Ein völlig entbehrlicher Laufbericht

Ich habe versprochen, die werte überschaubare Leserschaft des wiederbelebten Laufblogs nicht mit (Miss-)Erfolgsmeldungen am laufenden Meter zu quälen – tue es aber trotzdem. Pech gehabt. Weil ich doch so lange keinen Laufbericht mehr geschrieben habe, werde ich das üben. Und dass ich heute meine Laufstrecke auf 11 km erweitert habe, muss einfach als Aufhänger reichen.

Wie schreibt man nochmal Laufberichte? Wichtig wäre vor allem, mit dem Smartphone unterwegs zu sein und Fotos von der traumhaft schönen Strecke zu posten, um die Leserschaft bei Laune zu halten und ihr wenigstens optisch was zu bieten, wenn’s schon inhaltlich dümpelt. Mach ich aber nie, ich hab das Ding beim Laufen nicht dabei. Aber eine Uhr, und daher weiß ich, dass ich für die 11 km ungefähr 1 Stunde und 19 Minuten gebraucht habe. Das gehört natürlich nicht an den Anfang, da es aber am Ende ebenso langsam und langweilig wäre, ist es letztlich egal für den (eh nicht vorhandenen) Spannungsbogen.

Das Wetter war schön, durchaus. Und zwar so richtig sonnig, windstill und herbstidyllisch, was nicht weiter wundert, denn schließlich liefen die echten Läufer heute Marathon um den Baldeneysee, und da ist immer gutes Wetter, München Marathon war auch, da kenne ich aber die Wetterstatistiken nicht. Seis drum, ich zog mir also jene Lieblingsweste über, die ich vor einem Jahrzehnt nicht bei Ikea, sondern bei H&M gekauft habe (kleiner Insider für Katrin, falls sie dies liest), und lief erstmal in den Park, wo verabredungsgemäß schon der Junior mit seinem Übernachtungsgast auf mich lauerte, um mich zu erschrecken. Das gelang den beiden Jungs auch gut, indem sie mit lautem „Buh!“ an unerwarteter Stelle durch die Büsche brachen. Aus der anschließenden Verfolgungsjagd wurde leider nichts, denn ich war zu langsam. um zwei 9-Jährigen wegzurennen. Aber wartet nur ab, Burschen, das wird sich ändern!

So, nun der angenehme Teil, sanft bergab Richtung Herbstwald mit obligatorisch buntem Blattwerk oberhalb der Sambatrasse. Dann auf der Trasse mit wenig Steigung wieder zurück auf halbe Höhe, umgeben von Läufern, Radlern und Wandersleuten. An der Müllverbrennung bergauf abgebogen, das war der zähe Teil, Asphalt und Anstieg, aber ich strengte mich ja nicht an, sondern fluffte in einem Minimaltempomodus daher, bei dem ich mich recht entspannt fühlte. An der Tankstelle ging es wieder steil bergab Richtung Hipkendahl. Das ist ein ganz bezauberndes Örtchen mit freilaufenden Gänsen und Hühnern. Also wirklich freilaufend, auf der Straße. Wenn man Pech hat, baut sich eine entrüstet zischende Gänseschar vor einem auf und versperrt den Weg. Und ich kann euch sagen, so Gänse in Kampfstimmung sind richtig bedrohlich. Jedenfalls hab ich mich letztens mit der Bauersfrau unterhalten und werde fortan meine Eier (von den weniger Angst einflößenden Hühnern) dort kaufen.

Aber egal, so weit runter lief ich heute nicht, sondern bog bergan auf einen Wiesenhang ab, erklomm dort die Höhe der Station Natur und Umwelt und befand mich dann schon wieder in der Nähe des Parks. Dort dengelte ich noch anderthalb Runden, so lange, bis 10,9 km auf der Uhr standen. Bis nach Hause sind es vom Park aus 100 Meter und schwupp, da hatte ich also meine 11 km zusammen.

