegenheit, groß herumzuhadern, denn Stefan, der anschließend direkt durchstarten musste zum Handballspielen, wartete schon mit David im Tragetuch. David verzog diesmal keine Miene, als er mich sah, obwohl ich sicher noch schlimmer aussah als letztens…Bilder werden morgen folgen;-)
Schwitzig und stinkig wie ich war, ohne Auslaufen und mit zittrigem Gebein quetschte ich mich ins Auto und hakte den Lauf schon irgendwie als gute, aber verbesserungsfähige Leistung ab. Meine offizielle Zielzeit und Platzierung weiß ich also gar nicht, mal sehen, was die Ergebnisliste später hergibt.
Und jetzt, geduscht und einigermaßen erholt, bin ich recht zufrieden mit mir.
Aber die knapp verpasste 52er Zeit wurmt mich ja schon…die habe ich am letzten Aufstieg versemmelt.
Jaja, meine Oma hat immer mit mahnendem Zeigefinger zu mir gesagt „Und unzufrieden will ich im Leben nicht mehr sein!“. Klein-Kylie fiel wohl auch schon durch Hang zur Unzufriedenheit auf;-)

23.9.06 21:38

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Korrektur

53:06 …arggh.. DAS ärgert mich ja nun doch noch mehr. Ich war gestern so fertig, dass ich im Ziel erst die Split-Taste gedrückt und dann mit einiger Verzögerung richtig gestoppt hatte. Die Zeit auf meiner Uhr war dementsprechend einige Sekunden später stehen geblieben…und daran hatte ich gar nicht mehr gedacht!
Sonst bin ich aber doch sehr zufrieden, nicht nur ein bisschen. 14. Frau von 64 Starterinnen, 5. W40erin von 27 W 40erinnen – das stimmt doch versöhnlich.

Hier also nun noch die Fotoreportage:

Ein Blick aufs Starterfeld

Volle Konzentration und gewohnt skeptischer Blick

Halbzeit – mit Vollgas in die 2. Runde

Kurz vor Schluss vom Pacer abgeholt

Zielspurt.. leider 7 sec zu langsam 😉 Schrittlänge zu kurz, besonders der Abdruck schlecht, Oberkörperhaltung verkrampft, da ist nun Marquardt gefragt!

Mit Medaille im Ziel

Eigentlich sollte das ja mein einziger Wettkampf für dieses Jahr sein…aber ich habe doch Blut geleckt. Der junge Mann, der mich so nett ins Ziel abgeholt hat , nachdem er als Pacer auf der ganzen Strecke für mich zu schnell war, hat mir von einem netten kleinen Volkslauf erzählt, auf dem er als Streckenposten eingesetzt ist…

24.9.06 20:49

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Ich staune!

Das kann doch jetzt wohl nicht wahr sein…aber was mir meine Uhr sagt, steht definitiv auch so in der Ergebnisliste. Ich bin das sogenannte „Zehntel“ von 4,2 km beim Jedermannslauf locker in 21.30 min gejoggt und wie ich eben nachlesen konnte, damit 1. Frau gewesen, und Zehnte insgesamt.
Nun gut, das war ein kleines Starterfeld, die Platzierung bedeutet da nichts.
Aber ich hätte es echt nicht für möglich gehalten, dass ich nach all den Schwangerschaftsmonaten im Schlappschritt einfach so ein Tempo knapp über 5 min/km aus dem Ärmel schütteln könnte. Und das auch noch so, dass es ein bisschen anstrengend war, ich aber noch recht gut mit meinem Pacemaker „Waldkater“ quasseln konnte, also absolut nicht am Limit. Ohne den Kater hätte ich mich ein bisschen mehr zurückgehalten – andererseits hat er mich jedoch auch nicht dazu verleitet, zu viel Gas zu geben. Das Laufgefühl war einfach toll, und vor allem ist das nun die Belohnung dafür, dass ich in der Schwangerschaft keine ruhige Kugel geschoben habe.
Ach, ich freue mich!
kylie – 9. Apr 06

18.6.06 11:37

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Stirb schnell…Doppelschlag

Gestern Abend rumorte bereits das Gedärm…erholsamer Schlaf blieb u.a. deswegen eine Wunschvorstellung, – und so hätte der Wecker um 7 Uhr auch die Klappe halten können…ich lag eh schon seit mindestens einer Stunde wach im Bett.
Nachdem ich mich zunächst wieder zum Klo und danach zur Kaffeemaschine geschleppt hatte, stoppte ich, um die Wartezeit auf den Koffeinschub zu überbrücken, ungefähr zwanzigmal meinen“Ruhepuls“. Nach schockierenden 60 (statt üblichen 40) Schlägen schaffte ich es, durch starre Rückenlage bei halbgeschlossenen Augen irgendwann mal eine 49 auf der Uhr ablesen zu können…okay…das sah schon besser aus. Das konnte ich meiner leichten Nervosität in die Schuhe schieben 😉