3 x gelaufen diese Woche (5/10/11) ergibt angenehme 26 km und ja, ich muss sagen, ich hab zwar weder abgenommen noch bin ich schneller geworden, aber leichter fällt es mir. Warten wir mal ab, was nächste Woche bringt. Und ich werde euch natürlich  wirklich nur dann erneut einen Bericht liefern, wenn es mindestens was Menschen-Tiere-Sensationen-mäßiges zu verkünden gibt.

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Kleiner Schiffbruch mit Tigern

Heute, im Anschluss an den 3. Sambatrassenlauf, habe ich sie endlich gesehen:  Zwei majestätische Tiger, die in ihrem weitläufigen Freigehege mal faul am Bach lagen, dann wieder in erhabener Schönheit ihr Terrain erkundeten, um sich schließlich nach einiger Zeit in den Schatten der Bäume, die ihr Gehege säumen, zurückzuziehen.

Roaaaar!!!

Tigerpflege

Die Fotos sind bei anderer Gelegenheit an gleicher Stelle entstanden – wie üblich hatte ich keine Kamera zur Hand…

Während des Wettkampfs hatte ich wieder keinen Blick erhaschen können, weder auf dem Hinweg – da war ich recht schnell vorbeigerauscht – noch auf dem Rückweg, da war ich in düstere Gedanken (so was in der Art, nee, keine Lust, diese verdammte Steigung, diese elende Sonne, ich mag nicht mehr…) vertieft.

Der Lauf fand zum dritten Mal in Folge statt,  ich war von der Premiere an dabei und oh Wunder: Man läuft zwar immer auf der selben Trasse, aber nie die gleiche Strecke – da lässt sich das Team von Bunert nicht lumpen und baut kleine, gemeine Änderungen ein. 🙂

Bei der Erstauflage (etwas runterscrollen) vermutete ich sehr stark, dass die 10 km Strecke etwa 200 m zu kurz bemessen war. Das sagten übereinstimmend mein Garmin, mein Gefühl, die gelaufene Zeit (geradezu sensationell bei diesem Profil mit 48:49 min) und auch andere, trassenerfahrene Läufer.

Letztes Jahr gab es ja dann den Halbmarathon, der mit zahlreichen Schwenks hoch und runter und wieder hoch aufwartete, korrekt vermessen, und ich war bei tropischen Temperaturen meinen bis dato langsamsten Halben mit ganz knapp sub 2 Stunden gelaufen.  Die Trasse und die Sonne hatten mich echt geschafft.

Dies Jahr standen wieder 5 km oder 10 km für Einzelstarter zur Verfügung, und als Neuerung wurde sogar eine Nettozeitmessung (BibChip) spendiert. Das verleitete mich nach einem ausführlichen viertelstündigen Warmlaufen  zur Startaufstellung ziemlich weit hinten im 10 km Feld, was sich als schlechte Idee erwies. Ich hatte nicht gewusst, dass wir einen Schlenker mit Wendepunkt nach 500 m liefen, und dadurch, dass die schnellen Läufer auf engem Weg in die Gegenrichtung entsprechend Platz benötigten, war ich fast auf dem kompletten ersten Kilometer hinten eingepfercht, denn auch nach meiner Wende konnte ich wegen der mir dann entgegenkommenden langsameren Teilnehmer nicht ausscheren. Einem zu schnellen 1. Kilometer kann ich mit 5:13 min wirklich nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Danach hatte sich der Pulk entzerrt und das Adrenalin suchte sich seinen Weg nun halt auf dem 2. Kilometer, der mit 4:23 schon recht mutig war. Aber gleichmäßig laufen kann ich auf der Trasse nicht, die softe Steigung auf dem Rückweg fordert bei mir immer einen hohen Tribut. Also beeilte ich mich auch auf den nächsten Kilometern: 4:31, 4:35, 4:38 – man bedenke dabei das stetig abnehmende Gefälle.