Während mein Düsseldorfer Jung noch friedlich vor sich hin schlummerte, frühstückte ich, packte Klamotten, schob eine kurze Waschsession ein und vollbrachte das Kunststück, lediglich 10 min nach der geplanten Abfahrtszeit startklar auf meinem Rucksack zu sitzen.
Der Live-Mitschnitt eines And One Konzerts brachte auf der Fahrt nach Düsseldorf meinen Adreanlinspiegel, der schon vorher mächtig hoch gewesen war, zum Überlaufen. Ich wollte endlich losrennen, es hinter mir haben, die beschissene Ziellinie überqueren und mich gepflegt übergeben!
Aber zunächst galt es Schlange stehen, um die Startunterlagen abzuholen. Zum Glück traf ich vor dem Meldebüro schnell den Rest unserer Staffelmannschaft, die LG Wuppertal Fraktion und einige andere Haudegen aus alten Zeiten, so dass die Warterei doch sehr kurzweilig verlief. Noch ein kurzes, gemeinschaftliches Einlaufen, Austauschen von „Viel Glück“ Floskeln und schon fiel der Startschuss.
Die Glaskugel hatte mir im Vorfeld geraten, alles auf eine Karte zu setzen, nicht auf Sicherheit zu laufen, sondern es zu riskieren, hinterher etwas einzukrachen. Was ich dringend brauchte, war eine gute Halbzeit….ein Verzug bereits nach 5 Kilometern hätte mich sehr demoralisiert.
Also Kamikaze…1.km 4.57 min (zu schnell, aber okay), 2.km 5.07 (fühle mich locker) 3.km 5.12 (das wäre klasse, wenn’s so weiterginge), 4.km 5.13 (das wird doch nicht wirklich so weitergehen?), 5.km 5.20 (aha, nun wird’s zäh) – aber die Halbzeit von 25.49 min ist Motivation pur! – 6.km 5.33 (wie schnell die Motivation doch einbricht), 7.km 5.31 (mühsam, mühsam), 8.km 5.41 (der Kampf um die Zeit zermürbt), 9.km 5.34 (gleich ist es vollbracht), 10.km 5.09 (die Kotz-Schallmauer fast durchbrechend 😉
Zielzeit: 53.21 min ….ich hab’s geschafft! Dass mich irgendein rasender Reporter noch vor’m Wasserfassen mit nervigen Fragen bombardierte, (warum und wieso gerade mich wird ein ewiges Mysterium bleiben – vielleicht genauso, wie es mir unbegreiflich ist, warum mir die Startnummer 4 verliehen wurde) bekam ich gar nicht richtig mit…ich gab irgendwelche Antworten, ohne überhaupt zuzuhören, alldieweil ich krampfhaft versuchte, an das ersehnte Gesöff vorzudringen!

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht zunächst mal damit gehadert hätte, dass ja bei besserer Einteilung vielleicht auch eine 52er Zeit drin gewesen wäre…aber schnell überwog die Freude, mein vorrangiges Ziel, unter 54 min zu laufen deutlich erreicht zu haben! Noch im August letzten Jahres blieb ich in Mülheim mit knapper Not unter 55 min! Und die Minuten sind halt nicht mehr so leicht zu pulverisieren wie früher…
So, und nun war es Zeit, kurz durchzuschnaufen und mich moralisch auf die Rennhamster-Rallye vorzubereiten! Denn die 10 km waren nur der erste Streich – der zweite sollte sogleich folgen.
Unter dem vollmundigen Teamnamen „Laufen-Aktuell.de – virtuell und schnell“ hatten Stefan68, Jürgen>, Waldkater, Abspecklaufbär und ich uns in einer Nacht-und Nebel-Aktion angemeldet. 5 Läufer/innen mit jeweils 4.220 m = 1 Halbmarathon!

Abspecklaufbär (der beim 10er eine Wahnsinns-Zeit von 44.xx gerannt war) machte den Startläufer und durfte sich somit nur kurz von den vorausgegangenen Strapazen erholen. Nach 20.27 min reichte er den Stab an Waldkater weiter (dessen 10er Zeit es mit 47.XX min auch in sich hatte). Nach weiteren 19.34 min Schonung für mich übergab er mir den Stab und ich lief die qualvollste Kurzstrecke meines bisherigen Läuferlebens. Die Sonne brannte auf’s Gehirn, die Beine fühlten sich elefantös schwer an, …ein aussichtsloser Kampf gegen die Naturgewalten und den Wunsch, mich auf die nächste Parkbank zu setzen. Aber nein, wir waren doch ein Team, Jürgen> würde schon mit den Hufen scharren, während ich hier immer mehr an Boden verlor. Also weiterschleppen. Nach 23.31 min war ich den Stab endlich los und Jürgen> durfte sich mit ihm vergnügen. Er, der sich noch nie an Kurzstrecken versucht hatte, hatte beim 10er schon mit einer 44er Zeit geglänzt und bog nach unglaublichen 18.54 min auf die Zielgerade ein!
Nun wurde es auch für Stefan68 ernst. Er war der einzige, der den 10er nicht in den Beinen hatte, aber dafür unter Schmerzen an der Achillessehne litt. Nach grandiosen 21.21 min finishte er unseren Halbmarathon in einer Gesamtzeit von 1.43.47 h!!!
Wer laufen kann, der darf auch saufen. Getreu dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ hingen wir noch stundenlang mehr oder weniger abgeschlafft auf der grünen Wiese im gleißenden Sonnenschein ab, köpften die ein oder andere Sektflasche und ließen dieses Spektakel revue passieren.
Hans Rosenthal wäre in die Luft gehüpft und hätte „DAS WAR SPITZE“ geschrien, wozu ich jetzt ehrlich gesagt rein muskulär nicht mehr in der Lage bin, weswegen ich mich mit einem leisen, aber nicht weniger begeisterten „das war Spitze“ jetzt auf die Couch verabschiede!
P.S. Versuche, auf http://www.laufen-aktuell.de noch eine Fotostory zu verlinken!
Woche 3 abgeschlossen – 42 WKM in 4 – 5 Einheiten… –
mehr Qualität als Quantität diese Woche
kylie – 3. Apr 2005

3.4.05 03:34

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Ein Kommentar zu “… races …

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