Nach der Wende sah das dann mit stetig zunehmender Steigung nicht mehr so schön aus: 5:08, 5:39, 5:40, 5:45, 5:31 – da war noch nicht mal mehr ein Endspurt drin. Die sub 50 hätte ich schon gerne sehen wollen, aber das war heute einfach nicht möglich.  Die Nettozeit müsste irgendwas um 50:30 min betragen – Bruttozeit selbstgestoppt mit 50:44 min. Nachdem ich mir im Ziel einige Becher Flüssigkeit einverleibt hatte, fühlte ich mich schon wieder verdächtig frisch. Der Nichtläufer an meiner Seite pflegt dann immer zu spotten, ich würde mich ja sowieso nie verausgaben.  Tatsächlich überlegte ich mir, dass ich, anstatt umständlich wieder mit dem Bus zurückzutuckern (ich war ohne den in Sachen Rasenmähern leider verhinderten Familienclan unterwegs) gemächlich die Trasse zurücklaufen könnte, am Zoo vorbei und dann den Rest mit der Schwebebahn. Der Rucksack erwies sich zwar als wenig bequem und schlackerte heftig, aber für die paar Kilometer war es auszuhalten.

So kam es also zum ausführlichen Zwischenstopp auf der Tigerbrücke und ich durfte mir 18 Kilometer eintragen. War wirklich ein schöner Lauftag!

P.S:  Wow, ich war 7. Frau im Ziel (von 44) mit 50:14 min und 2. in der Altersklasse (von 8)! 14 läppische Sekunden, da stand ich ja noch weiter hinten im Feld, als ich dachte. Man sollte nicht nur nach Bruttozeit laufen, wenn ich gewusst hätte, dass es so knapp war, wer weiß, vielleicht hätte ich mich doch noch ein wenig mehr anstrengen können. 😉

unterwegs

Heimspiel auf der Sambatrasse

Ergebnis mit 1:59:39 h unter aller Sau, aber Spaß gehabt!

Nachtrag: und damit sogar noch 3. der AK W45 und 11. Frau von 47 Frauen geworden!  Seh‘ ich’s also positiv – nur 11 Frauen sind unter 2 Stunden ins Ziel gelaufen, und eine davon war ich.

– das war die kurze Zusammenfassung für Lesefaule 😉

Während ich hier sitze und immer noch auf das Unwetter warte, dem die späteren Starts zum Opfer gefallen sind, denke ich an die armen, vergebens angereisten Firmenläufer, die Einzelstarter über die 5 km Distanz und die Schüler – welch ein Frust, unverrichteter Dinge von dannen zu ziehen.

Aber was sollten die Veranstalter machen? Solange nichts passiert, haben alle gut reden – die Verantwortung würde aber wohl trotzdem niemand  auf sich nehmen. Insofern fand ich es superschade die nachfolgenden Läufe abzusagen, aber nachvollziehbar.

Video 

Dumm gelaufen nur, weil das Unwetter sich so viel Zeit lässt – Nachmittag und früher Abend vergingen nach einem wenig ergiebigen Regenschauer ohne das klitzekleinste Gewitterchen. Jetzt erst grummelt es ordentlich.

Aber wie eingangs erwähnt, ich konnte mich gerade so eben unter zwei Stunden bei tropischen Temperaturen ins Ziel retten. Zwar war ich auch nur darauf gelaufen, die 2 Stunden knapp zu unterbieten  hatte aber weder damit gerechnet, mich dafür sooo anstrengen zu müssen, noch, dass es sooo eng werden würde.  Offen gestanden: Da wäre auch bei ausreichender Wasserversorgung, weniger heißer Witterung und flacherem Kurs nicht viel mehr drin gewesen.

Dass ich so gar nicht an der missratenen Zeit herumknabbere liegt daran, dass es trotz der Anstrengung einfach wunderschön war, heute auf der Trasse zu laufen, so viele bekannte Läufergesichter zu sehen, Hände abzuklatschen, die Schnellen zu bejubeln und nette Zweckgemeinschaften im Leiden unterwegs zu bilden. Stress gab es weder vorher, noch unterwegs – aber nein, als es erschütternde Gewissheit wurde, dass an der ersten Wende bei km 5 kein Verpflegungsstand auf die durstigen Läuferkehlen wartete, geriet ich ein bisschen aus dem inneren Gleichgewicht. Die ersten 10 km komplett ohne Flüssigkeit bei der Hitze, das ist eigentlich ziemlich blöd. Zwar auszuhalten, aber der Durst kommt mit Macht, und Wasser erst, wenn’s schon sehr pressiert.

Meine Taktik für den Kurs sah so aus, dass ich bei Gefälle knapp über 5 min/km rollen wollte, bei Steigungen nicht langsamer als 6 min/km werden.

Das ist mir zum größten Teil auch gelungen, aber es gab zwei, drei Kilometer, bei denen die Uhr etwas über 6 min anzeigte, so dass der Gesamtkilometerschnitt mit 5:40 min/km ganz logisch ist. Und es wurde zum Schluss eine richtig knappe Sache! Wenn nicht noch eine Bekannte zu mir aufgelaufen wäre und mich nett genötigt hätte, an ihr dran zu bleiben, wäre ich auf den letzten 500 Metern wohl nur noch gekrochen. So heftete ich mich mit Ach und Krach an ihre Fersen und versuchte mein Bestes, irgendwie mitzuhalten.

Mit einem netten Herrn in Schwarz lief ich  weite Teile der Strecke Seite an Seite, manchmal wechselten wir uns auch ab, wie es sich halt so ergab:

Manchmal aber fühlte ich mich ziemlich allein und verloren in der flimmernden Hitze:

Mit Brille sieht man meistens schneller aus, als man ist:-)

Mehr Fotos mit schönen Streckenimpressionen und den ganzen schnellen Hirschen gibt’s hier

Tic Tac Sommerloch

Ja, ganz offensichtlich ist dies Blog ins Sommerloch gefallen – Rettung vorerst nicht in Reichweite. 

Aber vielleicht hab‘ ich übernächstes Wochenende doch ausnahmsweise wieder was zu berichten – da laufe ich nämlich tatsächlich einen Halbmarathon auf der Sambatrasse! Wird so ohne Training wahrscheinlich etwas hart:-)

P.S: Ach ja, und dann wird im August natürlich wieder Rund um Wuppertal gelaufen. Eigentlich wollte ich keine neue Strecke mehr erkunden – die Zeit reicht ja kaum zum Laufen,  und ver-laufen habe ich mich in den letzten Wochen genug auf den Etappen 6 und 7. Also lautete insgeheim mein Wunsch, nur  für eine von diesen beiden, oder evtl. die letztjährige Etappe 5 eingeteilt zu werden. Wie ich aber gestern erfuhr, wäre dies nur durch beschwerliches Hin-und Herverschieben innerhalb der Teams möglich gewesen, denn ich bin für die Strecke 3 im Mixed-Team vorgesehen.

Und dank unserem Laufgoetz kann man sich nun überhaupt nicht mehr verlaufen – man muss nur auf der persönlichen Hirn-Festplatte ungefähr Hunderte wenn nicht gar Tausende seiner Bilder abspeichern. Ihr müsst unbedingt mal schauen, mit welcher Liebe zum Detail er hier beispielsweise die 6,5 km lange Strecke 3 fotografiert und dann noch akribisch bearbeitet hat – das ist der absolute Hammer!  

Zur Diashow

 

Und das für insgesamt über 100 km Wanderwege!!! Naja, jedenfalls will ich dann mal nicht wählerisch sein und laufe die 3. Sieht doch wunderschön aus, oder?  Aber das gilt für sämtliche Strecken, und das ist ja auch das Tolle und bestimmt auch Lohn für soviel Mühe, dass die Täler und Höhen entlang der Wupper in voller sommerlicher Pracht verewigt sind!

 

 Weil die Zeit bis dahin noch lang ist, als Pausenfüller die erneut wundersam verjüngte MADONNA … tic tac…